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Imst | Glanzlichter | 5. Juli 2022 | Martin Grüneis

Politische Grabreden

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Liebe Freunde der Pietät!

Bei Neuwahlen vermitteln Kandidat:innen gerne Aufbruchsstimmung. Doch bevor sich die Neuen mit ihren wunderbaren Charaktereigenschaften ins Rampenlicht stellen können, müssen Altlasten entsorgt werden. Übersinnlich betrachtet handelt es sich dabei um eine Art Begräbnis von zum Teil noch quicklebendigen Personen. Diese armen Seelen teilen sich in zwei Kategorien. In jene, die erleichtert gehen. Und solche, die noch gerne geblieben wären. In beiden Fällen verlangt es die Höflichkeit unserer Kultur, die Scheidenden in Würde zu verabschieden. Reinhard May formulierte dieses Ritual einst in einem Liedtext so: „Und euch ihr Schleimer hinterlass’ ich den Verdruss, dass man über einen frisch Verstorb’nen immer Gutes sagen muss!“ Lebendig zu Grabe Getragene reagieren darauf unterschiedlich. Die Einen gehen still und hoffen auf Lob der Hinterbliebenen. Die Anderen kommentieren ihren Abgang selbst. Ein Beispiel dafür ist unsere Noch-Soziallandesrätin Gabriele Fischer. Sie wollte eigentlich weitermachen, wurde aber von ihren Parteifreunden abgewählt, weshalb sie jetzt so wie Noch-Vize-Landeshauptfrau Ingrid Felipe auf eine Kandidatur verzichtet. Wenn der grüne Ast, auf dem man/frau sitzt, abgesägt wird, fliegt der Vogel davon bevor er abstürzt. Fischer hinterließ ihren Nachfolgern eine Drohbotschaft, die da lautet: „Ihre Partei müsse sozialer werden.“ Da die Grünen sich inhaltlich schon immer eher der Natur denn den Menschen zugewendet haben, hilft ein tierischer Vergleich, um die Gefühlslage von Frau Fischer nachvollziehen zu können. Einem frisch vom Wolf gerissenen Schaf wird es ein schlechter Trost sein, dass wir dadurch schneller zu Wolle kommen. Aber so ist das in Wahlzeiten – da dürstet dem Volk nach bärenstarken Worten!

Meinhard Eiter
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