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Imst | Wirtschaft | 3. August 2020 | Martin Grüneis

Regionale Produkte erleben

Regionale Produkte erleben
Blick hinter die Kulissen: Bei den Besuchen heimischer Betriebe nahmen die Lehrlinge viele Impulse mit. Foto: Genussbotschafter*in Ötztal/Franz Oss
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Ötztaler Genussbotschafter entdecken heimische Vielfalt

In Längenfeld und Sölden erlernten heimische Gastronomielehrlinge eine Woche lang die große Bandbreite heimischer Produkte kennen. Von der Backstube über die Käserei bis hin zum Besuch beim Imker: Der Gastronachwuchs erhielt spannende Einblicke in die Welt der vor Ort hergestellten Lebensmittel. Basis dafür bildet eine österreichweit einzigartige Zusatzausbildung.
Von Martin Grüneis

Die jungen Lehrlinge in den Berufen Koch sowie Hotel- und Gastgewerbeassistent erlebten beim Modul „Almwirtschaft“, welches im Rahmen des des Projekts „Genussbotschafter*in Ötztal“ stattfand, so einige „Aha-Momente“. Denn während die erste Einheit den Fokus noch auf die Fleischverarbeitung legte, offenbarte sich den Küchenchefs in spe dieses Mal ein völlig neues kulinarisches Universum. 

FÜR BEIDE SEITEN VON VORTEIL. „Die Auszubildenden in der Gastronomie sind unsere Partner der Zukunft. Deshalb müssen wir sie als regionale Erzeuger früh genug ansprechen“, erklärt Marcel Klotz von der Ötztaler Gebirgsimkerei. Auch Gerhard Gstrein von der gleichnamigen Bäckerei in Längenfeld unterstützt diese Ansicht: „Durch dieses Projekt erfahren die jungen Leute hautnah, wie viel Handarbeit und welche Anstrengungen notwendig sind, um die Qualität auf den Punkt zu bringen.“ Gelegenheit dafür gab’s genug, denn in der Backstube durften die Teilnehmer zeigen, wie geschickt sie im Herstellen von Salzstangerln, Brezen oder Zöpfen agieren. Die heimischen Produzenten Jakob Prantl aus Sölden und die Familie Kuen aus Längenfeld zeigten den jungen Ötztaler Genussbotschaftern zudem, wie aus Kuh- oder Ziegenmilch feinste Käsespezialitäten entstehen. Die Kunst der Fermentation zum schmackhaften Joghurt demonstrierte Erzeuger Gerold Brüggler. Die passende Harmonie von Speisen und Getränken, das Kennenlernen von Almspezialitäten sowie mittels Storytelling den Kunden stimmige Geschichten zu unterbreiten, waren ebenfalls Teil des sommerlichen Workshops. Finaler Höhepunkt stellte die Präsentation der gemeinsam zubereiteten Speisen dar. Inspiration und fachliche Begleitung erhielt der Ötztaler Nachwuchs dabei von „Tiroler Genussakademie“-Coach Philipp Stohner, seines Zeichens Vizepräsident des Österreichischen Kochverbandes und erfahrener Trainer der heimischen Kochnationalmannschaft.

BEGEISTERTE TEILNEHMER. Und welche Bilanz ziehen die Lehrlinge als Hauptbeteiligte des Projekts? „Vom ersten Modul habe ich einige Rezepte mit unserem Küchenchef nachgekocht und konnte meine Ideen einbringen. Meinem Vorgesetzten gefällt es, welchen Input ich mit in den Betrieb nehme. Auch persönlich gewinne ich, indem ich mehr Kreativität auf den Teller zaubere“, erzählt Raphael Kuen aus Sölden. Sein Kollege Alfredo Riml zeigt sich ebenso begeistert. „Auch beim zweiten Modul wurde ich positiv überrascht. Vieles war mir bekannt, aber ich wusste bei weitem nicht, welche Vielfalt an Lebensmitteln in unserer Heimat produziert wird.“

DIE AUSBILDUNG. Die Ausbildung zum „Genussbotschafter*in Ötztal“ besteht aus insgesamt drei einwöchigen Modulen. Bereits im September 2020 startet die finale Ausbildungsphase, die sich mit Themen wie Obst, Fisch, Wein, Foodhunting, alten Sorten aus dem Ötztal oder regionaler Esskultur beschäftigt. 
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