„Neue Wege für den Urlauberverkehr“

Regina Karlen, Bezirkssprecherin der Grünen, unterstützt die Forderung nach einem runden Tisch zur Fernpassproblematik. Foto: Grüne Bezirk Reutte

Grüne Bezirkssprecherin unterstützt Vorstoß ihres Vize-Klubobmanns im Landtag

Es braucht neue Wege, um den Urlauberverkehr besser zu organisieren: Diese Auffassung vertritt die grüne Bezirkssprecherin im Außerfern, Regina Karlen, engagiert. Ein „Das geht halt nicht anders“ will sie nicht akzeptieren, machte sie im Gespräch mit der RUNDSCHAU deutlich.

Von Jürgen Gerrmann

Große Hoffnung setzt sie auf den vom stellvertretenden Klubobmann ihrer Partei im Tiroler Landtag, Georg Kaltschmid, vorgeschlagenen „runden Tisch“ (die RUNDSCHAU berichtete) zu diesem Thema, an dem auch die für den Tourismus Verantwortlichen Platz nehmen sollen.

Analyse gefragt.

Es gelte, die Situation genau zu analysieren, sagt die Breitenwangerin. Und dann zu entscheiden, was zum Schutz der einheimischen Bevölkerung notwendig sei. Der Sicherheitsfaktor spiele da eine zentrale Rolle, schließlich komme die Rettung entlang der Fernpass-Route und deren Ausweichstrecken oft genug nur im Schritttempo voran: „Wir müssen alles unternehmen, was rechtlich möglich ist, um die Bevölkerung hier zu schützen“, findet sie auch die Sperrung der Abfahrt Reutte-Nord am Faschingssamstag richtig.
Um Millionen Euro habe man im Zuge der B179 Umfahrungen und Tunnel gebaut – und dennoch habe sich die Situation nicht verbessert, sondern im Gegenteil verschlimmert. Jahr um Jahr habe der Pkw-Verkehr um drei Prozent zugenommen.
Das Argument, Familien mit Kindern seien nun mal beim Urlaub jenseits des Fernpasses (ob nun in Tirol oder anderswo) auf eine Anreise am Wochenende angewiesen, will Regina Karlen nur bedingt gelten lassen: „Es gibt ja schließlich nicht nur Familien mit Kindern.“
Pensionisten oder Alleinstehende könnten ihren Urlaub durchaus anders eintakten: „Warum eigentlich nicht von Mittwoch bis Mittwoch?“ Zumal viele Menschen gar nicht mehr für eine ganze Woche in die Skigebiete führen: „Da kann man durchaus Anreize setzen – eventuell auch durch unterschiedliche Preise an Werktagen und am Wochenende.“
Das Außerfern habe zwar keine gute Bahnverbindung, aber über München und Innsbruck könne man auf der Schiene sehr wohl gut ins Oberland kommen. Und dann müssten die Hotels dort eben einen sehr guten Shuttleservice anbieten.
Auch dass es sehr aufwändig und umständlich sei, die Ski im Zug mitzuschleppen, besitzt für sie nur zum Teil Richtigkeit: „Schon jetzt werden die Ski von den Urlaubern zu einem großen Prozentsatz ausgeliehen.“

Logistik gefordert.

Beim Fliegen funktioniere der separate Transport des Gepäcks ja auch ohne Probleme: „Warum also nicht bei der Bahn? Da muss man halt eine gute Logistik erarbeiten.“ Bereits biete die Bahn ja einen Gepäckservice an, bei dem man seine Siebensachen problemlos daheim abholen lassen könne.
Sie sei ganz auf Kaltschmids Seite: „Ich unterstütze seinen Vorstoß. Am runden Tisch können gute Vorschläge erarbeitet werden. Gemeinsam.“

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