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Imst | Politik | 28. Juni 2022 | Friederike Hirsch

Gemeinsam und koordiniert ins Jahr 2030

Gemeinsam und koordiniert ins Jahr 2030
Clemens Westreicher, Bürgermeister Hansjörg Falkner, Christoph Rauch und Alois Amprosi (v.l.) zogen eine erste Bilanz und gaben Ausblick auf weitere Maßnahmen zur Zukunftsstrategie 2030. RS-Foto: Hirsch
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Oetz und der Tourismus im Vorderen Ötztal mit Masterplan

Mit der „Zukunftsstrategie 2030“ legen die Gemeinde Oetz und der Tourismus im Vorderen Ötztal einen gemeinsamen Masterplan vor. Mit Befragungen und Workshops in Haiming, Sautens und Oetz wurde der Prozess vor zwei Jahren gestartet. Erste konkrete Umsetzungen und die Stoßrichtung für die kommenden Jahre wurden kürzlich präsentiert. Mit ersten Maßnahmen (Stopp von Freizeitwohnsitzen, Begrenzung von Beherbergungskapazitäten, kapazitätsorientierte Ortsentwicklung) hat die Gemeinde Oetz bereits wichtige Rahmenbedingungen definiert.
Von Friederike Hirsch

Der geplante Zusammenschluss der beiden Skigebiete Hochoetz und Kühtai löste 2019 heftige Kontroversen aus. Die Gräben, die zwischen der negativen Tourismusgesinnung in weiten Bevölkerungsteilen und der unbestrittenen Tatsache, dass der Tourismus eine der Leitbranchen im Vorderen Ötztal ist, brachen heftig auf. Vor allem die mangelnde Transparenz und das Nicht-Einbinden der Bevölkerung waren Stein des Anstoßes. Man verordnete sich eine Nachdenkpause. Mit der „Zukunftsstrategie 2030“ bemühen sich Politik und Tourismus in Oetz und im Vorderen Ötztal, die Gesprächsbasis (wieder) herzustellen. Im Februar 2020 startete die Initiative für die Zukunftsstrategie 2030 mit Beteiligung der Gemeinde Oetz sowie den touristischen Ortsausschüssen von Oetz, Sautens und Haiming-Ochsengarten. „Unser Ziel war es daher, die Anliegen und Erwartungen von Bürgerinnen und Bürgern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Gästen zu berücksichtigen und Lösungen zu finden, die eine möglichst hohe Zustimmung auf breiter Ebene erhalten“, so Hansjörg Falkner, Bürgermeister von Oetz. Auf Basis von mehr als 1.300 persönlich-mündlichen Befragungen wurde erhoben, was die Menschen bewegt. Erst Maßnahmen und der gemeinsame Weg in die Zukunft wurden kürzlich in Oetz präsentiert.

ROTE KARTE FÜR BEHERBERGUNGSGROSSBETRIEBE. Rote Karten gab's von den Umfrageteilnehmern etwa für Themen wie Investorenmodelle oder das rasche Anwachsen von Freizeitwohnsitzen. Darauf hat die Gemeinde Oetz – im Rahmen ihrer gestalterischen Möglichkeiten – bereits entsprechend reagiert. Als erste konkrete Maßnahmen legt BM Hansjörg Falkner zwei Gemeinderatsbeschlüsse vor. Oetz spricht sich darin klar gegen Investorenmodelle und die Zunahme von Freizeitwohnsitzen aus. Die Richtlinien für die Widmung von Freizeitwohnsitzen wurde vom Oetzer Gemeinderat im September 2021 einstimmig aufgehoben. Zudem verabschiedete der Oetzer Gemeinderat im Dezember 2021 einstimmig die Richtlinie zur Genehmigung von Beherbergungsgroßbetrieben und legte die Bettenobergrenze bei 200 Betten fest, also 100 Betten unterhalb der von der Landespolitik anvisierten 300 Betten. Beide Beschlüsse wurden in Einklang mit den Touristikern in Oetz einstimmig getroffen. „Meines Wissens nach ist dieser mutige Schritt einzigartig in Tirol“, so Alois Amprosi, Initiator und Motor der Zukunftsstrategie.

TOURISTISCHE ENTWICKLUNG IM EINKLANG. Im Gleichklang zur Zukunftsstrategie Oetz 2030 verläuft auch die künftige touristische Entwicklung im Vorderen Ötztal. Ziel ist ein 300-Tage-Tourismus im Vorderen Ötztal. Die Voraussetzungen dafür wären gegeben, meint Christoph Rauch, Destinationsleiter Vorderes Ötztal bei Ötztal Tourismus. Die Randzeiten und die Zwischensaisonen sollen demnach besser ausgenutzt und auch durch Events bespielt werden. „Abenteuer im Vorderen Ötztal“, Qualität vor Quantität und Nachhaltigkeit sind bestimmende Prämissen. Für Christoph Rauch ist ein wichtiges Element dabei Hochoetz. „Wir möchten Hochoetz zu einem Erlebnisberg weiterentwickeln und das Angebot unter anderem mit stimmigen, alternativen Wintersportaktivitäten ergänzen,“ so Rauch. Zudem bietet das Vordere Ötztal vielfältige Abenteuer-Möglichkeiten. Bestens ausgestattet mit Rafting Unternehmen, geführten Canyoning- und Klettertouren, soll die bestehende Infrastruktur besser bespielt werden. Das Bekenntnis zu Regionalität, Mobilität, Natur und Landschaft soll über das Bewusstmachen die positive Tourismusgesinnung der Bewohner stärken.

TO-DO-LISTE. Allen Beteiligten ist klar, dass das bereits Beschlossene nicht das Ende der Fahnenstange ist. Auf kommunalpolitischer Ebene stehen neun definierte Zukunftsfelder wie Infrastruktur, Bevölkerungs- und Wohnraumentwicklung oder Regionalität auf der Agenda. Ähnlich wie auf kommunaler Ebene wurden auch für den Tourismus zehn Zukunftsfelder erarbeitet. Diese greifen Themen wie regionalen Einkauf, das Unterstützen von familiengeführten Betrieben und Kooperationen auf betrieblicher und regionaler Ebene auf. Ein Prozess wurde in Gang gesetzt und die Verantwortlichen sind sich einig: „Unsere Pläne sollen nicht irgendwann in der Schublade enden. Wir wollen Schritt für Schritt gemeinsam in die Zukunft gehen.“ 
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