Mit Blick auf Europa

Werben um Wählerstimmen bei den kommenden Europawahlen: VP-Klubobmann Jakob Wolf, die Tiroler Kandidatin Barbara Thaler, Reutte-Bezirksparteiobfrau Sonja Ledl-Rossmann und der Landecker Bezirksparteiobmann Toni Mattle (v.l.) RS-Foto: Matt

Tiroler Volkspartei stellt Kandidatin zur EU-Wahl vor

Rund 400 Termine möchte Barbara Thaler in den kommenden Wochen abhaken, ehe es dann am 26. Mai für die Tiroler Kandidatin der Volkspartei für die nahenden Europawahl um den Einzug ins EU-Parlament geht. Ein Schauplatz war dabei vergangene Woche die „Trofana“-Raststätte nahe Mils bei Imst, wo Oberländer Volkspartei-Spitzen ihre Unterstützung erklärten.

Von Manuel Matt

Seit 1995 ist Österreich ein Teil der Europäischen Union. Zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt war Barbara Thaler, die sich noch gut daran erinnere, wie es damals war in ihrem Heimatort Thiersee nahe Kufstein, als sich der deutsche Grenzbalken erstmals ohne Passkontrollen öffnete. Mittlerweile wird an eben jener Grenze wieder kontrolliert, der Flüchtlinge wegen. Reine Kosmetik, meint Thaler, die ein rasches Ende zur Schengen-Realität mit funktionierenden Außengrenzen fordert. Trotz ihrer Schwächen sei die Union aber immer noch ein Gewinn für Österreich und Tirol. Deshalb gelte, Europa nicht den Zerstörern zu überlassen, sondern es besser zu machen, erklärt die 37-Jährige Firmeninhaberin die Motivation für ihre Kandidatur. Besonders einsetzen möchte sich die momentane Vizepräsidentin der Tiroler Wirtschaftskammer dabei in den Bereichen Verkehr, Standortgerechtigkeit samt EU-weiter Digitalsteuer und verstärkter Förderung bäuerlicher Betriebe.

Vertretung Gewünscht

Mit Platz acht auf der Bundesliste der Volkspartei (VP) sei Barbara Thaler die einzige Tiroler Kandidatin, die eine echte Chance auf einen Einzug ins europäische Parlament habe, ließ übrigens gleich zu Beginn der Volkspartei-Klubobmann Jakob Wolf keinen Zweifel daran, wo zumindest sein Kreuzerl am 26. Mai stehen wird. Eine Tirolerin in Brüssel und Straßburg sei entscheidend, stimmt auch Sonja Ledl-Rossmann zu, Präsidentin des Tiroler Landtags und VP-Bezirks-parteiobfrau in Reutte: „Wir wollen einen Ansprechpartner und kurze Wege.“ Sichtlich gerne erinnert sich derweil Landtagsvizepräsident und Landecker VP-Bezirksparteiobmann Toni Mattle an die Ära von Richard Seeber als EU-Parlamentarier zurück und freut sich auf ein mögliches Enden dieser „Zeit der Abstinenz“.

Herkunft als Trumpf

Der Listenplatz sei eigentlich zweitrangig, verrät Thaler. Denn auch bei der EU-Wahl setzt die Volkspartei auf das System der Vorzugsstimmen. Mit der Unterstützung der Tiroler, den Bewohnern des fünftgrößten Bundeslandes Österreichs, sollte ein Erfolg jedenfalls möglich sein, hofft Thaler. Unternehmerin möchte sie jedenfalls bleiben, so die VP-Kandidatin, auch bei einem Einzug ins Europäische Parlament. Ob sie auch Vizepräsidentin der Tiroler Wirtschaftskammer bleibe, sei aber derweil noch offen. Für das Fällen dieser Entscheidung war bisher noch keine Zeit, verrät Thaler und verabschiedet sich. Immerhin wartet zu Wahlkampfzeiten stets der nächste Termin.