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Imst | Wirtschaft | 6. September 2022 | Agnes Dorn

Staudamm und Stollen im Kühtai wachsen

Staudamm und Stollen im Kühtai wachsen
Projektleiter Klaus Feistmantl, TIWAG-Vorstandsdirektor Johann Herdina und der Leiter des Ausführungsmanagements Christian Schlatter zeigen sich zufrieden mit dem Fortschritt der Bauarbeiten. RS-Foto: Dorn
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Parallel und im Zeitplan wird ober- und unterirdisch gegraben

Die Arbeiten für den dritten Speicher der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz schreiten zügig voran. Zum einen wird derzeit am Dichtkern für den späteren Staudamm des zukünftigen Speichersees im Längental und zum anderen unterirdisch am Begleitstollen und der Kaverne gearbeitet. Stolz zeigt man sich von Seiten des Kraftwerksbetreibers TIWAG vor allem darauf, dass für den Damm des Mega-Projekts das Material direkt aus dem Stollenaushub verwendet werden kann.
Von Agnes Dorn

Das derzeit in Bau befindliche Speicherkraftwerk Kühtai, die derzeit größte Kraftwerksbaustelle Österreichs, ist eine Erweiterung der bereits bestehenden Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz und schafft neben einem dritten Speichersee (den zweiten im Längental mit 31 Millionen m3 Fassungsvermögen) ein weiteres Pumpspeicherwerk, das zwischen dem neuen Speicher und dem bestehenden Speicher Finstertal zu liegen kommen wird. Gespeist wird der neue Speicher von einigen Wildbächen aus dem Stubaital. Die Speicherkapazität der Kraftwerksgruppe könne durch die Erweiterung um rund 50 Prozent erhöht und mit dem zusätzlichen Wasser 216 Mio. kWh pro Jahr mehr Strom erzeugt werden, so die Betreiber. Insgesamt investiert die TIWAG rund eine Milliarde Euro. Über 400 Arbeiter sind teilweise im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr auf der Megabaustelle im Kühtai beschäftigt, um wie bisher auch weiterhin den Zeitplan bis zur geplanten Inbetriebnahme der Kraftwerkserweiterung Ende 2026 einzuhalten. Derzeit wird Schicht für Schicht der Dichtkern für die Staumauer aufgebracht. Das Schüttvolumen des gesamten Dammes beträgt insgesamt 6,9 Mio. Kubikmeter, wie TIWAG-Projektleiter Klaus Feistmantl informiert: „Das gesamte Material für den Damm wird vor Ort im Längental gewonnen, aufbereitet und Schicht für Schicht eingebaut und verdichtet. “

VORTRIEBSARBEITEN. Parallel zu den großteils oberirdischen Arbeiten wird der unterirdische Vortrieb für den 25 Kilometer langen Beileitungsstollen forsiert. Seit Ende März hat sich die Tunnelbohrmaschine mit bis zu zehn Umdrehungen pro Minute durch das vorwiegende Gneis-Gestein  1,7 Kilometer bzw. bis zu 40 Meter pro Tag vorgearbeitet. Die Gesamtlänge der bereits aufgefahrenen Stollen und Schächte wird 8,5 Kilometer betragen. In der Kaverne, die bereits zum Großteil ausgebrochen ist, werden derzeit die Betonierarbeiten für die Auflagerbalken der Maschinenkräne und das Gewölbe vorgenommen. In wenigen Wochen geht es dann mit dem Ausbruch nach unten weiter, bis die Kavernenhöhe von 40 Meter erreicht ist. Der Einbau der beiden 190 Megawatt starken Pumpturbinen wird 2023 beginnen. Nachdem es von Beginn an starke Proteste nicht nur von Umweltorganisationen, sondern zum Beispiel auch von der Gemeinde Neustift gegeben hatte, sieht man sich nun von Seiten der Tiwag bestrebt, das Projekt mit Transparenz zu hinterlegen: So können über die neue APP „TIWAG erneuerbare+“  Interessierte eine virtuelle Tour durch die Kraftwerksanlage im 3D- oder Augmented Reality-Modus unternehmen. „Uns ist es wichtig, die Bevölkerung bei diesem Großprojekt laufend und umfassend zu informieren“, erklärt TIWAG-Vorstandsdirektor Johann Herdina: „Das Interesse ist sehr groß, wie auch der erfolgreiche Tag der offenen Baustelle im Juni mit ca. 6.000 Besuchern zeigt.“

 
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