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Landeck | Chronik | 10. August 2021 | Lia Buchner

Programmieren statt Freibad

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Moritz (10) aus Perjen und Josef (11) aus Ischgl programmieren „SpaceRace“, ihr erstes Computerspiel. RS-Foto: Buchner
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„Coding4Kids“ organisiert Programmier-Sommercamps für Kinder in Landeck

Eine Woche lang lernten Kinder im Ferien-Sommercamp „Coding4Kids“ programmieren. Was wie Nachsitzen mitten in den Ferien klingt, machte allen enormen Spaß. Die Ergebnisse der 10- bis 14-Jährigen Programmier-Einsteiger können sich sehen lassen.
Von Lia Buchner

Josef und Moritz sitzen konzentriert über ihrer Tastatur und beratschlagen ein Problem bei der Programmierung des Computerspiels „SpaceRace“. Vor ihnen liegt ein Häufchen Zuckerlpapier, denn sie sind Kinder: Josef aus Ischgl ist elf und Moritz aus Perjen zehn. Sie sind seit einer Woche täglich hier in der Wirtschaftskammer Landeck beim Sommerworkshop „Coding4Kids“ und sie lieben es. „SpaceRace“ haben sie sich selbst ausgedacht und geschrieben wird es in der Programmiersprache „Scratch“, die das renommierte „Massachusetts Institute of Technology“ (MIT) gezielt für Kinder entwickelt hat. „Es funktioniert ein bisschen wie Lego, aber die Logik des Programmierens muss natürlich stimmen“, erzählt Mario Eckmaier vom Verein „Coding4Kids“, der das Sommercamp nun schon im vierten Jahr gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Tirol betreibt. „Dadurch lernen die Kinder die Grundgesetze der Logik von Programmiersprachen kennen, sie verstehen Verknüpfungen und Schleifen und werden ganz spielerisch von Konsumenten der Digitalisierung zu Produzenten.“ 

LANGE AUSGEBUCHT. Die Kurse sind kostenlos und daher sehr gut durchmischt, „wir hatten schon Riesentalente dabei, die einen kostenpflichtigen Kurs nicht hätten besuchen können“, erzählt Eckmaier. „Auch für die vielen Mädchen hier ist es die erste Gelegenheit, sich am Digitalisierungsthema auszuprobieren. Viele entdecken, dass ihnen das richtig Spaß macht.“ Die Sommercamps sind lange im Vorfeld ausgebucht, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. „Wir überlegen schon, ob wir auch unterjährige Kurse anbieten können“, schildert Otmar Ladner von der Wirtschaftskammer Bezirksstelle Landeck, „eine Erweiterung des Platzangebots für die Sommercamps wäre beispielsweise im Stadtsaal denkbar, den könnten wir mit Notebooks ausstatten.“ 

CHANCE FÜR DEN BEZIRK. Beide sind sich einig, dass eine Investition in qualifizierte IT-Arbeitskräfte für den Bezirk eine große Chance ist. „Wir haben im Bezirk eine phantastische Lebensqualität, hochwertige IT-Arbeitsplätze können hier angesiedelt werden und die Welt erobern. Der Breitbandausbau ist ja weit fortgeschritten“, so Ladner. „Intelligenz und Digitalisierung brauchen keine Gewerbegründe, die bei uns rein geografisch limitiert sind, und entschärfen auch die Abhängigkeit vom Tourismus im Bezirk.“ Der Ausbildungsweg zum Softwareprogrammierer führt oft über eine höhere Schuldbildung, aber auch über eine IT-Lehre. Die HAK Imst ist Kooperationspartner von „Coding4Kids“ und stellt mit ihren Absolventen einige der ehrenamtlich arbeitenden Trainer des Sommercamps. Mehr als 40 Trainer sind landesweit für die Kurse im Einsatz, „viele von ihnen sind selbst IT-Unternehmer oder IT-Lehrer. Und die meisten sagen: ‚Hätte ich in meiner Jugend so etwas gehabt, hätte ich mein Talent viel früher entdeckt‘“, erzählt Eckmaier. 

KEINE NOTEN. Ziel des Sommercamps ist nach einer Woche Arbeit das Programmier-Ergebnis vor Eltern, Kollegen und Freunden zu präsentieren, ohne Noten, ohne Stress. „Viele der Eltern sind ausgesprochen beeindruckt von den Projekten: ‚Jetzt versteh ich endlich, was ihr hier die ganze Woche gemacht habt‘,“ lacht Mario Eckmaier. Aufbauend auf den Anfänger-Workshops gibt es dann einen Fortgeschrittenen-Kurs. Ob Josef und Moritz nächsten Sommer wieder dabei sein wollen? „Sicher.“
Programmieren statt Freibad
Mario Eckmaier vom Verein „Coding4Kids“ und Otmar Ladner, WK-Bezirksstellenleiter Landeck, sind sich sicher: „Digitalisierung ist Chance für den Bezirk“ (v.l.) RS-Foto: Buchner
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So geht „SpaceRace“: Raketen schießen Meteore ab (Programmieroberfläche „Scratch“) RS-Foto: Buchner
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