Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Imst | Sport | 31. März 2020 | Albert Unterpirker

„Dann hat mich der Ehrgeiz gepackt“

Die RUNDSCHAU traf Matthias Schöpf in Oetz im Café Heiner. Dort präsentierte der Champions League-Sieger eine Tornado-Tischfußballfigur und Grip-Bänder für Griffe und Hand (damit man nicht abrutscht und nicht die Kontrolle über das Spiel verliert). RS-Foto: Unterpirker
Die RUNDSCHAU traf Matthias Schöpf in Oetz im Café Heiner. Dort präsentierte der Champions League-Sieger eine Tornado-Tischfußballfigur und Grip-Bänder für Griffe und Hand (damit man nicht abrutscht und nicht die Kontrolle über das Spiel verliert). RS-Foto: Unterpirker
Schöpf mit einem Pokal, der sich gewaschen hat. Foto: Schöpf/TFC St. Gallen
Matthias Schöpf: „Dann hat mich der Ehrgeiz gepackt!“ RS-Foto: Unterpirker
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Matthias Schöpf gewinnt Champions League-Titel im Tischfußball



Hey, wie geil ist das denn! Mit Matthias Schöpf haben wir im Oberland einen Champions League-Sieger, nicht im richtigen Fußball – dafür im extremen Geschicklichkeits-Speedsport Tischfußball. Schöpf sicherte sich diesen Titel als Legionär beim Verein St. Gallen, sorgte bei den Finalspielen in Bled für sensationelle Glanzlichter und avancierte zum Matchwinner. Mit der RUNDSCHAU sprach der Längenfelder über seine Anfänge als Wuzzler und welche Ziele er hat.



Von Albert Unterpirker



Wer es in seinem Leben schon einmal gemacht hat, weiß, wie geil Tischfußball sein kann. Unsereins redet da freilich nicht mehr über „Kurbeln“ (verpönt, nur etwas für Nicht-Könner), vielleicht noch über „Wuzzeln“. Aber das trifft es im Premiere-Bereich klarerweise nicht mehr, denn ab den Tiroler Meisterschaften sieht man als (guter) Hobbyspieler bald sehr alt aus. Da fetzen die Kugeln mit beinahe 80 Stundenkilometer über den Tisch – und meistens ins Tor. Wirklich leben können vom Tischfußball nur eine handvoll Spieler weltweit. Matthias Schöpf zählt nicht dazu, für ihn ist das Ganze eher eine Plus-/Minus-Null-Rechnung, wenn er zum Beispiel zu einem Turnier nach London fährt (Fahrt- und Aufenthaltskosten). Dennoch. Als er im Jahr 2007 noch im Längenfelder Schwimmbad trainiert hat und er von einem Freund gefragt wurde, ob er mit ihm bei der Tiroler Landesmeisterschaft mitspielen würde, hätte er über einen möglichen Champions League-Sieg wohl noch gelächelt. Aber schon beim ersten Antreten bei der Landesmeisterschaft hat er mit seinem Partner im Doppel Platz sieben belegt. Von diesem Zeitpunkt an packte ihn das Tischfußball-Fieber. Er schaffte sich selbst einen WM-Tisch der Marke „Garlando“ um stolze 1.200 Euro an und nahm an den Garlando World-Series in Tull (NÖ) teil, wo der Tormann des SV Längenfeld bei seinem ersten Antreten den Junioren-Vize-Weltmeistertitel holte. „Das war schon ein cooles Erlebnis, ich war damals ja erst 15 Jahre alt – und da stehen 80 Tische in der Halle. Außerdem nahmen daran die besten Spieler der Welt teil.“ Ab diesem Zeitpunkt leckte der Ötztaler richtig Blut. „Dann ist der Ehrgeiz gekommen“, so Schöpf, „ich wollte noch mehr erreichen!“ Von da an trainierte er viel mit Sandro Grüner – ebenfalls ein Längenfelder – und das harte Training zahlte sich aus. 2009 holte Schöpf mit 16 Jahren den Staatsmeistertitel im Doppel und auch derzeit ist er amtierender österreichischer Champion in dieser Disziplin. In den folgenden Jahren gab es weitere Top-Erfolge, auch für das rot-weiß-rote Nationalteam war er unterwegs.


Schöpf mit einem Pokal, der sich gewaschen hat. Foto: Schöpf/TFC St. Gallen


Säule


Früher habe er täglich elf Stunden trainiert. „Nach der Schule kam die Schultasche ins Eck und es wurde gespielt“, schmunzelt Matthias. Heute trainiere er nur mehr vor Turnieren vier Mal pro Woche je drei Stunden. Zwei Tische stehen mittlerweile bei ihm daheim. Noch mehr unterwegs war Schöpf ab 2014. Er legte für drei Jahre eine Tischfußball-Pause bezüglich Turnieren ein, holte die Matura nach (Abendmatura in Landeck und Innsbruck, Anm.) – neben seiner normalen Arbeit. Der Oberländer machte zuvor vier Jahre die Ausbildung zum Installations- und Gebäudetechniker bei der Firma „Hummel“. „Die Firma war bei meinen Turnieren sehr verständlich – und sie ist es heute noch.“ Stolz kann das  Längenfelder Unternehmen auf seinen Mitarbeiter freilich sein, noch mehr, als Schöpf im Herbst des Vorjahres den großen Coup landete. Er sicherte sich gleich bei seiner Premiere in Slowenien (Bled) den Champions League-Titel als Legionär bei St. Gallen (CH). Denkbar knapp ging das Finale gegen Eintracht Frankfurt aus, nämlich mit 40:38. Inklusive der Qualifikationsrunden hatte der Tiroler 26 Spiele zu absolvieren, über 20 absolvierte der 35-Jährige dabei siegreich – und war damit die tragende Säule bei St. Gallen.


Matthias Schöpf: „Dann hat mich der Ehrgeiz gepackt!“ RS-Foto: Unterpirker


In die Top drei


Übrigens: Schöpf spielt am liebsten im Einzel, im Doppel agiert er lieber mit Tormann und Abwehrreihe. „Dabei ist es sehr wichtig, nicht nur zu versuchen, von hinten heraus Tore zu erzielen, sondern zu schauen, dass man den Ball auf die Stürmerreihe des Partners bringt!“ Hat er noch Tipps für angehende Tischfußballspieler: „Nicht gleich verzweifeln, dran bleiben – Training ist wichtig.“ Freuen würde es Schöpf, „wenn der Tischfußball-Sport populärer werden würde“. Ziele für 2020? „Dass sich das mit dem Coronavirus bald geregelt hat, Spiele in der Champions League sind bereits verschoben worden.“ Außerdem: „Ich will in den World Series im Einzel in die Top drei (derzeit Weltranglistenplatz sechs, Anm.) gelangen – und den Champions League-Titel mit St. Gallen verteidigen.“ Sein Motto lautet: „Lieber verliere ich normal, als ich würde unfair gewinnen!“


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