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Imst | Sport | 24. Mai 2021 | Albert Unterpirker

„Werden in der Luft hängen gelassen“

„Werden in der Luft hängen gelassen“
Herbert Ramsbacher (l.): „Das ist einfach unglaublich!“ Helmut Kraft (r.) weiß wie Ramsbacher nicht, was mit den ÖFB-Cup-Startplätzen los ist. RS-Fotos: Unterpirker
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SC Imst und SPG Silz/Mötz: Unverständnis über Tiroler Fußballverband

Kopfschütteln und Unverständnis gibt es beim SC Sparkasse Imst und bei der SPG Silz/Mötz aufgrund einiger wichtiger Entscheidungen, die noch immer auf sich warten lassen. Dies betrifft etwa Ligen-Stärke oder ÖFB-Cup-Plätze. Große Freude herrscht generell, dass mit dem Mannschaftstraining wieder gestartet wurde. Übrigens: Die Imster Verpflichtung von Marko Jovljevic ist nun unter Dach und Fach.
Von Albert Unterpirker

„Im Winter war sehr viel auf Eigenverantwortung aufgebaut“, sagt Imst-Headcoach Herbert Ramsbacher. Dabei gab es unter anderem einzelnes Lauftraining über eine App, wobei dieses auch vom Trainergespann überwacht wurde. „Außerdem wurden für zu Hause Trainingsprogramme erarbeitet, die Spieler haben da alle zwei, drei Wochen neue Pläne erhalten“, so Ramsi, der schmunzelnd anfügt: „Damit ihnen nicht langweilig wird. Aber irgendwann geht dir halt auch der Schmäh aus und die Motivation ging da generell ein bisschen verloren. Aber ich bin da keinem böse. Im Großen und Ganzen wurde es gut durchgezogen.“ Jetzt sei die Freude riesengroß, dass man wieder gemeinsam am Platz stehen dürfe, denn vergangene Woche startete auch beim SC Imst wieder das Mannschaftstraining. Für die Imster gibt es kein Meisterschaftsspiel mehr. „Uns kann sowieso nichts mehr passieren, wir sind aktuell Zweiter. Das schlimmste ist, dass wir noch zurückrutschen auf Rang drei. Aber egal, was es jetzt wird: Es war eine überragende Saison von uns, die Leistung war absolut über den Erwartungen – mit dem hat man nicht rechnen können. Ein großes Kompliment an alle Beteiligten!“ Das große Ziel lautet nun ÖFB-Cup-Teilnahme, aber jetzt kommt das große Aber: Mit Stand vergangener Woche wusste man noch nicht, ob nun die vier Halbfinalisten des Tiroler Cups automatisch auch für den ÖFB-Cup qualifiziert sind. Davon ging man in Imst bis dato aus. Jetzt scheint wieder alles in der Schwebe, wieder alles anders zu sein.

UNSICHERHEIT. „Wir wissen nicht, wie es mit dem ÖFB-Cup ist“, so Ramsbacher, „das ist einfach unglaublich. Wir hängen da in der Luft. Zuerst hieß es so, nun ist wieder alles offen!“ Wobei: „Wenn die Liga gewertet wird, dann müssen wir sowieso einen ÖFB-Cup-Platz bekommen, weil der TFV hat vier Plätze zu vergeben, und wir sind entweder Zweiter oder Dritter. Also fallen wir um diesen Platz normalerweise nicht um.“ Diese Unsicherheit mache für einen Trainer einen enormen Unterschied. Denn: „Geht’s um die ÖFB-Cup-Startplätze, dann muss ich die Vorbereitung anders planen. Damit wir in dreieinhalb Wochen beim Tiroler Cup on top sind. Geht’s aber ‚nur‘ um den Sieg im Tiroler Cup, dann setze ich den Vorbereitungshöhepunkt natürlich auf Meisterschaftsbeginn.“ Könnte es also im schlimmsten Fall sein, dass der SC Imst nun gar keinen ÖFB-Startplatz erhält? „Wenn es fair zugeht, dann haben wir einen. Aber im Endeffekt kann der TFV die Plätze vergeben wie er will.“ Wieso lässt man sich da beim TFV mit solchen Entscheidungen so viel Zeit? „Du kannst ja mal anrufen und fragen“, so Ramsi. Außerdem, Stand letzte Woche: „Der Tiroler Fußballverband ist der letzte Verband in Österreich, wo man noch nicht weiß, wie die Saison gespielt wird. Gibt es in der Regionalliga Tirol nun eine Zehner- oder Zwölfer-Liga? Also: Ich weiß als sportlicher Leiter derzeit nicht, ob es im Herbst 22 oder 18 Spiele gibt!“

