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Imst | Kultur | 7. September 2020 | Manuel Matt

2021: Eine Stadtplatz-Odysee

2021: Eine Stadtplatz-Odysee
Früher war ja alles besser, sagen die Alten – und manchmal stimmt’s auch, wie dieses Bild von 1987 beweist: Reggae-Star Jimmy Cliff am Imster Stadtplatz. Foto: Archiv Art Club Imst
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Der Art Club reanimiert nächstes Jahr das städtische Imster Herz musikalisch für einen Abend

Sie sind ja wirklich nicht zu unterschätzen, die jungen Wilden mit ihren langen Haaren. Nicht zuletzt deswegen, weil sie musikalische Größen wie Gilberto Gil, Santana und selbst die Rolling Stones in das kleinstädtische Imst gebracht haben. Heute sind sie vielleicht etwa gediegener, aber längst nicht gezähmt. Denn in den Augen haben sie noch immer dieses Feuer, die beiden Vorstandsmitglieder des Art Clubs Günter Hallama und Guido Walch, die nächstes Jahr mit Austropop-Legende Rainhard Fendrich dem Imster Stadtplatz zu alter Größe verhelfen möchten.
Von Manuel Matt

Schon ziemlich lange ist der Imster Stadtplatz mit seinen Kastanienbäumen und dem Antoniusbrunnen eigentlich nur noch ein Parkplatz, wenn nicht gerade Herbstfest oder Fåsnåcht gefeiert wird. Ziemlich schade, war’s eben nicht immer so, wurden hier doch Märkte abgehalten – und Freiluft-Konzerte zelebriert, zuletzt 2006 mit Wolfgang Ambros, Georg Danzer und Rainhard Fendrich von „Austria 3“. Der (jüngst in Telfs abgesagte) Fendrich kommt aber bald wieder, am 4. September 2021, auf Einladung des Imster Art Clubs. Da drängt sich freilich die Frage auf: Wie ist das jetzt auf einmal möglich – und warum hat das eigentlich so lange gedauert? Darüber gibt Vorstands- und Gründungsmitglied Günter Hallama Aufschluss: Möglich macht’s nun ein für das Herbstfest ausgearbeitete Sicherheitskonzept der Stadtgemeinde, das 3000 Besucher am Stadtplatz erlaubt – „andererseits braucht’s halt auch entsprechende Künstler für diese Besucherzahl“, sagt Hallama. „Zwei Künstler hätten wir gehabt, die den Platz gesprengt hätten. Außerdem reden uns seit Jahren irrsinnig viele Menschen drauf an, warum’s keine Konzerte am Stadtplatz mehr gibt“, ergänzt Vorstandskollege Guido Walch. Ja, da soll noch einer sagen, dass Jammern nichts bringt.

NOSTALGIE. Der Stadtplatz sei jedenfalls wie geschaffen für Konzerte. „Weil er mittendrin ist, Tradition hat“, sagt Hallama, „bis in die 70er, 80er Jahre gab’s hier Märkte, die Fåsnåcht gipfelt hier im Schlusskroas.“ Walch spricht die Nostalgie an, „die besonders für Ü50er wie mich hier herrscht. In meiner Jugend war noch alles anders in Imst, da gab’s nix. Das erste Stadtplatz-Konzert 1986 war da einfach ein Großereignis – und nächstes Jahr, da können die Besucher von damals wieder hingehen, mit ihren Kindern.“ Übrigens: Damals spielte Gilberto Gil – und das hätte den noch so jungen Art Club fast Kopf und Kragen gekostet. „Den hat ja keiner gekannt, wenn’s auch keiner zugeben wollte“, lacht Hallama: „Wir haben im Vorverkauf gerade einmal 700 Karten verkauft, dann hat’s ein paar Tage vorher auch noch in den Bergen geschneit – im Juni!“ Letztlich hatte der Wettergott dann doch ein Einsehen, ließ die Sonne durchblinzeln – und die Menschen kamen in Scharen, 2500 an der Zahl. „Ein absolutes Glück“, erinnert sich Hallama. „Haarscharf war das. Da wär das erste große Konzert auch gleich das letzte gewesen“, nickt Walch.

FORTSETZUNG FOLGT? Hinsichtlich Fendrich herrscht da weniger Sorge. „Ein Dauerbrenner“, weiß Hallama – „und wenn jeder, der g’jammert hat, kommt und vielleicht jemanden mitbringt, wird der Platz locker voll“, rechnet Walch vor. Ebenso stehe dann künftigen Stadtplatz-Konzerten nichts im Wege. Das allein dürfte schon ein Anreiz für den Kartenkauf sein – der Vorverkauf über ö-Ticket und in allen Raiffeisenbanken ist bereits eröffnet (Telfs-Karten behalten ihre Gültigkeit). Dann weichen die Autos den unvergesslichen Erlebnissen und es darf endlich immer wieder pumpern, das ehrwürdige Herz der Stadt Imst.
2021: Eine Stadtplatz-Odysee
Frohlocket, ihr Konzertgänger: Der Imster Art Club lädt mit Rainhard Fendrich nächstes Jahr am 4. September zum Revival auf den Imster Stadtplatz. Foto: Sandra Ludewig
2021: Eine Stadtplatz-Odysee
Vorstandsmitglieder des Art Clubs und Möglichmacher: Günter Hallama und Guido Walch beim Antoniusbrunnen RS-Foto: Matt
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