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Imst | Kultur | 12. April 2021 | Friederike Hirsch

Wasser findet immer den Weg

Wasser findet immer den Weg
Der Imster Künstler Gebi Schatz ist ein Weltenbürger und Weltenkünstler. Ausgezeichnet in Graz, China, Nevada und Estland, hat er noch viel vor. RS-Foto: Hirsch
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Der Imster Künstler Gebi Schatz wird 70

Ingenieur, Ofenbauer, Feuerkünstler, Galerist und Projektdenker. Der Imster Gebi Schatz ist ein Tausendsassa. Einer, der sich engagiert, der zurück denkt und vor denkt. Er ist ein „Gschaftler“, der mitgestaltet und aneckt und trotzdem weitermacht. Dieses Jahr wird er 70 und keinesfalls leiser.
Von Friederike Hirsch

RUNDSCHAU: Warum bist du Künstler geworden?
Gebi Schatz: Meine Familie ist eine Kulturfamilie und waren immer sehr mit Kultur, Religion und Brauchtum in Verbindung. Angefangen bei meinem vierfachen Urgroßvater, der Imster Vogelhändler war. In jeder Generation hat es jemanden gegeben, der das Kulturleben in Imst maßgeblich mitgeprägt hat. Ich führe den Weg meiner Familie weiter. Mein Drang zur Kreativität ist da noch dazugekommen.

RS: Wie hat dein künstlerisches Leben begonnen?
Schatz: Ich war Ofenbauer und wurde nach Amerika eingeladen. Als kreativer Ofenbauer habe ich in Kalifornien Vorträge gehalten und dort habe ich Uschi Obermaier kennengelernt, die mich in die Kreise von Los Angeles eingeführt hat. Ich bin als Ofenbauer nach Amerika gegangen und als Künstler zurückgekommen. 1984 habe ich dann die Olympischen Ringe beim Olympic Art Festival in Los Angeles gemacht. 

RS: Was ist für dich Kunst?
Schatz: Leidenschaft, Intellekt und Konfrontation sind die drei bestimmenden Begriffe. Meine Kunst hat viel mit Naturschutz zu tun, denn Kunstschutz ist Naturschutz und umgekehrt. Der Umgang mit den Elementen, vor allem dem Feuer und der Energie sind zentrale Begriffe meiner Kunst.

RS: Was fällt dir zu den Begriffen Feuer und Wasser ein?
Schatz: Das Feuer ist das kulturelle Element, denn ohne Entdeckung des Feuers hätten wir unser Gehirn nicht so entwickeln können. Das Feuer und die Form der Öfen spiegelt sozusagen den Umgang mit dem Feuer wider. Ich habe die Brunnengemeinschaft in Imst gegründet, denn Wasser gehört zum Feuer. Feuer und Wasser ergänzen sich ideal und deswegen ist Leben entstanden. Wasser findet immer den Weg, so wie ich.

RS: Was würdest du als deine größten Leistungen bezeichnen?
Schatz: Als erstes fällt mir dazu ein, dass wir das Gurgltal vor der Autobahn gerettet haben. Das war in den 70er Jahren gemeinsam mit Architekt Norbert Heltschtl und anderen. Die Befreiung des Feuers würde ich als zweiten Meilenstein bezeichnen. Und die Adoption meiner Tochter Saba-Maria, sozusagen ein multikulturelles Projekt. 

RS: Was sind deine Ziele?
Schatz: Ich würde gern ein europäisches Zentrum für Kunst und Menschenrechte ins Leben rufen, manifestiert durch eine „Chapel of Elements“. Also ein Kraftplatz in der Natur mit dem Feuer als Zentrum, um den Kreis zu schließen. Am Gründungsort von den SOS-Kinderdörfern soll ein Memorial entstehen. Ein Panoramablick, ein „world view“ unter dem Motto: „Hinter jedem Berg ein Kinderdorf.“ 

RS: Wie würdest du dich beschreiben?
Schatz: Ich will Form und Farbe meines Lebens selbst bestimmen und bin „triteär“. Ich bin nicht lästig, sondern nachhaltig. Ich bin überhaupt nicht nachtragend und will immer das Positive hervorbringen. Oft erreiche ich das Gegenteil, von dem was ich will, weil ich so insistiere, so massiv bin. Manche sagen ich sei ein „Gschaftler“.

RS: Wie würdest du dein Leben beschreiben?
Schatz: Ich bin ein Phasenmensch. So alle sieben Jahre muss ich etwas anderes machen, neue Wege suchen und an Veränderung denken. Ich war Ingenieur, dann Ofenbauer, Feuerkünstler, Galerist und jetzt eben Projektdenker. Würde man über mich einen Film drehen, dann würde er unter dem Titel „Lebenskünstler“ laufen, mit mir in der Hauptrolle. Das Lied dazu ist „Heute hier – morgen dort“ von Hannes Wader.
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