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Landeck | Sport | 26. Oktober 2020 | Von Albert Unterpirker

„Es war Papa wohl zu gefährlich“

„Es war Papa wohl zu gefährlich“<br />
Hannes Landerer will noch hoch hinaus. Sein Trainer in Stams ist Daniel Lackner, sein ÖSV-Trainer ist Thomas Thurnbichler. RS-Foto: Unterpirker
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Hannes Landerer – Skispringer-Talent aus Zams

Wenn Hannes Landerer nicht gerade die Schulbank der 4. Klasse des Ski-Gymnasiums Stams drückt, springt er zum Beispiel von der Bergisel-Schanze in Innsbruck herunter. Der 18-Jährige, der danach in den Heeressport eintreten möchte, ist ein Skisprung-Talent aus Zams – eines, dem wohl die Zukunft gehört.
Von Albert Unterpirker

Hannes Landerer ist ein lockerer Typ. Mit viel Ruhe und freundlicher Aufmerksamkeit sitzt er beim RUNDSCHAU-Gespräch gegenüber und erzählt über seinen Werdegang – der nicht immer einfach und schmerzfrei war. Wie im vorigen Jahr, als ihn auf der Bergisel-Schanze ein unangenehmer Sturz ereilte. Da brauchte er erstmal geraume Zeit, um sich davon – auch kopfmäßig – zu erholen. Das Video, das er herzeigt, und das den Sturz, der schon in der Luft seinen Ausgang nahm, aufgenommen hat, ist nichts für schwache Nerven. Am liebs-ten würde man diese Bilder gleich wieder aus dem Gedächtnis streichen. Aber da gibt es ja noch positive Dinge, und diese überwiegen bei weitem. „Letztes Jahr war eine schwierige Saison“, nickt Hannes, aber jetzt gehe es seit längerer Zeit wieder aufwärts. „Momentan habe ich Mittrainierer-Status beim ÖSV (Österreichischer Skiverband, Anm.)“, erzählt der Zammer. „Ich fahre zwar jedes Trainingslager mit, muss aber für alles selbst aufkommen.“ Davor war er zwei Jahre lang im ÖSV-C-Kader. Sein Verein ist der SV Innsbruck-Bergisel, wo u.a. Schlierenzauer und Fettner Mitglied sind. Vor Kurzem gab es einen Wettkampf, ein Mattenspringen, in Stams, wo diese Kapazunder auch am Start waren. Landerer trat nicht in der Allgemeinen Klasse an, sondern bei den Junioren, und belegte zweimal den starken fünften Platz. Manche seiner Kontrahenten waren schon Weltcup-erfahren.

DICHTE. „Ich bin mit diesem Wochenende sehr zufrieden“, resümiert das Springer-Talent aus dem Bezirk. Die Dichte in seinem Jahrgang (2002) ist besonders hoch. Verschwindend gering ist indessen der Anteil bei Nachwuchs-Springern aus dem Tiroler Oberland. Skispringen ist nichts für Weicheier, denn es ist eine gehörige Portion Mut vonnöten, wenn man oben am Schanzentisch steht. Man rufe sich die TV-Bilder vor das geistige Auge. Zudem braucht es freilich jede Menge Training, Koordination, Athletik – und Technik. Auch dieser Sommer sei schwierig gewesen, wurde doch viel (nach-)justiert. Was zum Beispiel? „Etwa eine Umstellung beim Absprung, dass ich den Oberkörper mehr mitnehm’“, erläutert Hannes und fügt an: „Aber dadurch hab’ ich dann am Vorbau zu viel Gas gegeben.“ Aufgrund dessen versaute er sich quasi die Flugphase. Alles nicht so einfach. Zu diesen Unwägbarkeiten gesellte sich ein veritables Formtief. Mittlerweile hat er sich aber am eigenen Schopf aus dieser sportlichen Krise weitestgehend herausgezogen. Zeit, sich zu festigen, hat er etwas. Denn nach Trainingslagern wie in Predazzo (I) oder einem Eisspur-Kurs am Bergisel gibt es (coronabedingt) voraussichtlich erst im Dezember wieder (internationale) Wettkämpfe. Da rinnt also noch viel Wasser den Inn hinunter.

GUTER WEG. Wenn man Hannes zu seinen sportlichen Anfängen befragt, muss er schmunzeln. „Ich habe bis sieben Jahre warten müssen, bis ich mit dem Springen beginnen durfte – vorher wollte es Papa nicht – es war ihm wohl zu gefährlich“, sagt der Youngster. Über den Landescup ging es später in den TSV-Kader, anschließend sprang er Austria Cup (Schüler). Im Jahr 2016 rückte er in Stams ein. „Da taugt es mir sehr gut. Jeder hat das gleiche Ziel: Erfolgreich in seiner Sportart zu werden.“ Sein Dank gilt dem Schuhhaus Ladner und Florian Krismer (Freeyourmind) in Zams. Übrigens: Sein Vater Gernot, der in Zams eine Physiotherapie betreibt, war Physiotherapeut bei den ÖSV-Skispringern, dann bei den tschechischen Springern und zudem bei den österreichischen Kombinierern. Gernot Landerer freut sich jedenfalls: „Wenn ich sehe, wie gut er sich entwickelt – da lebt man nochmal anders mit – Hannes ist auf einem sehr guten Weg!“
 
„Es war Papa wohl zu gefährlich“<br />
Wenn er so nach Zams heimfliegen könnte – Hannes würde es wohl tun. Foto: Jürgen Feichter
„Es war Papa wohl zu gefährlich“<br />
Abwechslung gehört dazu: Hannes matcht sich mit seinem Vater Gernot im elterlichen Haus in Zams beim Tischfußball. RS-Foto: Unterpirker
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