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Imst | Kultur | 5. Mai 2020 | Mel Burger

Das ungewisse Danach

Das ungewisse Danach
Auf Schutz muss auch im Arbeitsalltag sowie im Aufbau des neuen Begegnungsraums geachtet werden, für einen Künstler ungewohnt, aber auch eine Aufforderung zur Kreativität: Resultat ist ein geschnitzter Schutz bei Ernst Schnuller (r.) aus Elbigenalp oder ein bunter Mundschutz bei Hella und Michael Bachnetzer (v.l.) aus Silz. RS-Foto: Burger
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Heimische Bildhauer stellen Fragenkatalog an Regierung

Viele Berufe und Arbeiten wurden durch die Pandemie beeinflusst. Auch Künstler, Bildhauer und Freischaffende kämpfen um Unterstützung, insbesondere aber um Aufträge. Das wirft in der Krise zwangsläufig Unklarheiten auf – und Fragen, welche die von zwei Silzer Kunstschaffenden mitbegründete Interessensgemeinschaft für Bildhauer von der Bundesregierung beantwortet haben möchte.
Von Mel Burger

In den wohl meisten Kreisen der verschiedenen Künstlergruppen wird momentan versucht, gemeinsam zu Lösungen, aber auch an Antworten zu kommen. Besonders engagiert zeigt sich die jüngst gegründete Interessengemeinschaft für Bildhauer, die gemeinsam einen Fragenkatalog für ihre Berufsgruppe formulierte und gebündelt der Bundesregierung übermittelte. Denn auch unter ihnen, ihren Freunden und Kollegen habe es bald nach den ersten Einschränkungen durch die Corona-Pandemie so manche Unklarheit betreffend Versicherungsfonds, Schließungen, Kundenkontakt und Notfallunterstützung gegeben, erzählen der Silzer Holz- und Steinbildhauer Michael Bachnetzer, seine Frau Hella, selbst Bildhauerin und Lehrerin an der Schnitzschule Elbigenalp, und Bildhauer Lukas Pittl aus Mils bei Innsbruck, allesamt Initiatoren der Interessensgemeinschaft für Bildhauer.

GEMEINSAM. Entsprechend dem guten Einvernehmen unter Künstlern wurden die doch sehr unterschiedlichen Belange zunächst so gut wie möglich untereinander ausdiskutiert. Als die Einschränkungen jedoch immer mehr zu spüren waren, machten sich die drei Tiroler daran, die vielen offenen Fragen zusammenzufassen und über persönlichen Kontakte sowie via Internet andere Bildhauer in ganz Österreich zu kontaktieren, um einen entsprechenden Katalog zu erstellen. In nur 48 Stunden erhielten sie von 52 Bildhauern aus dem ganzen Land Unterschriften und Fragen, mit denen sie als Interessensgemeinschaft an die Behörden herangetreten sind. Gerade die unterschiedlichen Berufsbilder als Bildhauer und die individuell abweichenden Verkaufstätigkeiten machten viele kleine Zusatzfragen notwendig. Manches steht derweil schon fest – beispielsweise, dass die Gemeinschaft fester zusammensteht als je zuvor und dass es der Mehrheit der Künstler weniger um finanzielle Unterstützung als um weitere Aufträge geht, die nicht zuletzt eine Bereicherung für die Allgemeinheit sind.

ABSEHBARE ZEIT. Gewiss machen sich speziell Künstler Gedanken, wie denn die Zukunft aussehen wird, sind zwar nicht ihre Auftragsarbeiten direkt von der Corona-Krise betroffen, aber doch Ausstellungen, Aufführungen und traditionelle Feste. Bildhauer sind zum Beispiel die kreativen Köpfe und Hände hinter Fåsnåchtszügen und anderen traditionellen Zusammenkünften, sie arbeiten als Bühnenbildner in Theatern oder sind eben Teil von Ausstellungen und Vernissagen. So macht sich die Interessensgemeinschaft auch Gedanken um das weitere Vorgehen – um neue Begegnungsorte und Anlässe sicher und den aktuellen Bedürfnissen anzupassen. Ausstellungen und Museen könnten etwa in einer Art Durchlauf besucht werden, manche Projekte und Seminare im Freien stattfinden und auch die Ausbildungsstätten wieder unter anderen Voraussetzungen geöffnet werden.
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