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Landeck | Politik | 22. November 2022 | Von Herbert Tiefenbacher

„Bahn frei“ für Realisierung

„Bahn frei“ für Realisierung
Verbandsobmann Bgm. Alexander Jäger (r.) und sein Stellvertreter Bgm. Bernhard Achenrainer (l.) mit den neuen Pächtern Georg Venier sen. und Georg Venier jun. (v.l.) RS-Foto: Tiefenbacher
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Landeck  Von Herbert Tiefenbacher
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Schlachthof Fließ
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Neuer Schlachthof Fließ soll bis Herbst 2023 fertiggestellt sein

Der Schlachthof Fließ ist wieder in Betrieb. Die Metzgermeister Georg Venier senior (47) und junior (25) aus Tarrenz sind die neuen Pächter. Das Ausbauprojekt ist auf Schiene – bis Herbst 2023 soll das Vorhaben fertiggestellt sein.
Von Herbert Tiefenbacher

Seit Herbst 2020 wird darüber diskutiert, verhandelt und immer wieder werden entsprechende Beschlüsse gefasst – jetzt wird die Initiative der Modellregion Landeck und der Gemeinde Fließ zur Realität. Die weitere Finanzierung, die Verträge mit den neuen Pächtern und die erforderlichen endgültigen Beschlüsse sind unter Dach und Fach. Jetzt heißt es „Bahn frei“ für die Realisierung des gemeindeübergreifenden Schlachthofprojektes in Fließ/Alter Zoll.

FREUT SICH. Alt-Bgm. und Mitinitiator Hans-Peter Bock zeigte sich zufrieden: „Ich freue mich sehr, dass dieses wichtige Projekt jetzt umgesetzt werden kann.“ Sein Antrieb, Aktivitäten zur Projektrealisierung zu leisten, hat mehrfache Gründe: Einerseits kann ein zentral gelegener Schlachthof durch das Ersparen von kostspieligen und zeitaufwendigen Transportwegen für Kleinbauern ein Anreiz sein, ihren Betrieb weiter zu führen und damit werde ein kleiner Beitrag zum Erhalt der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und gleichzeitig zur Pflege der Kulturlandschaft geleistet. Andererseits könne dadurch mehr Regionales auf die Teller von Einheimischen und Gästen gebracht werden. Und hier können sich neue Chancen für Kooperationen zwischen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und dem Tourismus auftun, die man nutzen sollte, weil bei dieser Vernetzung die ganze Region davon profitiert.

ENDGÜLTIG GRÜNES LICHT. Endgültig grünes Licht für die Fortsetzung des Schlachthofprojektes in Fließ gab die Vollversammlung des „Gemeindeverbandes Schlachthof Fließ“ Anfang Oktober dieses Jahres. Sie fasste die hierfür notwendigen Beschlüsse. Konkret ging es um die ausständige Frage der Finanzierung und den Abschluss eines Pachtvertrages mit den neuen Pächtern. Wie berichtet musste der Um- und Zubau wegen der Preissteigerung neu kalkuliert werden. Im Sommer wurden Mehrkosten in Höhe von rund einer Million Euro geschätzt, jetzt betragen die Kosten 3,426 Millionen Euro. Hierzu wurde eine Lösungsvariante vorbereitet und vorgeschlagen: die Mehrkosten sollen demnach mit einer Aufstockung der bereits vom Gemeindeverband genehmigten Kreditsumme von 926.000 Euro um weitere 500.000 Euro und mit weiteren 600.000 Euro aus dem Gemeindeausgleichsfonds (GAF) des Landes Tirol abgedeckt werden. „An dieser Stelle möchte ich dem Land Tirol für die Aufstockung der GAF-Förderung auf 1,2 Millionen Euro danken. Somit ist der Schlachthof-ausbau vollständig ausfinanziert“, erklärte Jäger.

OFFENE FRAGEN GEKLÄRT. Des Weiteren hatte die Vollversammlung einen von Verbandsobmann Jäger ausverhandelten Pachtvertrag mit den Ersatzpächtern, den Metzgermeistern Georg Venier senior und junior, zu genehmigen. Vater Georg Venier ist seit 1998 in diesem Geschäft. Die Veniers betreiben auch das Schlachthaus in Tarrenz und verkaufen ihre Produkte im FMZ Imst. „Für uns ist die Zusammenarbeit mit den Bauern also nichts Neues“, betonte Venier senior. „Der Vertrag mit den Veniers läuft auf unbestimmte Zeit, damit sie längerfristige Planungssicherheit haben. Diese brauchen sie auch und uns hätte nicht besseres passieren können“, erklärte Jäger. In einem Nachsatz sagte er, dass die Akzeptanz des Schlachthofprojektes in Fließ bei den Mitgliedsgemeinden bei der Vollversammlung in einer positiven Stimmung sichtbar geworden sei. Es hätten dort außerdem auch die noch offenen Fragen geklärt werden können. Wie berichtet waren die 16 Mitgliedsgemeinden nicht ganz vollzählig anwesend. Es fehlte unter anderem die Gemeinde Zams, die im Vorfeld eine sehr kritische Position einnahm. Letztlich musste die neue Gemeindeführung zur Kenntnis nehmen, dass die Gemeinde Zams aus dem Gemeindeverband nicht mehr hinauskommt, da es für einen Ausstieg die Zustimmung aller anderen fünfzehn Gemeinden bräuchte.

ERÖFFNUNG. Läuft alles nach Plan, starten die Bauarbeiten Ende Jänner bzw. Anfang Februar 2023. Ziel ist es den neuen Schlachthof im September bzw. Oktober nächsten Jahres eröffnen zu können. Derzeit laufen die Vorbereitungsarbeiten. Der Altbestand des Schlachthauses wurde saniert und ist wieder bis in den April hinein trotz der Bauarbeiten in Betrieb. „Danach gibt es die Möglichkeit, in Tarrenz zu schlachten“, teilte Verbandsobmann Bgm. Jäger mit. Übrigens: Westlich des Altbestandes wird ein Zubau mit Stall, Schlachtraum und neuen Kühlboxen errichtet. Dieser Zubau und der Altbestand werden zu einer lückenlos geschlossenen Schlachtungs- und Verarbeitungskette – vom Ort der Anlieferung der Schlachttiere über die Schlachtung und Zerlegung bis zur Verpackung – ausgebaut. Das gesamte Innenleben wird modern und zeitgemäß sein.
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