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Landeck | Chronik | 28. Juni 2021 | Von Albert Unterpirker

Arlberg-Tunnel wird wieder saniert

Arlberg-Tunnel wird wieder saniert<br />
Präsentierten gemeinsam den Ausblick auf die Sanierungen des Arlbergtunnels in den kommenden Jahren in der Überwachungszentrale (24 Bildschirme mit je acht Bildern) in der Autobahnmeisterei St. Jakob: Florian Morscher (Bürgermeister Klösterle), Stefan Siegele (Geschäftsführer Asfinag Alpenstraßen GmbH), Andreas Fromm (Geschäftsführer Asfinag Bau Management GmbH), und Helmut Mall (Bürgermeister St. Anton). RS-Foto: Unterpirker
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Tunnelsperren in den Sommermonaten 2022 und 2023

Die nächste Sanierungsphase für den Arlbergtunnel mit einem Investitionsvolumen von 63 Mio. Euro startet die Asfinag im Mai 2022, wobei der 14 km lange Tunnel in den Sommermonaten 2022 und 2023 für sechs bzw. fünf Monate für den gesamten Verkehr gesperrt wird. Die Tunnelsperre sieht man als notwendig, die Sanierung als alternativlos. Umleitungen wird es wie bei früheren Sperren über den Arlbergpass geben.
Von Albert Unterpirker

Nach knapp 45 Jahren sei eine Erneuerung der gesamten Fahrbahn, Tunnelbeschichtung und gesamten Entwässerung nicht mehr aufschiebbar. „Diese Erneuerung ist dringend notwendig“, sagt Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele. Im Zuge der Sanierung werden Umleitungen über den Arlbergpass oder großräumig erfolgen. Dabei hätten die Erfahrungen aus den Tunnelsperren 2015 und 2017 gezeigt, dass die damals gewählte Variante mit einer Umleitung des Gesamtverkehrs über den Arlbergpass bzw. großräumig über andere Strecken gut funktioniere. Die Sperren wurden weiters so geplant, dass es zu keinen zeitgleichen Sperren der Bahnstrecke kommt, und damit Reisende auf den öffentlichen Verkehr umsteigen können. „Bei Sicherheit gibt es keine zwei Meinungen, wir müssen den Tunnel für die Zukunft fit machen. Eine Sanierung ohne Sommersperren ist nicht möglich und wäre sicherheitstechnisch nicht zu verantworten“, führt Siegele aus. Mit Anrainergemeinden, Wirtschaftskammern, Behörden und Partnern stehe man intensiv in Kontakt, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Abstimmungen finden noch mit ÖBB und Ländern statt, zudem werde eine umfangreiche Info-Kampagne gestartet. Allein 2015 und 2017 investierte die Asfinag zusätzlich 1,8 Mio. Euro in begleitende Maßnahmen auf der Arlbergpass-Strecke, und für den Bauablauf habe man wieder alle möglichen Alternativen geprüft. „Wir planen die Baustelle so, dass wir Sperren auf ein absolutes Minimum reduzieren und 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche arbeiten. Der Tunnel erhält erstmals seit Betriebsbeginn 1978 eine komplett neue Betonfahrbahn samt Tunnelbeschichtung“, sagt Geschäftsführer Andreas Fromm. „Wichtig und unerlässlich ist die Sanierung der Bergwässer-Ableitungen im Tunnel, um zu gewährleisten, dass der längste Tunnel Österreichs zukünftig weiterhin zu den sichersten Tunneln in Europa zählt.“

FREIE FAHRT. Mit dem Umleitungskonzept mit der regionalen Ausweichroute habe man indessen schon gute Erfahrungen gemacht. „Wir haben uns sehr gut vorbereitet und ein großartiges Konzept entwickelt“, sagt St. Anton-Bürgermeister Helmut Mall, der anfügt: „Um die Überlastungsstunden auf der Passroute in Grenzen zu halten, braucht es wieder die bekannten Fahrverbote und Regelungen für den Ziel- und Quellverkehr. Um die Zeit dieser Umleitung für unsere Bevölkerung möglichst erträglich zu machen, finden noch intensive Gespräche mit der Asfinag für begleitende Maßnahmen auf der Passroute statt. “ Für Florian Morscher, Bürgermeister Klösterle, ist aber auch klar: „Die notwendigen Beschränkungen und Regelungen am Pass bedeuten, dass in erster Linie die Sicherheit, aber auch die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs gewährleistet bleiben. Das gilt auch für möglichst freie Fahrten der Blaulicht-Organisationen in der Zeit der Sperren, weil die Versorgung gesichert sein muss!“


Tunnel-Sanierung
Kosten zweite Phase Sanierung: 63 Millionen Euro. Geplante Sperren: 2. Mai bis 4. November 2022; 26. April bis 10. Oktober 2023. Täglicher Verkehr im Tunnel: 8.000 Fahrzeuge/24 Stunden. 23.500 m3 Betonfahrbahn. 105.000 m2 Asphalttragschicht. 110.000 m2 Tunnelbeschichtung. 12.000 m2 Abdichtung Galeriebauwerke. Der Arlbergpass ist die regionale Ausweichroute, deshalb sollte ausreichend Zeit für die Fahrt im nächsten Jahr eingeplant und eine der Ausweichrouten genutzt werden. Diese führen etwa über Rosenheim-München (Deutschland), über Gotthard und San Bernardino (Schweiz) oder über den Fernpass, sofern die dort geltenden Verkehrsregelungen erfüllt werden. Ein klar definierter Bereich von Ziel- und Quellverkehr ermöglicht es Lkw, auch mit Anhänger den Arlbergpass zu nützen. Für die Wochenenden besteht ein zusätzliches Fahrverbot für Pkw mit schweren Anhängern von über 750 Kilogramm, damit der Verkehr ohne große Probleme über den Pass geführt werden kann. Hinsichtlich des Fahrverbotes ist die derzeitige Überlegung, eine Zufahrt zu den Campingplätzen zu den Tagesrandzeiten mit weniger Verkehr zu ermöglichen. An Spitzentagen kann es am Pass zu mehr als 20.000 Pkw in der Zeit der Umleitung kommen. Ausnahmen für Lkw mit Anhänger und Sattelfahrzeuge bestehen, sofern sie den Ausnahmeregelungen entsprechen.
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