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Reutte | Chronik | 21. Juni 2021 | Sabine Schretter

Eine Raststation am Fernradweg Via Claudia Augusta

Das Reuttener „Triumvirat“ – TVB Geschäftsführer Ronald Petrini, Bgm. Günter Salchner und TVB Obmann Hemmi Ruepp (v.l.) – hält die Zügel fest in der Hand. Der römische Streitwagen steht auf dem neu eröffneten Via Claudia Augusta Platz – einer Station am beliebten Via Claudia Augusta Fernradweg.RS-Foto: Schretter
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In Reutte wurde der Via Claudia Augusta Platz eröffnet

In der Antike überzog ein dichtes, sehr gut ausgebautes Straßennetz das Römische Weltreich. Straßen waren schon damals Bewegungs- und Begegungsachsen, auf denen Güter genauso wie kulturelle und künstlerische Kenntnisse ausgetauscht wurden. Straßen verbanden und verbinden. Durch das heutige Außerfern und das angrenzende Allgäu führte die um 46 n. Ch. ausgebaute Via Claudia Augusta, die in Altinum bei Venedig ihren Ausgang nahm und sich bis Augusta Videlicorum (Augsburg) zog.
Von Sabine Schretter.
Die Römer waren aber nicht nur geniale Straßenbaumeister, sie waren ebenso gute Verwalter und Erhalter. Entlang ihrer Straßen errichteten sie „mansiones“ – Straßenstationen, die Reisenden, Kaufleuten und Soldaten als Raststätten dienten. Das Weströmische Reich ist 467 n. Ch. untergegangen, die Straßen der Römer existieren und verbinden bis heute. Römerstraßen, so auch die Via Claudia Augusta, standen schon immer für Bewegung – daran hat sich nicht viel geändert. Im Außerfern und im angrenzenden Allgäu weiß man um die Bedeutung der Via Claudia Augusta – längst ist aus dem historischen Produkt ein Kulturprodukt geworden.

Via Claudia Platz.
Und es bewegt sich was an dieser Straße – jährlich sind auf der Via Claudia Augusta 50.000 Radler unterwegs.  Sie sammeln Eindrücke aus den Regionen südlich und nördlich der Alpen und nehmen diese mit. Die Via Claudia Augusta hat dem beliebtesten Fernradweg der Deutschen, dem Donauradweg, mittlerweile den Rang abgelaufen. Doch auch der tapferste Radler braucht irgendwann eine Pause, will sich ausrasten. In Reutte wird dem Sorge getragen: Am kürzlich eröffneten Via Claudia Augusta Platz entstand eine Raststation für Radler – eine mansio der Gegenwart – mit verschließbaren Spinden, einer Reparaturstation,  witterungsgeschütztem Fahrradständer und  Ladesteckdosen für E-Bikes. Unmittelbar beim Tourismusverbandsbüro gelegen, erhalten Radler und Gäste dort sämtliche Auskünfte über die Region. Zudem lädt der angrenzende, neu gestaltete Park mit schattenspendenden Bäumen, kühlenden Wasserfontänen und einem tollen Spielplatz für Kinder zum Verweilen und Erholen ein. Römerfeeling inklusive – dafür sorgen der Fotoshooting-Point – ein römischer Streitwagen – und der Via Claudia Augusta Brunnen, der die Achse eines Streitwagens darstellt.
„Wir haben diesen Tag, an dem der Via Claudia Augusta Verein einen grenzüberschreitenden Workshop zum Thema Organisationsentwicklung abhielt, zum Anlass genommen, den Via Claudia Platz zu eröffnen“, freut sich TVB Naturparkregion Reutte GF Ronald Petrini und versprach, dass „an der Organisationsentwicklung auch weiter gearbeitet wird.“ Für Reuttes Bürgermeister Günter Salchner bot sich im Zuge der Umgestaltung des Untermarkts die perfekte Gelegenheit, in Kooperation mit dem TVB und der Regionalentwicklung Außerfern (REA) beim TVB-Gebäude an der historischen Route eine Raststation für Radler einzurichten. „Mit dem Via Claudia Platz haben wir unserer gemeinsamen Geschichte ein würdiges Denkmal gesetzt“, sagte er bei der Eröffnung. Auch die anwesenden Gäste aus dem Allgäu waren sich einig: „Super gemacht, Reuttener“, wie Paul Jacob, Präsident Via Claudia Augusta Transnational, treffend meinte. Dem pflichtete der Obmann von Via Claudia Augusta Tirol, Dr. Walter Stefan, bei: „Die Via Claudia Augusta verband Menschen nördlich und südlich der Alpen. So soll es auch heute wieder sein.“

Gestaltung.
Nach mehrmonatigen und intensiven Arbeiten konnte der im Bauabschnitt  „Zone II“ gelegene, von Architekt Alexander Wasle (Architekturbüro Walch und Partner) geplante Bereich beim Tourismusverband bereits vor einiger Zeit fertiggestellt werden. 55 Prozent  der Gesamtkosten von 212.300 Euro netto wurden durch Leader-Fördermittel finanziert, die verbleibenden 45 Prozent zu gleichen Teilen durch den Projektträger Tourismusverband Naturparkregion Reutte und die Marktgemeinde Reutte getragen. Der Via Claudia Augusta Platz in Reutte hat Potenzial – für Gäste und für die Menschen der Region.
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