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Imst | Sport | 21. April 2020 | Albert Unterpirker

„Das wäre ein Wahnsinn!“

„Das wäre ein Wahnsinn!“
Manuel Westreicher: „Versuchen, das Beste daraus zu machen.“ RS-Foto: Unterpirker
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SC Imst-Obmann spricht Klartext

Seit vergangener Woche ist es amtlich. Nachdem aufgrund der Corona-Krise auch der komplette Amateur-Fußball abgesagt wurde, bedeutet dies für alle Klubs im Bezirk: Bitte warten! Beim SC Sparkasse Imst versucht man angesichts dieser Tatsache, gelassen zu bleiben – Panik-Stimmung gibt es bei den Gurgltalern keine. Dafür aber eine vorbildhafte Aktion seitens des Vereins mit zahlreichen unterstützenden Händen. Mit Geisterspielen kann sich Obmann Manuel Westreicher aber derweil nicht anfreunden.
Von Albert Unterpirker

Es wäre nicht der SC Imst, wenn es anders wäre. Gemeint ist das soziale Gebaren des Vereins, der sich – wie andere Tiroler Vereine ebenso – unmittelbar zu Beginn der Corona-Krise einem (weiteren) vorbildhaften Engagement verschrieben hat. Mittlerweile ist das kostenlose „SC Imst-Hilfs- und Lieferservice“ aus dem Bezirk nicht mehr wegzudenken, sogar nach Roppen wurden unter anderem schon Lebensmittel und Medikamente geliefert – die Aktion kommt extrem gut an. „Es sind derzeit 35 freiwillige Helfer im Einsatz, die Menschen helfen, die es brauchen“, sagt SC Imst-Obmann Manuel Westreicher und fügt an: „Wir helfen, wo wir können.“ Insgesamt 54 Auslieferungen wurden bis dato gemacht und es werden wohl noch etliche hinzukommen. „Die Resonanz und das Feedback ist super“, freut sich Westreicher, der verspricht: „Es wird diese Aktion solange geben, wie es die Krise gibt!“ Leider aber haben die SARS-CoV-2-Viren auch dem Imster Vorzeigeclub sportlich einen Strich durch die Rechnung gemacht –  wie ebenso den anderen über 150 Tiroler Fußballvereinen (weit über 2000 sind es in ganz Österreich, Anm.).  

HOFFEN. Denn nachdem seitens des ÖFB (Österreichischer Fußballbund) die komplette Frühjahrsmeisterschaft im Amateur-Fußball sowie der komplette Nachwuchskick abgesagt beziehungsweise annulliert wurde (keine Auf- und Absteiger), herrscht auch im Oberland komplette ballesterische Fehlanzeige. Und das wird wohl noch einige Zeit so bleiben. Fraglich ist, wann es mit dem Amateur-Kick wieder weitergeht. Manche Verantwortliche hoffen, dass die (neue) Meisterschaft spätestens im September wieder gestartet wird, manch andere malen aber ein anderes düsteres Bild. Nämlich, dass es gar erst wieder im Frühjahr 2021 losgeht. Das wäre für viele – wenn nicht alle – Amateur-Vereine ein Stich mitten ins Herz und womöglich das Aus für viele Klubs. Zu hoffen bleibt also, dass es noch heuer wieder los geht – und zwar mit Zuschauern. „Geisterspiele sind kein Thema, die braucht kein Amateur-Verein“, erklärt Westreicher. Klar, lebt man doch stark von den Besucher-Eintritten. TV-Übertragungen gibt es zudem ebenfalls keine. Der SC Imst-Obmann führt weiter aus: „Testungen vor einem Spiel können wir ohnehin nicht machen. Und wenn sie auch den Herbst canceln – das wäre ein Wahnsinn!“ Jedenfalls hofft man auf baldige Entscheidungen – „und dass wir spätestens im September wieder im Stadion spielen dürfen“.

TREUE. Nichtsdestotrotz sei man mit den Sponsoren gut und breit aufgestellt. „Aus der Region für die Region“ lautet das Motto des Imster Traditionsclubs. Westreicher: „Wir haben regen Kontakt zu unseren Sponsoren und ein Fundament, das dem Verein die Treue hält!“ Dran ist man an der Infrastrukturentwicklung beim Stadion, da würde man sich „zusammen mit der Gemeinde gewisse Dinge“ überlegen. Auch hinsichtlich des Vorstands könnte sich strukturell nach der Krise etwas tun. Das Engagement im Nachwuchs soll noch mehr forciert werden (unter anderem Leistungstrainings in U12 bis U16). „Großartig“ engagieren würde sich auch der neue Trainer Herbert Ramsbacher. Und wie geht es ihm persönlich mit der Krise? „Ich bin ein positiver Mensch, wir versuchen, das Beste draus zu machen – und der Gesellschaft beiseite zu stehen. Es heißt: Durchhalten – es ist kein Sprint, sondern ein Marathon!“
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