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Imst | Sport | 27. April 2020 | Janine Zumtobel

Sportlerkarriere in Zeiten von Corona

Sportlerkarriere in Zeiten von Corona
Ein letzter Schnappschuss vom Training in Waterville Valley, als dann plötzlich am Abend vor der Qualifikation bekanntgegeben wird, dass alle Rennen sowie die Profi-WM abgesagt werden müssen. „Game Over sozusagen“, erklärt Breitfuss-Kammerlander wehmütig, der alles auf einen Sieg bei den verbleibenden Rennen gesetzt hatte. Foto: Privat
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Was der Abbruch der Skisaison für Breitfuss-Kammerlander bedeutet

Für Simon Breitfuss-Kammerlander, der gebürtige Pitztaler Skirennläufer, welcher für Bolivien an den Start geht, musste aufgrund der aktuellen Corona-Situation die Skisaison frühzeitig abbrechen. Wie das Leben des internationalen Berufssportlers nun aussieht, wie schwierig sich die Heimreise gestaltete und wie es aus sportlicher Sicht zukünftig weitergehen soll.
Von Janine Zumtobel

„In der letzten Saison kam es gleich zwei Mal zu unvorhersehbaren Situationen“, so Breitfuss-Kammerlander, „durch eine neue, im Oktober beschlossene FIS Regelung konnte ich in Sölden nicht starten und musste schnell umdisponieren.“ Somit machte sich der Ski-Profi auf nach Amerika zur „World Pro Ski Tour“: „Schnelle Läufe in der Qualifikation und ein Lauf-Sieg im zweiten Rennen gegen Ted Ligety machten mich schnell zu einer ernsten Konkurrenz“, erinnert sich der Ski-Profi.

RENNKALENDER GECANCELLED. Nach einigen Trainingseinheiten sowie Materialabstimmungen mit Sponsoren in der österreichischen Heimat sollte die Tour Anfang März an der amerikanischen Ostküste weitergehen bis hin zum Saisonabschluss mit der Profi Weltmeisterschaft in New Mexico. „Doch dann war Corona überraschend schnell Realität“, so der Skirennläufer, der sich damals noch auf sein Training fokussierte. Am Abend vor der Qualifikation wurde dann bekanntgegeben, dass alle Rennen sowie die Profi-WM abgesagt werden. „Game Over sozusagen“, erklärt Breitfuss-Kammerlander wehmütig, der alles auf einen Sieg bei den verbleibenden Rennen gesetzt hatte. 

HEIMREISE. Die erste Überlegung war, zurück nach Bolivien zu fliegen, aber da waren die Grenzen bereits dicht. Auch weiterhin in Amerika zu bleiben, um die guten Schneeverhältnisse für das Training zu nützen, erübrigte sich, da letztlich auch die Skigebiete schließen mussten. Als sich auch das österreichische Außenministerium für eine möglichst baldige Heimkehr ausgesprochen hat, hätten sie trotzdem nicht damit gerechnet, dass es so eine große Challenge wird, zurück nach Hause zu kommen, bis sie endlich von New York über London nach München kamen – doch inzwischen befand sich Tirol unter Quarantäne: Wie kommt man da ins Pitztal? Durch Familie und Freunde sowie eine Sondergenehmigung, die mithilfe des Bürgermeisters erteilt wurde, gelang es letztendlich, die Heimatgemeinde zu erreichen. 

AUSBLICK Durch den Südamerika-Cup konnte sich Breitfuss-Kammerlander bereits für die Ski-WM 2021 in Italien sowie die Olympischen Spiele 2022 in China in allen Disziplinen qualifizieren. Dies sei auch für den bolivianischen Skiverband sehr wichtig, da die momentane Situation auch dort sehr schwierig ist. „Mein Fokus liegt auf dem Training für die nächste Saison, obwohl durch Corona momentan noch vieles unklar ist, gibt es für mich als Berufssportler keine Alternative“, erklärt der Skirennläufer, der auf eine baldige Öffnung der heimischen Gletscher zu Trainingszwecken hofft. Trotz allem versucht Simon, der den Titel „Rookie of the Year 2020“ der „World Pro Ski Tour“ verliehen bekam, den Spaß nicht zu vergessen. In seinem Heimatdorf improvisierte er ein Training auf einer abgegangenen Lawine und daraus entstand ein lustiges Video für seine Facebook-Fangemeinde, um ihnen zumindest virtuell nahe zu sein.
Sportlerkarriere in Zeiten von Corona
Aufgrund der momentanen Einschränkungen durch Corona musste der Skirennläufer Simon Breitfuss-Kammerlander die Heimreise von der „World Pro Ski Tour“ in Amerika antreten. In der Zwischenzeit versucht er allerdings, den Spaß nicht zu vergessen und improvisierte ein Training in seinem Heimatdorf im Pitztal. Foto: Privat
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