Maximilian I. Ein Kaiser in aller Munde

Dr. Richard Lipp erzählt von der Verbundenheit Maximilian I. mit dem Außerfern. RS-Fotos: Kofelenz 

Gelungener Vortrag des Museumsvereins des Bezirkes Reutte über den großen Landesfürsten

„Der letzte Ritter und der erste Kanonier“, diesen Spruch in Bezug auf unseren Landesfürsten kennt fast jeder aus seiner Schulzeit. Doch, wie sieht es mit dem Wissen über das Wirken Kaiser Maximilian I. im Außerfern aus? Diesbezüglich holten sich, in der letzten Woche, zahlreiche Interessierte Informationen von Dr. Richard Lipp.

Von Sonja Kofelenz

Der Historiker Dr. Lipp betonte zu Beginn in seinem Vortrag, dass es Maximilian I. gelungen ist, sich bereits zu Lebzeiten ein Andenken zu schaffen. Noch nach über 500 Jahren ist er in aller Munde und wird in seinem Jubeljahr mit verschiedensten Veranstaltungen und Publikationen gewürdigt.

Eine persönliche Widmung des Autors war bei den zahlreichen Besuchern begehrt.

In Anlehnung an sein neues Werk „Maximilian I. – König, Landesfürst und Kaiser“ berichtete Lipp, detailliert ausgeführt, über die Verbundenheit des Kaisers mit dem Außerfern. Verschiedene Schenkungen und Stiftungen sind auf ihn zurückzuführen, u.a. das Recht der freien Bürgeraufnahme in Reutte. Besonders wichtig war auch die Rolle von Ehrenberg in Maximilians Leben; einige seiner Ausbaupläne sind jedoch, aus chronischen Geldnöten, so Dr. Lipp, nie ausgeführt worden.

Jagen und Fischen.

Sicher allen bekannt ist des Landesfürsten Liebe zur Jagd und Fischerei. Hier geht der Vortragende intensiv auf die rund 40 Jagdgebiete und 18 Fischereigewässer ein. Zur Zeit Maximilians wurde genau erfasst, wie viel Wild sich in den Wäldern und wie viele Fische und Fischarten sich dort tummelten. Ein besonders Detail am Rande: Die Lage der Gewässer war ausschlaggebend für den Transport der gefangenen und lebenden Forellen zu den Tafeln der Fürstenhöfe in Augsburg und Innsbruck – innerhalb von zwei Tagen konnte der Hofstaat mit frischen Fischen beliefert werden.

Die Post ist da!

Das Postwesen zu dieser Zeit wurde ebenfalls von Maximilian I. optimiert. Er richtete Postrouten ein, die über die Ehrenberger Klause führten. Bemerkenswert war die Zustellungszeit: Man höre und staune! Ein Brief von Innsbruck in die Niederlande dauerte nur zwei Tage. Dies gelang jedoch nur mittels Postreiter, die sehr oft die Pferde wechselten.
Dr. Lipp bereitete seinen Vortrag mit viel Bildmaterial anschaulich auf. Neben weiteren Themen ging er noch auf sichtbare Beweise der Anwesenheit des großen Landesfürsten in unserem Bezirk ein (Gedenktafeln, Gemälde) und spannte den Bogen zur heutigen Zeit. Das Vermächtnis des Kaisers Maximilian I. ist nicht vergessen und wird in unserer heutigen Tradition (Ritterspiele, Landsknechte) weitertransportiert.