„Man muss Menschen mögen“

Pfarrer Baumgartner hat vor, sein Leben auch weiterhin in den Dienst der Menschen zu stellen. RS-Fotos: Winkler

80. Geburtstag von Pfarrer Karl Heinz Baumgartner und feierliche Einweihung der Mutter Anna Dengel-Statue in Steeg

Am vergangenen Samstag feierte Hochwürden Karl Heinz Baumgartner seinen 80. Geburtstag. Seinen Ehrentag beging der Pfarrer mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche in Steeg.

Von Magdalena Winkler

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Pfarrkirche St. Oswald in Steeg am vergangenen Samstagabend. Die Gemeindebürger aus Steeg, Hägerau und Kaisers sowie die Schützenkompanie und die Musikkappelle waren dem Geburtstagswunsch des Pfarrers Karl Heinz Baumgartner nach einer „vollen Kirche“ gefolgt.

IM DIENSTE DER MENSCHEN.

Karl Heinz Baumgartner, 1939 in Landeck geboren, kam 1975 als Pfarrer nach Steeg. Neben seiner Tätigkeit als Seelsorger in Steeg, Kaisers und Hägerau unterrichtete er auch viele Jahre als Religionslehrer an der hiesigen Volksschule. Sein Wirken war stets geprägt von seinem beherzten Engagement für sämtliche Belange der Menschen. Dafür wurde dem verdienten Pfarrer im Rahmen des Festgottesdienstes gedankt. Die Schülerinnen und Schüler der Volksschule gaben für „inseren Pfårrer“ ein Geburtstagsständchen zum Besten. Die Musikkapellen Steeg und Hägerau sorgten für die musikalische Umrahmung des Festgottesdienstes. Ihren Dank für die jahrelange Arbeit Baumgartners übermittelten auch Vertreterinnen und Vertreter von Pfarrgemeinde- und Kirchenrat sowie Bürgermeister Günther Walch. Neben einem Sack „Eardepfla“, die für Baumgartner bei einer ordentlichen Mahlzeit nicht fehlen dürfen, erhielt der Pfarrer einen Platz gegenüber der Kirche. Dieser wurde im Anschluss an den Gottesdienst, begleitet von einer Ehrensalve der Schützenkompanie, von Dekan Franz Neuner eingeweiht.
Neuner erinnerte sich in seiner Geburtstagsansprache an die „vier Ms“, die für die Arbeit als Seelsorger als Grundsatz gelten. „Man muss Menschen mögen“, so der Dekan, „und du lieber Karl Heinz bist einer, auf den das vollends zutrifft.“

IM GEISTE ANNA DENGELS.
Die Mutter Anna Dengel-Statue auf dem Steeger Gemeindeplatz.

Die Liebe zum Menschen ist es wohl auch, die Pfarrer Baumgartner mit der gebürtigen Steegerin Anna Dengel verbindet. Dengel verließ Tirol, um 1914 ein Medizinstudium in Cork/Irland aufzunehmen. Als promovierte Chirurgin gründete sie 1925 den Orden der Missionsärztlichen Schwestern in Washington, der bis heute weltweit vorrangig medizinisch tätig ist. Dabei setzte sie sich auch für die Gründung einer Vielzahl von Spitälern, Ausbildungszentren vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika ein. Dengel, die für ihr Lebenswerk zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhielt, verstarb 1980. Mit einer Holzstatue auf dem Gemeindeplatz wird des „Kinds von Steeg“, wie es in einem Gedicht von Gebhard Wildanger heißt, nun gedacht. Pfarrer Baumgartner weihte die lebensgroße Holzstatue, gefertigt von der Steeger Holzschnitzerei Lorenz im Anschluss an den Festgottesdienst ein. Dabei gedachte er Dengels Einsatz im Dienste der Menschen. Diesen will auch Pfarrer Baumgartner „mindestens noch 13 Jahre lang“ fortführen, wie er schmunzelnd bemerkt.

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