„Miteinander gefragt“

LA Benedikt Lentsch (l.) schlägt Gespräche auf Bezirksebene vor und stellt einen weiterführenden Landtagsantrag, Bgm. Wolfgang Jörg hat maßgebliche Institutionen zum „Informationsaustausch“ eingeladen. RS-Fotos: Haueis, Archiv

Initiativen für Stärkung der ärztlichen Versorgung in Landeck

 

Thema Ärztenachfolge: Bgm. Wolfgang Jörg hat maß-gebliche Stellen zu einem Informationsaustausch eingeladen, LA Benedikt Lentsch stellt einen Landtagsantrag, der zu einer Verbesserung führen soll.

 

Von Daniel Haueis

 

Bereits Anfang Jänner hat die RUNDSCHAU über die Ausschreibung dreier Kassenarztstellen in Landeck berichtet – zwei Allgemeinmediziner und ein Augenfacharzt sind gesucht. „Es wird sicher schwierig sein, diese Stellen nachzubesetzen“, musste Kammeramtsdirektor Dr. Günter Atzl von der Tiroler Ärztekammer feststellen. Bgm. Dr. Wolfgang Jörg hat im Juni 2019 und im Dezember nochmals Kontakt mit der Ärztekammer aufgenommen und andere Initiativen gesetzt – bislang ohne positives Ergebnis. Er sagt: „Die Leidtragenden sind die Patienten, die Bevölkerung und die anderen Ärzte. Es ist einfach Handlungsbedarf – die ärztliche Versorgung in Landeck, im Talkessel gerät aus allen Fugen. Ein Miteinander ist jetzt gefragt.“ Daher hat Jörg nun den Stadtrat über seine Pläne informiert: Das Stadtoberhaupt hat Vertreter von Ärztekammer und Krankenkasse sowie LR Dr. Bernhard Tilg zu einem Informationsaustausch im Februar eingeladen, an dem auch der Gemeinderat teilnehmen soll. Dabei soll geklärt werden, wie die weitere Vorgangsweise aussieht, um die medizinische Versorgung in Landeck sicherzustellen. Ein „Ärztegipfel“ könnte durchaus die Folge sein.

 

LANDTAGSANTRAG VON LA LENTSCH. LA Benedikt Lentsch, MA, aus Zams wiederum setzt eine Initiative für den gesamten Bezirk: Er hat einen Antrag an den Landtag formuliert, in dem die Landesregierung ersucht wird, mit der Österreichischen Gesundheitskasse Tirol Gespräche aufzunehmen, um die allgemeinmedizinische Versorgung im Bezirk zu verbessern und die drei bislang erfolglos ausgeschriebenen Stellen möglichst zu besetzen. Lentsch regt zudem ein Ärzte-Gipfelgespräch mit den Bürgermeistern des Bezirkes, Vertretern der ÖGK, der Ärztekammer und der Apothekerkammer an. Die Dorfchefs will Lentsch einbinden, weil’s positive Beispiele bereits gibt: „In Fließ zum Beispiel hat sich eine junge Ärztin aus Graz niedergelassen“, sagt Lentsch. SP-Landesparteivorsitzender Dr. Georg Dornauer nennt seine Heimat Sellrain: Dort werden einer Ärztin, die zweimal wöchentlich dort ordiniert, die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt. „Stellschrauben“ könnten zudem die Hausapotheken (gesetzlich flexiblere Lösung als derzeit) oder „Community Nurse“-Projekte (Pflegekräfte übernehmen Teilaufgaben von Medizinern) sein. Für Lentsch ist jedenfalls Feuer am Dach: Die Hälfte der Allgemeinmediziner in Tirol sei älter als 55 Jahre – in zehn Jahren ist also gut die Hälfte in Pension. „Da müssen wir was tun, sonst haben wir in zehn Jahren ein viel größeres Problem“, sagt Lentsch. Er spricht sich daher auch für die Schaffung von Ausbildungsplätzen für Allgemeinmediziner aus. Lentsch und Dornauer gehen davon aus, dass der Antrag in den Ausschuss kommt, im März-Landtag beschlossen wird und dann Maßnahmen gesetzt werden.