Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Landeck | Wirtschaft | 1. Juni 2020 | 11:30 | Daniel Haueis

Überraschung im Gemeinderat

Überraschung im Gemeinderat
Es gibt eine erneute Diskussion um die Venet Bergbahnen. RS-Foto: Tiefenbacher
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Zams: FP-GV Venier fordert Einsparungen am „Venet“

Es gibt eine erneute Diskussion über die Venet Bergbahnen. Anlass dazu ist das Jahresergebnis 2019/20, das nach Aussage von FPÖ-GV Mathias Venier schlecht ausgefallen ist.
Von Herbert Tiefenbacher

Die Venet Bergbahnen standen zuletzt im Sommer 2018 im Mittelpunkt einer kontroversen Diskussion. Damals ging es um das 2,46-Millionen-Euro-Investitionspaket, das die Hauptaktionäre, die Gemeinden Landeck und Zams, zu beschließen hatten. Enthalten waren die Großprojekte wie die RollBob-Bahn (1,4 Mio. Euro) und das Observatorium (150.000 Euro), die bereits umgesetzt sind. Mit diesen Investitionen wird das Ziel verfolgt, die Frequenz zu steigern. Jetzt sorgt das Jahresergebnis 2019/20 des Seilbahnunternehmens für Diskussionen. FPÖ-GV Mathias Venier ließ am Montag vergangener Woche im Zammer Gemeinderat aufhorchen – er kritisierte die bei der Informationsveranstaltung für den Landecker und Zammer Gemeinderat präsentieren groben Zahlen des letzten Betriebsjahrs. „Es schaut dramatischer aus als jemals zuvor“, so Venier. Ihm stieß vor allem die Begründung sauer auf: Es werde das schlechte Ergebnis auf die Corona-Maßnahmen zurückgeführt. „Das Gegenteil ist der Fall. In diesen zwei, drei Wochen hätte man kaum Einnahmen erzielt, weil kaum Gäste da gewesen wären, aber es wären die vollen Betriebsausgaben angefallen. Dadurch hat man sich wohl einiges Geld erspart“, argumentierte Venier. Er sei nicht der Einzige gewesen, der ein Umdenken gefordert habe: Weiter investieren sei der falsche Weg. Venier: „Man muss das Ganze mit radikalen Einsparungen wie z. B. durch Schließung von Anlagen oder Änderungen bei den Öffnungszeiten etc. zurückfahren, um aus diesem Fiasko herauszukommen.“

KONZEPT WIRD OPTIMIERT. Mit Veniers Kritik konfrontiert, meinte der Venet-Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Hittler (nach dem Rücktritt von Bgm. Wolfgang Jörg in Landeck derzeit auch Stadtchef): „Das kommentiere ich nicht.“ Auf Nachfrage der RUNDSCHAU „Ist das Jahresergebnis 2019/2020 wirklich so schlecht ausgefallen?“ antwortete Hittler: „Schlecht ist relativ.“ Dem fügte er noch eine Information zum weiteren Vorgehen hinzu: „Wir sind dabei, das Konzept zu optimieren. Erarbeitet wird eine Auswahl von zwei Optionen: Bei der einen ist der Fokus auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet, bei der anderen auf möglichst hohe Wunscherfüllung.“ Hittler sieht die Investitionen in den „Venet“ positiv. „Diese werden niemals einen Cash abwerfen. Aber durch diese Investitionen wird der Berg, der eine Bereicherung für die einheimische Bevölkerung ist, attraktiver gemacht. Und das kostet eben etwas. Das ist so.“ Ein Problem bei der Konzeptüberarbeitung sei, so Hittler, die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf den Sommertourismus: „Es lässt sich nur schwer abschätzen, wie sich die nächsten Monate entwickeln, wie viele Gäste kommen oder wie es mit der Bettenauslastung in der Gipfelhütte ist.“

WICHTIGE INFRASTRUKTUR. Bgm. Siegmund Geiger (Zams) sieht den „Venet“ nicht nur als rein touristisches Angebot, sondern vor allem als Erholungs-, Freizeit- und Sportinfrastruktur für die lokale Bevölkerung. Jetzt müsse man sich mit der Frage auseinandersetzen, wie man weiter vorgeht und was man will. „Wenn man will, dass die Infrastruktur erhalten bleibt, muss man weiteres Geld hineinstecken“, so Geiger. Ein Grund dafür ist, dass die Konzessionen für die bestehende Pendelbahn und für den Südlift in den nächsten Jahren auslaufen und verlängert werden müssen. Und diesbezüglich müsse man sich schon einige Zeit davor Gedanken über die Finanzierung machen. „Aber man muss sich zudem auch mit den Corona-Auswirkungen auf die Venet Bergbahnen auseinandersetzen. Die machen die Situation nicht einfacher“, sagte Bgm. Geiger.

WEITERE STELLUNGNAHMEN. SPÖ-GR Manfred Jenewein (Landeck) meinte gegenüber der RUNDSCHAU: „Dass das Jahresergebnis 2019/20 so schlecht ist, war eine ernüchternde Nachricht.“ Man habe seitens des Seilbahnunternehmens zwar erklärt, dass es nur vorläufige Zahlen zum Jahresabschluss seien, denn man wisse noch nicht genau, wie viel Geld es aus den Corona-Finanztöpfen (Kurzarbeit, Entschädigung für entgangene Umsätze) gebe. „Aber so viel Geld kann es nicht geben, dass es ein gutes Jahr wird“, sagte Jenewein. SPÖ-GV Herbert Frank (Zams) wollte dazu noch nichts sagen. Er will noch die nächste Informationsveranstaltung für Gemeinderäte am 19. Juni abwarten. „Bis dahin werden alle Informationen, Konzept-Varianten und Zahlen vorliegen. Dann wissen wir mehr“, sagte Frank.
 
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