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Imst | Politik | 10. März 2020 | Agnes Dorn

Von Nachdenkpausen und Öffi-Ausbau

Von Nachdenkpausen und Öffi-Ausbau
Barbara Neßler und Hermann Weratschnig präsentieren ihre Sicht auf Imster Themen. RS-Foto: Dorn
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Hermann Weratschnig und Barbara Neßler auf Imst-Besuch



Die beiden Tiroler Grünen Hermann Weratschnig und Barbara Neßler sitzen seit Oktober 2019 im österreichischen Nationalrat, wo sich unter anderem Neßler als Mitglied im Tourismusausschuss und Weratschnig als Obmann-Stellvertreter im Verkehrsausschuss betätigen. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU gingen die beiden Nationalräte auch auf Brennpunkt-Themen des Bezirks Imst ein.



Von Agnes Dorn



Die Richtung scheint klar, in die sich die Bundes-Grünen in den Bereichen Verkehr und Tourismus bewegen wollen. Und auch in einer Regierung mit der ÖVP wollen sie diesbezüglich nicht nur ein Wort mitreden, sondern klar die Richtung mitbestimmen. So sind im Regierungsübereinkommen auch zwei Milliarden für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs besprochen, was besonders den Verkehrssprecher der österreichischen Grünen Hermann Weratschnig freut: „Die Bundesförderung, die 1999 abgeschafft wurde, wird im Budget 2021 wieder drin sein. So soll eine Milliarde für den Regionalverkehr und eine Milliarde für den urbanen Verkehr eingesetzt werden.“ Besonders finanzschwache Gemeinden sollen beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs in den Genuss der Bundesförderung kommen, so Weratschnig.



Urlaub mit Öffis


Initiativen wie die Einsetzung eines Mobilitätsbeauftragten für das Ötztal findet der frühere zweite Präsident des Tiroler Landtags indes gut und betont: „Eine Koordinationsstelle im Verkehr muss von allen getragen werden. Auch die Bergbahnen haben den öffentlichen Verkehr intensiviert, wofür ihnen Lob gebührt. Wir müssen aber die Mobilitätskette schon am Ausgangsort der Reisetätigkeit starten und Dinge wie die Gepäcklogistik mitberücksichtigen.“ Im Regierungsübereinkommen hätten außerdem die letzten Meter der Anreise – sprich vom Bahnhof zum Urlaubsort – besondere Erwähnung gefunden, ergänzt die gebürtige Vorarlbergerin Barbara Neßler. Derzeit liefen außerdem Machbarkeitsstudien zum Ausbau der Bahnstrecke Imst–Imsterberg sowie Roppen–Ötztal-Bahnhof. Gerade junge Menschen würden heute verstärkt Urlaub mit öffentlichen Verkehrsmitteln bevorzugen, das geplante „1-2-3-Ticket“ der Regierung sei dabei ein wichtiger Schritt zum Ausbau dieses Trends, zeigt sich Neßler überzeugt.



Hinwendung zum Ganzjahrestourismus


Überhaupt gelte es, den öffentlichen Verkehr besser zu verkaufen und auch dem Tourismus eine neue, umweltschonendere Richtung zu geben, sind die beiden Grünen-Politiker überzeugt: So sieht die Bezirkssprecherin der Innsbrucker Grünen die beschlossene Nachdenkpause in der Projektierung des Gletscherzusammenschlusses Pitztal-Ötztal als große Chance: „Das Projekt war in dieser Form komplett überdimensioniert. Wenn es so kommen würde, wie geplant, dann gebe es vielleicht kurzfristig ein Gästeplus, aber nur durch eine regionale Umverschiebung. Neue Gäste kämen nur in sehr, sehr geringem Ausmaß“, zeigt sich Neßler überzeugt. Außerdem seien laut einer Studie des MCI über 90 Prozent der Tiroler der Meinung, dass es nicht noch mehr Gäste geben solle. Der Tourismus hätte inzwischen Formen angenommen, unter denen die Einheimischen leiden würden. Als langfristige Lösung sieht die Nationalrätin, die selbst in einem Gästebetrieb aufgewachsen ist, dagegen die Hinwendung zum Ganzjahrestourismus, der auch weniger klimaabhängig sei wie der reine Wintertourismus.


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