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Imst | Politik | 23. Juni 2020 | Agnes Dorn

Millionen für die Erneuerung

Millionen für die Erneuerung
Das Erfolgsprogramm „Dorfkernrevitalisierung“ wird für zwei Jahre mit weiteren 2,3 Millionen an Fördergeldern unterstützt, wie Bürgermeister Helmut Dablander, Landeshauptmann Günther Platter und Landesrat Johannes Tratter (v.l.) in Silz mitteilten. RS-Foto: Dorn
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Silz: Konjunkturbelebung durch Ortskernrevitalisierung

Seit 2004 gibt es das Förderprogramm des Landes zur Dorferneuerung und Ortskernrevitalisierung, für das bisher rund 4,5 Millionen Euro an Landesmitteln ausgeschüttet wurden. Nun hat das Land Tirol zusätzliche 2,3 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre zur Verfügung gestellt. In der Pilotgemeinde Silz, wo im Rahmen der Revitalisierung bereits über 60 „neue“ Wohneinheiten geschaffen wurden, informierten Bürgermeister, Landeshauptmann und der zuständige Landesrat über das Förderprogramm.
Von Agnes Dorn

Gerade in der Gemeinde Silz war das Problem vor 15 Jahren noch mehr als eklatant: Die Bauern, die früher überwiegend im Ortskern zuhause waren, starben aus und mit ihnen das Leben im Dorfzentrum. Über 80 leerstehende Gebäude musste der damalige Bürgermeister Arnold Hirn bei einer Zählung zur Kenntnis nehmen und beschloss daraufhin, sich als Pilotgemeinde dem Förderprogramm der Ortskernrevitalisierung anzuvertrauen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist in dieser Form bis heute einzigartig: „Wir haben die Verödung des Ortskerns gestoppt und uns außerdem zwei Hektar Bauland gespart. Die jungen Familien sind wieder in die alten Häuser gezogen“, zieht Bürgermeister Helmut Dablander, nach Hirn und dessen Nachfolger Hermann Föger der dritte Dorfchef des Revitalisierungsprozesses, Bilanz. 13 Millionen Euro wurden in über 40 Projekte gesteckt, wobei von diesen mindestens vier Millionen als Wertschöpfung in der Region verblieben, wie der Dorfchef vorrechnet.

KONJUNKTURBELEBUNG. Inzwischen sind 184 Projekte in 71 Tiroler Gemeinden im Rahmen der Ortskernrevitalisierung unterstützt worden, wodurch 305 neue Einheiten (großteils aus Leerständen) errichtet werden konnten. Insgesamt über 4,5 Millionen Euro an Förderung konnten die Hausbesitzer lukrieren, die Gemeinden hingegen ersparten sich eine Riesensumme an Erschließungskosten und eine große Anzahl an Baulandreserven. „Wir wollen im Ortskern neuen Wohnraum schaffen, bevor auf der grünen Wiese gebaut wird“, versichert Landeshauptmann Günther Platter. Durch Corona sei Tirol vom Bundesland mit „der besten Beschäftigungslage“ zu jenem mit „der größten Arbeitslosigkeit“ mutiert, stellt der Landeshauptmann fest. 1,6 Millionen Euro zusätzlich für die Ortskernrevitalisierung sowie 700.000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen der Gemeinden (wie Spielplätze oder Begegnungszonen) sollen nun die Kommunen in diesen Zeiten entlasten, die sie durch Ausfall an Ertragsanteilen und Kommunalsteuer an finanzielle Grenzen bringt. Neben den Fördergeldern ist besonders auch die fachliche Begleitung durch die Dorferneuerung ein wichtiger Anreiz, alter Bausubstanz wieder neues Leben einzuhauchen, wie Landesrat Johannes Tratter, seit acht Jahren zuständig für die Dorferneuerung, erklärt: „Ohne diese Bemühungen und Unterstützungen wären wohl viele dieser alten Bausubstanzen heute menschenleer und verfallen. Je mehr Qualität umgesetzt wird, umso mehr Geld erhält man für die Sanierung“, so Tratter. Inzwischen können auch für Objekte, die außerhalb des Dorfkerns liegen, Fördermittel beantragt werden. Außerdem ist eine eigene Förderung für Gebäudeensembles in Ausarbeitung.
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