PROBLEME. Dem SC Imst steht indessen trotz der Absage der Frühjahrsmeisterschaft wohl ein Mammutprogramm ins Haus. Ab Mitte Juni könnten es mit dem Tiroler Cup inklusive Finale insgesamt vier Bewerbsspiele sein. Eine etwaige ÖFB-Cup-Teilnahme würde beinahe nahtlos nach dem Tiroler Cup-Finale stattfinden. Und dann steigt ja ab Mitte Juli bereits wieder die Meisterschaft – also gibt es quasi keine Sommerpause. Jetzt wollen aber wohl manche Spieler endlich nach rund einem Jahr wieder in den Urlaub fahren, wie geht man mit dieser Situation um? „Das Problem werden einige haben. Wir haben auch Spieler, die schon im Winter für Juli gebucht haben. Jetzt heißt es Einfallsreichtum beweisen, weil wir werden da sicher variieren müssen, um eine halbwegs konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubringen.“ Wenn man wüsste, dass man in der ersten ÖFB-Cup-Runde zu Hause auf Rapid trifft, dann würden wohl alle ihren Urlaub absagen, oder? „Das glaube ich auch“, lacht der Trainer. Nachsatz: „Außer die Freundinnen haben was dagegen!“
BUNDESLIGA. Apropos, die Sache mit der zweiten Liga, wie sieht er dieses Thema? „Ich muss da auf die Euphorie-Bremse treten“, so Ramsi. Man habe mit den drei Neuzugängen zwar drei Rohdiamanten bekommen, aber man habe mit Schultz, Demir und Markl drei absolute Stammspieler verloren. „Das muss man sich schon vor Augen halten.“ Aber es könnte als Verstärkung ja noch der Jovljevic (Telfs) kommen, oder? „Der kommt auch, der ist fix!“ Für Marco Schultz müsse man auf jeden Fall noch einen Ersatz finden. PS: Der SC Imst hat sich für die Austragung des Finales beworben (3. Juli). SC Imst-Testspiele: Samstag, 29. Mai, 16 Uhr, gegen Reutte (in Imst) und Dienstag, 1. Juni, 19 Uhr, gegen Zirl (in Imst).

UNVERSTÄNDLICH. Richtig trainiert wird derweil auch bei der SPG Silz/Mötz. „Ich war selber beim ersten Training dabei“, sagt Obmann Christian Kranebitter, „und die Burschen sind extrem happy, dass es wieder los geht – alle sind voll motiviert!“ Während Heli Kraft also sein Trainerzepter auch mannschaftlich wieder schwingen darf, steigt die Vorspannung auf die beiden noch ausstehenden Meisterschaftsspiele, wobei vor allem dem „ultimativen“ Spiel auswärts bei Fügen jede Menge Brisanz innewohnt. Denn da geht es noch um den Meistertitel in der Tiroler Liga – und letztendlich auch um den Aufstieg in die Regionalliga. All diese Dinge bringen viel Vorfreude, nur bei anderen Themen gibt es jede Menge Kopfschütteln und Unverständnis. Das betrifft auch die Entscheidung, ob der Meister der Tiroler Liga auch einen ÖFB-Cup-Startplatz erhält beziehungsweise wenn der Aufstieg in die Regionalliga gelingt, wie viele Teams diese dann haben wird. „Sollten wir es schaffen, hoffen wir immer noch, dass es nur zehn Teams sind“, so der Obmann. Wieso muss man für all diese Entscheidungen so lange warten? „Das ist uns völlig unverständlich, man wird in der Luft hängen gelassen. Der TFV ist der letzte Landesverband, der da noch keine Entscheidungen getroffen hat (Stand letzte Woche, Anm.). Und was uns auch stört, ist dass einige scheinbar verhindern wollen, dass der Meister der Tiroler Liga auch im ÖFB-Cup spielt – da werden einfach die Regeln unter der Saison verändert!“ Apropos: Neues gibt es vom Sportplatz Mötz zu berichten. „Im Sommer wird dort die Sportanlage umgebaut“, berichtet Kranebitter. Kommen sollen unter anderem neue Kabinen, Flutlichtanlage, neue Sitzplätze. „Nächstes Jahr wird die SPG Silz/Mötz 50 Jahre alt. Wir sind die älteste Spielgemeinschaft im Fußball in Österreich, waren damals Pioniere.“ SPG Silz/Mötz-Testspiele: Freitag, 28. Mai, 19 Uhr, gegen Telfs (Emat) und Samstag, 5. Juni, 17 Uhr gegen Wacker II (Mötz). Noch nicht fix: Samstag, 12. Juni, 17 Uhr, gegen Mils.
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