„Mit Vernunft und Hausverstand“

Noch sitzt der Bürgermeister mit seinen Mitarbeitern und die Gemeinderäte bei den Sitzungen in diesem Gemeindeamt. RS-Foto: Heiss

Im RUNDSCHAU-Gespräch: Imsterbergs Bürgermeister Alois Thurner

Einiges hat sich in der beschaulichen Gemeinde Imsterberg im letzten Jahr getan und auch in Zukunft sollen weitere Großprojekte in Angriff genommen werden. Seit 1992 fungiert Alois Thurner nun bereits als Dorfchef – bald möchte sich der 65-Jährige aber, sowohl in seinem Hauptberuf als auch auf Gemeindeebene, in den verdienten Ruhestand zurückziehen.

Von Barbara Heiss

Nur rund 800 Einwohner zählt die Gemeinde Imsterberg – ein kleiner Ort, der aber dennoch wie jede Gemeindemit Herausforderungen und Problemen zu kämpfen hat. Alois Thurner lenkt die Geschicke in Imsterberg gemeinsam mit seiner Gemeinderatsliste (sechs Mandate), der unabhängigen Liste Imsterberg (vier Mandate) und der Liste „Für Imsterberg – Für Tirol“ (ein Mandat).

Unkomplizierte Zusammenarbeit

„Ich darf mit Stolz sagen, dass in unserem Gemeinderat mit allen Gemeinderäten eine super Zusammenarbeit stattfindet. Wir können sogar behaupten, dass beinahe alle Beschlüsse einstimmig beschlossen werden können, da wir eine gute Diskussionsbasis untereinander haben“, freut sich der Bürgermeister. Für Thurner ist es vor allem wichtig, dass an Dinge, die auf Gemeindeebene und im Dorf passieren, mit „Vernunft und Hausverstand“ herangegangen wird. „Natürlich kann man es nicht immer jedem recht machen. Das ist in jeder Gemeinde so. Ich glaube aber schon, dass die Bevölkerung in Imsterberg ausreichend informiert wird und genügend Einblicke in die laufenden Projekte hat“, so der Dorfchef. Auch mit dem umliegenden Gemeinden sei ein reger und unkomplizierter Austausch möglich, erklärt Alois Thurner: „Schon alleine aus Vernunfts- und Budgetgründen ist eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden, vor allem für eine so kleine Gemeinde wie Imsterberg, besonders wichtig.“ Imsterberg ist bei vielen Gemeindeverbänden im Austausch mit den umliegenden Orten wie Imst oder Mils. Dazu gehören unter anderem der Abwasser-, Abfall-, Schul- oder Krankenhausverband. Solche Dinge könne eine kleine Gemeinde nicht alleine stemmen.

Bürgermeister Alois Thurner freut sich, im nächsten Jahr in seinem Hauptberuf bei der „Tirol Werbung“ in den verdienten Ruhestand gehen zu können. RS-Foto: Heiss
Großprojekte

Im vergangenen Jahr haben vor allem zwei größere Vorhaben die Verantwortlichen in der Gemeinde beschäftigt. Zum einen zählte dazu der Neubau der Venet-Alm, bei der Bürgermeister Thurner auch als Substanzverwalter fungiert. Hier wurde seit September 2017 an einer Sanierung gearbeitet, die im Juni 2018 planmäßig fertiggestellt und mit knapp 1,4 Millionen Euro budgetiert werden konnte. Auch der Anschluss an die Wasserversorgungsanlagen in Imsterau, im Zuge dessen auch das Breitbandnetz für Imsterberg ausgebaut wurde, gehörten seit drei Jahren zu den größeren Baustellen in der Gemeinde – auch diese konnte im Jahr 2018 fertiggestellt werden. Am Donnerstag, dem 25. April, findet dazu um 19 Uhr eine Informationsveranstaltung im Gemeindesaal statt, bei der die Bevölkerung über den möglichen Hausanschluss mit Breitbandinternet und den dazugehörigen Förderungen informiert wird. Im nächsten Jahr soll der Schwerpunkt nun auf den Straßenausbau gelegt und große Asphaltierungsarbeiten durchgeführt werden. Insgesamt sollen dafür 350.000 Euro investiert werden. Ein weiteres Großprojekt soll der Neubau des alten Volksschulhauses werden. Da die Volksschüler bereits in einem neuen, modernen Gebäude untergebracht wurden, soll das alte Volksschulhaus als neues Gemeindehaus mit Wohnungen und einem Bereich für die örtliche Bankstelle erbaut werden. Das derzeitige Gemeindehaus soll dann komplett als Wohngebäude genutzt werden.

Bald sollen die Geschicke der Gemeinde aber in einem neuen Gebäude gelenkt werden, dem das alte Volksschulhaus demnächst weichen muss. RS-Foto: Heiss
Baldiger Abschied

„Ich werden bei den nächsten Wahlen mit Sicherheit nicht mehr antreten. Es war eine wundervolle Zeit, aber nach mittlerweile 27 Jahren ist es langsam genug,“ erklärt Alois Thurner. Nachdem er im nächsten Jahr auch seinen Hauptberuf bei „Tirol Werbung“ an den Nagel hängen wird, soll auch langsam nach einem Nachfolger als Dorfchef gesucht werden. „Ich habe schon ein paar Gespräche mit möglichen interessierten Nachfolgern geführt. Da steht aber prinzipiell noch nichts fest. Ein bisschen Zeit bleibt dafür ja noch“, so Bürgermeister Alois Thurner mit einem Augenzwinkern.

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