Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Landeck | Chronik | 25. Mai 2020 | 12:45 | Von Elisabeth Zangerl

„Irrsinnige Lernphase“

„Irrsinnige Lernphase“
Lena und Julian Zangerl besuchen seit 18. Mai wieder „ihre“ Schule. Der Mund-Nasen-Schutz ist ein Utensil, an das auch im Schulalltag nicht vergessen werden darf. RS-Foto: Zangerl
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Landeck  Von Elisabeth Zangerl
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Schulen starten mit strengen Hygiene-Auflagen

Am 18. Mai kehrten alle Schüler von Volksschulen, AHS-Unterstufen, Neuen Mittelschulen und Sonderschulen in ihre Klassen zurück, womit knapp zwei Monate Homeschooling beendet wurden. Die RUNDSCHAU erkundigt sich bei zwei Volksschulkindern einer Kleinschule sowie der Schulleitung einer Mittelschule, wie der „Neustart“ verlaufen ist.
Von Elisabeth Zangerl

Die Erleichterung war auf allen Seiten groß, bei Schülern, Pädagogen und Eltern, als Bildungsminister Heinz Faßmann den Stufenplan zur Wiedereröffnung der Bildungseinrichtungen präsentierte. Ganz wie vor Corona ist es aber derzeit noch nicht: Strenge Hygiene-Auflagen, Schichtbetrieb und Co. erfordern so einiges an Organisation, wie auch Eva Neumann, Direktorin der Neuen Mittelschule St. Anton, erklärt: „Die Schule findet im Schichtbetrieb statt, bei uns im Reißverschlusssystem, alle Klassen wurden in zwei Gruppen geteilt.“ Die besonderen organisatorischen Herausforderungen sind laut Neumann: „Schüler aus gleich mehreren Gemeinden kommen mit Bussen in die Schule, dabei musste in der Planung darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Kinder eines Ortes am selben Tag in der Schule sind, auch haben wir Geschwisterkinder an denselben Tagen eingeteilt (dies schafft berufstätigen Eltern eine Erleichterung)“. Zu berücksichtigen sind auch Maskenpflicht, Abstandsregeln, maximal zwölf Tische pro Klasse, häufiges Händewaschen, beaufsichtigte Einlässe und vieles mehr.

„AM ERSTEN TAG VERHALTEN“. Unterrichtet wird fast nach Stundenplan, anstelle von „Bewegung und Sport“ findet an der NMS Förderunterricht statt, der Musikunterricht besteht aktuell nur aus Theorie, die Pausen sind gestaffelt. „Am ersten Tag waren die Schüler teils ruhig und verhalten – sie waren teils schon sehr verunsichert“, resümiert die Direktorin den Neustart am 18. Mai, „es war ein wenig ungewohnt alles, aber es passt.“ Die Regeln und der Ablauf sind auch an kleineren Schulen dieselben, so auch in der Volksschule Schnann – einer Kleinschule mit elf Kindern im Stanzertal, die von den beiden Kindern der RUNDSCHAU-Mitarbeiterin besucht wird. „Mama, es war heute komplett anders, aber cool“, resümierten Julian, Schüler der vierten Schulstufe, und seine Schwester Lena, welche die erste Klasse derselben Schule besucht. Cool war, „die Freunde wieder treffen“. Auch die beiden Volksschüler freuen sich, endlich wieder ihren Schulalltag leben zu dürfen, wenn auch das Anstehen in der Reihe, Einschränkungen in der Pause, Mundschutz oder konsequenteres und häufigeres Händewaschen vorerst ein wenig befremdlich sind: „Wir sind es noch nicht ganz gewohnt“, geben die beiden offen nach dem zweiten Schultag zu.

„VIELES MITNEHMEN“. Viele, auch im Bildungsbereich, sind davon überzeugt, dass diese Krise auch eine Chance sein kann: „Die Tatsache, dass wir eine zertifizierte E-Learning-Schule sind, hat uns die Arbeit wesentlich erleichtert. Wir können vieles (das während der Phase des Homeschooling Anwendung fand) in den Regelunterricht einbauen und auch nach Corona einiges beibehalten, beispielsweise digitaler Förderunterricht“, erklärt Eva Neumann, Auch sie ist überzeugt: „Die Kinder haben sehr viel im Bereich der Selbstorganisation und Zeitmanagement gelernt – eine große Herausforderung stellte diese Zeit besonders auch für die Eltern dar.“ Eltern waren gezwungen, den Spagat zwischen Homeschooling, Kinderbetreuung, Home-Office und Hausarbeit zu bewältigen. Homeschooling hat den Eltern zweifellos viel abverlangt. Am Ende sind sich bei einem Statement alle – Pädagogin, Kinder und Mutter – einig: „Es war für uns alle eine irrsinnige Lernphase und ein riesiger Lernprozess.“
 
„Irrsinnige Lernphase“
Lena und Julian Zangerl besuchen seit 18. Mai wieder „ihre“ Schule. Der Mund-Nasen-Schutz ist ein Utensil, an das auch im Schulalltag nicht vergessen werden darf. RS-Foto: Zangerl
„Irrsinnige Lernphase“
NMS-Dir. Eva Neumann: „Wir können vieles in den Regelunterricht einbauen.“ RS-Foto: Zangerl
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