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Reutte | Chronik | 24. Mai 2022 | Von Sabine Schretter

Landesversammlung der Bergrettung Tirol

Landesversammlung der Bergrettung Tirol
Bischof Hermann Glettler segnete die Schiefertafeln mit dem Bildnis des hl. Bernhard, der nun Schutzpatron der Bergrettung ist. Im Bild v.l.: Karlheinz Köpfle, Ekkehard Wimmer, Claudia Greier, Andreas Bader, BH Katharina Rumpf, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes Stefan Hochstaffl, LTP Sonja Ledl Rossmann, dahinter Landesleiter-Stv. LR Anton Mattle, Landesleiter Hermann Spiegl, Bischof Hermann Gletter und Bezirksleiter Markus Wolf. RS-Fotos: Schretter
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Reutte  Von Sabine Schretter
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Premiere im Bezirk Reutte mit besonderem Highlight und talüberspannendem Rahmenprogramm

Dem Bezirk Reutte wurde heuer erstmals die Ehre zuteil, Veranstalter der Landesversammlung der Bergrettung Tirol zu sein. Nicht nur das Rahmenprogramm war mit dem „Blick mit Kick“ vielversprechend. Der Bezirk Reutte war Geburtshelfer für den Schutzpatron der Bergrettung – und damit erfüllte sich ein Herzenswunsch von Bergrettungs-Bezirksleiter Markus Wolf.
Von Sabine Schretter

Landesleiter Stellvertreter LR Anton Mattle führte als Moderator durch den gelungenen Abend in der Ehrenberg Arena der Burgenwelt Ehrenberg. LR Mattle zeigte sich beeindruckt vom historischen Ambiente und bat „den Helden von Ehrenberg“, wie er den Geschäftsführer des Vereins Burgenwelt Ehrenberg, Armin Walch, bezeichnete, sich den Gästen näher vorzustellen. Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf hieß die Tiroler Bergretter im Bezirk Reutte willkommen, Reuttes Bürgermeister Günter Salchner hob den besonderen Verdienst der Bergretter hervor, die sich, um Menschen in Notsituationen zu helfen, nicht selten selbst in Gefahr begeben. Umso beruhigender sei es zu wissen, dass man sich auf so gut ausgebildete Bergretter verlassen kann.

GRÖßTE ORGANISATION ÖSTERREICHS. 4.600 Frau und Mann stark ist die Bergrettung Tirol. Tiroler Bergretter stellen 34,5 Prozent der österreichischen Bergretter, die Bergrettung Tirol ist somit die größte Organisation Österreichs. Tiroler Bergretter tun in 91 Ortsstellen Dienst, so Landesleiter Hermann Spiegl in seiner Ansprache. Das Durchschnittsalter beim Eintritt in die Bergrettung beträgt 26 Jahre.  Auf die Ausbildung der Bergretter wird besonderes Augenmerk gelegt, dafür steht im Jamtal ein eigenes Ausbildungszentrum zur Verfügung, erklärte Ausbildungsleiter Christian Eder. Das „Ausbildungsteam alpin“ umfasst 22 staatlich geprüfte Berg- und Skiführer, 26 Medics bilden das „Ausbildungsteam medizinisch“. 614 Anwärter stehen derzeit in Ausbildung.
Landesarzt Dr. Christian Hilkenmeier betont in seinen Ausführungen, dass es heutzutage nicht mehr darum geht, den Patienten zum Arzt zu bringen. „Dieser Grundsatz hat sich umgedreht. Heute heißt es, den Arzt zum Patienten zu bringen.“ Dafür stehen in Tirol 31 Ärzte, eingeteilt in die vier Gruppen Ost, Mitte, West und Osttirol, zur Verfügung. Sie sind ausgebildete Bergretter, Notärzte, alpinistisch topfit und können von den Einsatzleitern jederzeit angefordert werden. Unverzichtbar, wenn es um Personensuche geht, ist die Hundestaffel der Bergrettung. Die Staffel hält insgesamt 82 Hunde, 48 davon sind Einsatzhunde. Die Ausbildung ist umfassend – jeweils zwei Winter- und Sommerkurse sowie regelmäßige und verpflichtende Fortbildungen. 2021 war die Hundestaffel 90 Mal im Einsatz. Wie oft Tirols Bergretter in den vergangenen zwei Jahren, die aufgrund der Pandemie eine besondere Herausforderung waren, im Einsatz waren, zeigt die Statistik: 2020 waren 2.246 Alarmierungen zu verzeichnen, 2021 waren es 2.165. Lediglich an zwei Tagen ging im letzten Jahr kein Notruf ein. Der einsatzstärkste Tag war mit 139 Ausrückungen der 31. Dezember.

  HISTORISCHER TAG. Für Bezirksleiter Markus Wolf war der 21. Mai 2022, der Tag der Landesversammlung, ein historischer. Das Bergrettungsjahr 2021 ließ er in einem Film Revue passieren, denn „diese Bilder sagen viel mehr als alle Worte“. Anschließend erfüllte sich für den Bezirksleiter eine Herzensangelegenheit: „Es ist eine besondere Ehre, dass hier und heute die Segung des hl. Bernhard als Schutzpatron der Bergrettung durch Bischof Hermann Glettler stattfindet“, stand Wolf die Freude ins Gesicht geschrieben. Er selbst habe schon oft „den Schutz von oben gesucht“. „Daher braucht die Bergrettung einen Schutzpatron, und das kann nur Bernhard von Menthon, der Begründer des ersten Hospizes sein“. Bischof Glettler war der Einladung ins Außerfern gern gefolgt und nahm die Segnung der Schiefertafeln mit dem Bildnis des hl. Bernhard vor. Alle sieben Landesorganistationen übernahmen den hl. Bernhard als Schutzpatron, 13.000 Bergretter stehen nun unter seiner Obhut.

EHRENURKUNDEN. Bei Einsätzen der Bergrettung sind oft mehrere Blaulichtorganisationen beteiligt. Eine Kooperation untereinander auf Augenhöhe ist daher essenziell. Bezirksleiter Markus Wolf betonte, wie gut dies im Bezirk Reutte funktioniert. Als Zeichen dafür erhielten Polizei, Feuerwehr, Rettung, Wasserrettung, Flugrettung und Bergwacht jeweils eine Ehrenurkunde der Bergrettung überreicht. Bevor die Landesversammlung in den gemütlichen Teil – ein Abendessen, das vom Team des Restaurants Salzstadel bereitet worden war – überging, läutete Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann mit ihrer Ansprache und ihren Dankesworten das Finale ein.
Landesversammlung der Bergrettung Tirol
Der hl. Bernhard von Menthon ist der Schutzpatron der Bergrettung.
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