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Imst | Wirtschaft | 17. November 2020 | Friederike Hirsch

Vom Tourismusprojekt zum Sozialprojekt

Vom Tourismusprojekt zum Sozialprojekt<br />
Der erste Schritt zur „familienfreundlichen Region Vorderes Ötztal“ ist getan. Am 24. November werden die Gemeinden Haiming, Sautens und Oetz familienfreundliche Gemeinden. RS-Foto: Hirsch
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Haiming, Sautens und Oetz streben gemeinsam „familienfreundliche Region“ an

Im Jahr 2018 initiierte die Gemeinde Oetz ihre Zukunftsstrategie 2030. Was damals als Motor für den Tourismus gedacht war, entwickelte sich zu einem gemeindeübergreifenden Sozialprojekt zur Verbesserung der Lebensqualität in den Gemeinden und in der Region. Haiming, Sautens und Oetz streben nun gemeinsam nach dem Gütesiegel „familienfreundliche Region“.
Von Friederike Hirsch

„Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile“ – so lässt sich, frei nach Aristoteles, die Idee einer familienfreundlichen Region zusammenfassen. Die Initialzündung kam von der Gemeinde Oetz, die im Zuge ihrer Zukunftsstrategie erste Ideen entwickelte. Ursprünglich sollte die Zukunftsstrategie in Oetz als Motor für den Tourismus dienen, nachdem Pläne zur Erweiterung des Skigebiets verworfen wurden. Herausgekommen ist eine gemeindeübergreifende Regionalentwicklung zur Verbesserung der Lebensqualität. Das Audit „familienfreundliche Region“ bietet den Gemeinden Haiming, Sautens und Oetz die Möglichkeit, mit interkommunaler Zusammenarbeit noch mehr zu erreichen. Gemeinsam werden gemeindeübergreifend familienfreundliche Maßnahmen entwickelt, Doppelgleisigkeiten aufgedeckt und gemeinsam von den Synergieeffekten profitiert. Die beteiligten Gemeinden werden nicht nur einzeln ausgezeichnet, sondern weisen durch ihre Zusammenarbeit auch die gesamte Region als familienfreundlich aus. Klingt in der ersten Betrachtung recht einfach. Allerdings müssen alle drei Gemeinden zuerst als „familienfreundliche Gemeinde“ ausgezeichnet werden. Dieser Weg gestaltete sich deutlich schwieriger und zeitaufwendiger als gedacht. Gestartet wurde in allen Gemeinden mit einem Online-Fragebogen und einem Bürgerbeteiligungsprozess. Moderiert wurde die Veranstaltung von Georg Mahnke, einem professionellen Prozessbegleiter, welcher alle Gemeinden betreute und nach wie vor betreut.

Familienfreundliche Gemeinde. Ziel des Audits ist es, das Vorhandensein familienfreundlicher Maßnahmen in der Gemeinde zu identifizieren und den Bedarf an weiteren zu ermitteln. Michael Amprosi, zuständig für den Prozess in Oetz: „Unter Einbindung aller Generationen und Fraktionen entwickelte unsere Projektgruppe individuell und bedarfsorientiert neue Maßnahmen zur Erhöhung der Familienfreundlichkeit.“ Nachdem in allen drei Gemeinden der Ist-Zustand erhoben wurde, haben sich erste Ideen herauskristallisiert, die es zu ordnen und gegebenenfalls umzusetzen galt. Roland Hackl, Audit-Beauftragter in Sautens: „Die Gemeinde soll langfristig von einer nachhaltigen familienfreundlichen und generationengerechten Gemeindepolitik profitieren und dadurch ihre Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort steigern.“

Maßnahmen in Haiming, Sautens und Oetz. Aus all den unterschiedlichsten Ideen und Wünschen werden und wurden auch die unterschiedlichsten Projekte in den Gemeinden umgesetzt. Die Projekte reichen von einem Generationentaxi, einer Gesundheitsstraße, Verbesserung der Informationsbereitstellung über die Gemeindehomepage in Haiming über die Revitalisierung von Spielplätzen und einem Waldspielplatz in Sautens bis zu umfangreichen Verkehrssicherheitskonzepten, einem Stammtisch für Senioren und jährlichen Gemeindeversammlungen in Oetz. „Ein kleiner Auszug der Maßnahmen und Projekte. Allein in Haiming wollen wir an die 17 Ideen umsetzen“, sagt Gemeinderat Andreas Saurwein. Am 24. November findet die digitale Zertifikatsverleihung an die Gemeinden statt. Von da an können sich Haiming, Sautens und Oetz mit dem Zertifikat „familienfreundliche Gemeinde“ schmücken. Dann geht es an das Audit für die Zertifizierung zur „familienfreundlichen Region“. Aus dem Pulk an Ideen und Vorstellungen lassen sich drei gemeindeübergreifende Projekte herauslesen, die es nun umzusetzen gilt.

Familienfreundliche Region. Andreas Saurwein unterstreicht die Vorteile der regionalen Zusammenarbeit: „Der Prozess hat uns allen gezeigt, dass es einige tolle Projekte gibt, die allerdings für eine Gemeinde alleine nur schwer umzusetzen und zu finanzieren sind. Eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bietet sich förmlich an.“ Oetz wird sich für den Ausbau der Wanderwege in der Region und eine einheitliche Beschilderung einsetzen. Sautens wird die schon bestehende und durchaus erfolgreiche „Computeria“ ausbauen. Das Projekt soll zukünftig allen drei Orten zugutekommen. Die Haiminger haben eine lange Tradition ihres Jugendclubs „Kanten“. Ein Jugendzentrum ist bereits vorhanden. Darauf kann aufgebaut werden. Gemeinsam mit der Plattform für offene Jugendarbeit soll ein Konzept für das vordere Ötztal entwickelt werden. Saurwein: „Die Arbeit an der familienfreundlichen Gemeinde und Region ist damit nicht beendet. Alle Projekte werden laufend überprüft und evaluiert. Es ist durchaus denkbar, dass wir noch mehr gemeinsames finden und im Laufe der Zeit umsetzen.“ So gibt es in allen Gemeinden die Idee einer Job- und Ferialbörse und den Wunsch nach einem gemeinsamen Veranstaltungskalender.
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