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Landeck | Chronik | 21. Juni 2022 | Von Christina Hötzel

Fürs Leben lernen

Fürs Leben lernen<br />
Noch schaut der Ackergeist ein bisschen krank aus. Mit neuem Stroh und Gewand ist er aber wieder bereit für die Arbeit. RS-Foto: Hötzel
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Landeck  Von Christina Hötzel
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Edi Alber Volksschule St. Jakob
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Schüler helfen bei Anbau, Ernte und Verarbeitung von Korn am Brotacker in St. Jakob

Praktische (Land-)Arbeit lernen Schüler auf dem Brotacker in St. Jakob. Edi Alber bewirtschaftet ihn mit seinen jungen Anbaugehilfen. Im Herbst wird das Korn gemeinsam geerntet, gedroschen und gemahlen.
Von Christina Hötzel

Mit Strohhüten oder Kappen und Gummistiefeln sind die Erst- und Zweitklässler der Volksschule St. Jakob gut für die Feldarbeit an diesem Morgen ausstaffiert. Normalerweise kommen die Erstkommunionkinder auf den Acker, aber dieses Jahr gab es in der Gemeinde keine. Da packen halt die jüngeren mit an. Sie sollen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass auf 1300 Metern Höhe alles wächst, was man zum Leben braucht.

ANSTRENGENDE ARBEIT. Lehrerin Bianka Jörg wird noch schnell ein Geburtstagsständchen gesungen, dann geht es los. „So, wer hat keine Arbeit. Ich bräuchte gute Erde in einem Kübel“ – Roswitha Jehle schaut, dass alle beschäftigt sind. Sie hat den Acker zur Verfügung gestellt. In die Hochbeete pflanzen die Schüler Gemüse und Kräuter, Erdäpfel werden ebenfalls gesetzt. Aus zwei Bottichen holen die Schüler Wasser zum Gießen der Pflanzen. Es geht darum zu erleben, wie die Feldarbeit früher war.

ZUSAMMENARBEIT AUF AUGENHÖHE. „Der schaut aber schwer krank aus. Hat, glaub ich, Corona gehabt“, scherzt Alber mit den Kindern. Die Strohpuppen, die den Acker bewachen sollen, werden entkleidet und das alte Stroh durch neueres ersetzt. Sie bekommen neue Kleidung, Second-Hand-T-Shirts, Jeans oder Dirndl. Um halb zehn gibt es dann eine Jause mit Acker-Hotdogs. In einem Topf brutzeln die Würstchen über der Feuerstelle. Die Schüler lassen sich entlang der Hochbeete nieder. Der ukrainische Mitschüler ist voll in die Gruppe integriert. Nach getaner Arbeit kommt schon die nächste Schülergruppe der Volksschule St. Anton, die zum Acker hinaus gewandert ist.
Säen UND Ernten. Für die dauerhafte Pflege der Pflanzen sind Angela Probst und Reinhilde Strolz zuständig. Im Herbst gibt es ein Erntedankfest mit allen Beteiligten. Dort werden die angebauten Kartoffeln als „Schelfalar“ gemeinsam mit den Kindern verputzt. Frisch ausgegraben werden die gekochten Erdäpfel mit Butter und Kas von der Putzenalm zubereitet. Das Korn wird geerntet, gedroschen und gemahlen. Das Gemüse wird für die SoViSta-Kochgruppe verwendet. Entstanden ist der Acker 2011 durch eine Vision mit den Ministranten von St. Jakob.
Fürs Leben lernen<br />
Jedes Kind bekommt einen Acker-Hotdog und ein Getränk nach getaner Feldarbeit. RS-Foto: Hötzel
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Die acht Ersterler und Zweiterler genieße ihre Ruhepause bei strahlendem Sonnenschein. RS-Foto: Hötzel
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