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Imst | Wirtschaft | 10. Mai 2022 | Martin Grüneis

Schwarzer Stahl für den Pitztaler Gletscher

Schwarzer Stahl für den Pitztaler Gletscher
Damian Zenklusen (Doppelmayr), die Gletscherbahnen-Geschäftsführer Beate Rubatscher-Larcher und Franz Wackernell sowie Michael Leithinger (Carvatech) (v.l.) lüfteten vergangene Woche das langgehegte Geheimnis um den neuen Pitztaler Gletscherexpress.RS-Foto: Burger
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Seit Montag in Arbeit, bereit bis zum 15. Juli: Ein neuer Gletscherexpress, angepasst an den bestehenden Tunnel

Mit dem neuesten Projekt rund um ihr wichtigstes Beförderungsmittel, dem Gletscherexpress, setzen die Gletscherbahnen des Pitztals auf Nachhaltigkeit und modernste Technik, soll das zehn Millionen schwere Projekt mindestens doch genauso lange wie die vorherige Bahn halten und den neuesten Sicherheits- wie Qualitätsansprüchen gerecht werden.
Mel Burger

Als 1981 Karl „Charly“ Neururer, der von St. Leonhard aus eigentlich täglich nach Reutte zu seiner damaligen Arbeitsstelle pendelte, bei einer örtlichen Baustelle um Arbeit anfragte, um wenigstens für zwei Jahre dem vielen Fahren zu entgehen, wusste er noch nicht, wie das sein Leben verändern würde. Der Bau des Gletscherexpresses gilt nämlich nicht nur als großer Schritt für den Tourismus des hinteren Tals, sondern brachte eben auch mehr Arbeitsplätze, die für Perspektive und Wachstum in den Gemeinden sorgten. Charly, wie ihn die Einheimischen, aber auch viele Touristen nennen, war dabei von Anbeginn mit dabei: Denn schon als die Bahn geliefert wurde, war er einer der ersten, der sie lenken konnte – und so kam Charly von der Baustelle direkt zum Fahrdienst. Nun, nach 38 Jahren, wird die Bahn durch eine moderne Sonderanfertigung der Firma Doppelmayr ersetzt, wobei die Maße dem bestehenden Tunnel und den Gleisen angepasst werden. 

FERTIGSTELLUNG. Bereits seit zwei Jahren arbeiten die Konstrukteure von Doppelmayr, Caraventa und Carvatech an dem Zehn-Millionen-Euro-Projekt, um sämtliche Wünsche, wie etwa Veränderungen im Ein- und Ausstiegsbereich, berücksichtigen zu können. Ein Mitspracherecht hatten übrigens ebenso die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gletscherbahnen, die beim neuen Zug hinsichtlich des Erscheinungsbilds mitbestimmen durften. Für die Geschäftsleitung vorrangig war derweil eine energieeffiziente Lösung: Diesbezüglich ist’s Konstrukteur Damian Zenklusen mit seinem Team gelungen, durch den Einsatz von Kompositmaterialien den Zug leichter zu machen sowie durch LED-Beleuchtungen im Innenraum den Energiebedarf zu verringern. Gänzlich neu – und auch recht bahnbrechend – ist jedoch die Fähigkeit des Gletscherexpresses, während der Fahrt Energie zu erzeugen, die direkt in den Zugakkumulatoren gespeichert wird, was das bisher übliche Aufladen an der Tal- sowie Bergstation während des Haltens unnötig macht.

NACHHALTIGKEIT. Zusätzlich soll die Bahn während der Sommermonate zu 100 Prozent aus der PV-Anlage des Gletschers gespeist werden. Der schnittige Gletscherexpress soll ebenso deutlich mehr Fahrkomfort bringen und obwohl der Innenraum größer und durch Glastrennwände offener gebaut wird, bleibt die Personenkapazität gleich. Auch die Dauer von den bisherigen acht Minuten pro Fahrt auf 2840 Höhenmeter bleibt unverändert. Am vergangenen Wochenende fuhr die alte Bahn übrigens zum letzten Mal und wird schon am 15. Juli als neue Bahn die Fahrt wieder aufnehmen. Der Charly, der bleibt auch – am Steuer, natürlich.
Schwarzer Stahl für den Pitztaler Gletscher
Mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge sieht Charly Neururer nach über 38 Jahren in die Zukunft – mit dem neuen Pitztaler Gletscherexpress. RS-Foto: Burger
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