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Reutte | Chronik | 15. Feber 2021 | Juliane Wimmer

Neu, nachhaltig, bezahlbar!

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Derzeit ist das Ehrwalder Hallenbad wegen Corona geschlossen. Ein Ideen- bzw. Architektenwettbewerb soll über die Zukunft der beliebten Anlage entscheiden. RS-Foto: Wimmer
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Ideenwettbewerb setzt Startschuss für die Revitalisierung des Ehrwalder Hallenbades

Wie kann die Zukunft des beliebten, aber baufälligen Ehrwalder Hallenbades gelingen? Darüber zerbrechen sich neben den Betreibern auch Einheimische, Gemeinderäte und der Tourismusverband der Zugspitz Arena schon seit geraumer Zeit die Köpfe. Nun soll ein Ideen- bzw. Architektenwettbewerb bezahlbare und zukunftsorientierte Lösungen bringen. Ganz eigene und multifunktionale Lösungsvorschläge hat auch Bürgermeisterkandidat Peter Steger.
Von Juliane Wimmer.
Nach Bürgerfragen und ausführlichen Gemeindeantworten im letzten Ehrwalder Gemeindeblatt wurde die Causa „Hallenbad“ nun auch in der Gemeinderatssitzung am 9. Februar 2021 erstmals konkret thematisiert. Da im Gegensatz zu manch anderen Gemeinden der Sitzungsbeginn den derzeitigen Corona-Ausgangssperren entsprechend nicht angepasst – sprich vorverlegt – wurde, waren bis auf Bürgermeisterkandidat Peter Steger keine weiteren Zuhörer anwesend.

INVESTITIONEN.
In der Sitzung wurde berichtet, dass die gemeinsam am Projekt beteiligten Gemeinden Ehrwald und Lermoos und ihre Tourismusverbände sich grundsätzlich auf eine Investitionssumme von 15 Millionen Euro geeinigt haben, wobei Lermoos drei und Ehrwald 11 Millionen aufbringen würden. Hinzu kommt voraussichtlich eine Million Euro an Förderungen. Die Gesamtsumme konnte auch TVB-Obmann Theo Zoller im Telefonat mit der RUNDSCHAU bestätigen und fügte hinzu: „Für die Revitalisierung des Hallenbades ist aktuell in Zusammenarbeit mit der GemNova (ein professionelles Unternehmen, das Tiroler Gemeinden mit Dienstleistungen und (juristischer) Expertise unterstützt, Anm. der Redaktion) ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben worden. Auch wenn die Architekten von uns einen Maßnahmenkatalog erhalten, so stehen in dieser Planungsphase noch keinerlei konkreten Details fest.“

IDEENSAMMLUNG & ZEITPLAN.
Konkrete Details sowie eine Komplettsanierung anstelle eines Neubaus ortete Steger aber sehr wohl auf der Ehrwalder Gemeinderatssitzung. Schlagwörter wie Sanierung der Rutsche, Beibehaltung des großen Indoor-Pools, kleiner Pool im Außenbereich, Adaption des Kinderbereichs, Indoor-Spielplatz sowie Aus- und Umbau des Saunabereichs samt Fitnessraum waren in der Diskussionsrunde zu hören. Im Telefonat mit der RUNDSCHAU stellte Bürgermeister Hohenegg diesbezüglich klar: „Dies waren nur Ideen bzw. Spielbälle, die wir uns gegenseitig zugeworfen haben. Was genau wie umgesetzt wird, wird erst die Auswertung des Architektenwettbewerbs zeigen. In diesen schwierigen Zeiten suchen wir nach einer bestmöglichen und nachhaltigen Lösung, die auch bezahlbar ist.“ Wenn alles „rund“ läuft, soll ab Oktober 2021 der Vergabeprozess an einen Generalunternehmer gestartet werden. „Dies könnte sich aber auch ins Frühjahr 2022 hinziehen“, so Hohenegg.

VISION SPORT- & FREIZEITZENTRUM. 
Peter Steger gehen diese Pläne noch nicht weit genug, seine Vision ist eine viel größere. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU erklärte der Bürgermeisterkandidat: „Um zukunftsfähige Lösungen für all unsere in die Jahre gekommenen Objekte zu finden, gilt es, mehrdimensional und multifunktional zu denken. Ich plädiere für ein privatwirtschaftlich geführtes Hallenbad (z. B. durch Profis, wie die GemNova) und die Bildung eines 'Sport- und Freizeitzentrums Zugspitz Arena' im Gelände Hallenbad/Zugspitzsaal. Unterhalb der Tennis-/Kletterhalle käme der Eislaufplatz samt Zuschauertribünen, den man im Sommer als Bühne für Freiluftveranstaltungen und Konzerte nutzen könnte. Vor dem prächtigen Panorama unseres Talkessels böte dies ein einmaliges Ambiente! Die Abwärme des Eislaufplatzes wiederum könnte zum Heizen des Hallenbades verwendet werden. In Summe ermöglicht das auch ein gemeinsames Blockheizkraftwerk für alle dort zusammengefassten Anlagen und Gebäude, ggf. auch inkl. einiger Nachbarn in unmittelbarer Nähe.“ Darüberhinaus spricht sich Steger dafür aus, große Dachflächen im Eigentum der Gemeinde/TZA bzw. Erschließungsgesellschaft (auch Schulen, Mehrzweckgebäude, Recyclinghof etc.) zur effektiven Solar-Energiegewinnung zu nutzen, damit es für externe Betreiber interessant wird. „Eine Verpachtung dieser Flächen würde damit zu einer Finanzierungsquelle für das Gesamtprojekt“, so Steger; „wenn diesem Vorbild dann auch noch private Haushalte mit ihren Dachflächen folgen würden, dann könnte sich Ehrwald zur Vorzeigegemeinde hinsichtlich Solarnutzung entwickeln und dementsprechende EU-Förderungen bekommen.“ 

NACHHALTIG UND ZUKUNFTSFIT.
Um der Parkplatzknappheit entgegenzuwirken, soll in Stegers Vision auch eine Parkgarage zwischen Sparmarkt und ehemaligem Postgebäude errichtet werden. „Auf das Flachdach dieser Garage würde der Spielplatz wandern, gleich neben einem Restaurantbetrieb mit einem schönen, großen Gastgarten, von dem aus die spielenden Kinder beaufsichtigt werden können“, so Steger und fügte hinzu: „Dieses Objekt könnte man finanzieren, indem man die Westseite (zum Hallenbad) hin als Wohnungen oder Hotelbetrieb ausführt.“ Steger betonte, dass all die genannten Punkte auf ein Ziel hinauslaufen: „Nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur in Richtung Energie-Unabhängigkeit. Dafür gibt es Förderungstöpfe, die es zu nutzen gilt. Ich kann nur hoffen, dass die aktuellen Entwicklungen einer scheidenden Gemeindeführung solche Pläne nicht durch kurzsichtige Schnellschüsse zunichte gemacht werden.“
 
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