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Reutte | Chronik | 26. September 2022 | Sabine Schretter

Josefskapelle in Untergrünau eingeweiht

Festlich gekleidet freuten sich die Besucher des Duarfer Fests über die gelungene Renovierung des Kleinods. Fotos: Dobler
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Josefskapelle Grünau Einweihung
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Goldene Kugel an der Spitze des Turms enthält Zeitdokument für die Nachwelt

Sie wurde mit viel Initiative und Herzblut umfassend restauriert, die Josefskapelle in Untergrünau (die RUNDSCHAU berichtete). Vor Kurzem, am 11. September, wurde sie beim „Duarfer Fescht“, das aus gegebenem Anlass in diesem Jahr im Elbigenalper Ortsteil Grünau stattfand, feierlich eingeweiht. Ein besonderer Höhepunkt war die Anbringung der goldenen Kugel – die einer Zeitkapsel gleicht – auf der Turmspitze der Kapelle.
Von Sabine Schretter.
Auch wenn Petrus an diesem Sonntag nicht sehr viel Einsehen hatte, tat dies der Feierstimmung keinen Abbruch. Viele waren gekommen und freuten sich über das „zweite Patroziniumsfest“. Vikar Joseph Thambi Gone zelebrierte den Festgottesdienst, der von der Musikkapelle Elbigenalp musikalisch umrahmt wurde. Ein besonderer Höhepunkt an diesem Festtag war die Installierung einer goldenen Kugel, die ein von Pfarrer Dr. Otto Walch verfasstes, schriftliches Zeitdokument enthält. Dafür war die Feuerwehr mit Drehleiter und Korb ausgerückt. Die zahlreichen Besucher beobachteten gespannt und mit Stolz den Moment, als die Zeitkapsel als symbolträchtiges Zeichen an der Turmspitze „ihrer“ Kapelle angebracht wurde. „Als die Kapelle 1696 errichtet wurde, wütete die Pest bei uns. Die Zeiten waren schwierig, die Menschen suchten Heil und Zuflucht. Die Josefskapelle ist seitdem fest im Leben der Grünauer verankert. Auch jetzt sind die Zeiten sehr herausfordernd. Das hat Pfarrer Dr. Otto Walch aufgeschrieben. Dieses  Zeitdokument wird nun im goldenen Turmknauf für die Nachwelt verwahrt und die Erinnerung daran und an die erfolgreich abgeschlossene Renovierung erhalten“, erklärt Thomas Dobler, der sich – wie viele aus seiner Familie vor ihm – sehr um den Erhalt und die Pflege der Josefskapelle annimmt.

Es steht geschrieben...
Dr. Otto Walch, Pfarrer in Elbigenalp, schrieb Folgendes auf: „,Dokument für den Turmknauf der Josefskapelle in Untergrünau, Elbigenalp‘. Da das Lärchenschindeldach der Kapelle zum Hl. Josef in Untergrünau ziemlich schäbig und undicht war, wurde im Sommer 2021 eine umfassende Sanierung des Gebäudes durchgeführt. Angeregt von den Betreuern der Kapelle, besonders von Julia und Gebhard Mages, wurde von der treibenden Kraft Thomas Dobler, dem Sohn des Alfred Dobler, der bei der letzten Sanierung in den 80er Jahren federführend war, zunächst die Finanzierung gesichert. Gemeinde, Pfarre, Denkmalamt und Eigentümer der Fraktion Grünau ließen sich nicht lumpen. Den Großteil der 26.000 Euro verschlangen die Sanierung des Dachstuhles und Turmes und die Eindeckung mit Lärchenschindeln. Die Dachrinnen und Einlaufbleche und das Weißeln der Außenwand mit dem Anfügen eines kleinen Portalhäuschens rundeten die Arbeiten ab. Die bewährte Osttiroler Dachdeckerfirma Pondorfer spendete den Turmknauf, der beim heurigen Duarfer Fest – diesmal eben in Grünau – aufgesetzt wurde. In den Knauf füllte ich die alten Zeilen von Alfred Dobler (6/1991), den Artikel aus der ,Duarfer Zeitung‘ (10/2021), den erneuerten Kirchen- und Kapellenführer von Elbigenalp (2017) und legte eine Chipkarte mit meinen Fotos bei. Bei letzterem bin ich gespannt, ob es beim künftigen Abnehmen überhaupt noch möglich sein wird, diese Digitaldaten auszulesen. Unsere gegenwärtige Zeit ist – wie fast zu allen Zeiten – sehr hektisch und krisengebeutelt. Wir haben die Flüchtlingswellen aus dem Krieg in Syrien (2016 bis 2020) versucht abzufangen, da kamen die Jahre mit den bis dahin unbekannten Quarantänebestimmungen wegen Covid. Seit der Ukrainekrieg durch die Russen im Februar 2022 begann stöhnen wir unter der Teuerungswelle – ausgelöst durch die Energieverknappung – und die drohende Klimakrise. Jede Zeit hat ihre Herausforderungen und muss schauen, die gemeinsame Arche HEIMAT durch die Zeiten zu steuern. Ich darf die Versprechungen durch den Glauben, dass ER mit uns durch unsere Zeiten geht und uns erlösen wird, hochhalten. Da ist das Beispiel des hl. Josef, der tatkräftig und wortkarg die hl. Familie durch die damaligen sehr schwierigen Bedingungen geführt hat, für uns wahrhaftig ein großes Hoffnungszeichen: • Josef – der Zieh- und Nährvater mit seiner stillen Handarbeit. • Maria – sie vertraut ganz auf die Verheißung des Engels. • Jesus – er ist Weg, Wahrheit und Leben. Allen sei ein großes Vergelt’s Gott gesagt, die aktiv beteiligt waren. Denen, die die Kapelle für Gebet und innere Stärkung nützen, das Vertrauen und Frieden! Omnes ad maiorem Dei gloriam!“ Dr. Otto Walch, Pfarrer der neun Pfarren im Seelsorgeraum Oberlechtal.
Josefskapelle in Untergrünau eingeweiht
Die goldene Turmkapsel der renovierten Josefskapelle in Untergrünau enthält ein von Pfarrer Dr. Otto Walch verfasstes Zeitdokument.
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