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Reutte | Chronik | 15. Feber 2021 | Sabine Schretter

Über die Grenze nur mit negativem Test

Über die Grenze nur mit negativem Test
Kein Weiterkommen: Die Einreise von Tirol nach Deutschland ist nicht erlaubt. Die Schlupflöcher an den grünen Grenzen wurden gesperrt. RS-Foto: Schretter
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Grenzverkehr Covid-19-Maßnahmen Testungen Einreise nach Deutschland
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Tiroler Grenzregime ist besondere Herausforderung für den Bezirk Reutte

Bayern machte dicht. Der Grenzverkehr zwischen Tirol und den nördlichen Nachbarn ist – bis auf sehr wenige Ausnahmen – komplett gestoppt. Erlassen wurde diese Verordnung aufgrund des Clusters der „Südafrika-Mutante“ des Coronavirus (Verdachtsfälle gibt es in allen Tiroler Bezirken).
Von Sabine Schretter.
Die Covid-19-Virusvariantenverordnung regelt also die Ausreise aus Tirol. Was bereits Ende der vergangen Woche für reichlich Verunsicherung gesorgt hat, wurde am 14. Februar weiter schärft: Die Einreise nach Deutschland ist – bis auf wenige Ausnahmen – nicht mehr möglich. Das trifft in Tirol ganz besonders jenen Regionen, die eng mit dem angrenzenden Bayern verbnden sind. Gerade im Bezirk Reutte pendeln täglich viele Bewohner zu ihrer Arbeitsstelle ins Allgäu, gaben familiäre Verbindungen „nach draußen“, nutzen im Allgäu die medizinische Versorgung. Zur Verunsicherung gesellt sich Unverständnis _ auch bei Landttagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann: „Die Abschottung Deutschlands ist unverhältnismäßig und uneuropäisch. Mit dem Verwirrspiel um mögliche Ausnahmen für Pendler hat Deutschland für massive Verunsicherung im Bezirk gesorgt. Die jetzige Regelung ist ein Schlag ins Gesicht zahlreicher Grenzpendler und absolut inakzeptabel. Von dieser Vorgehensweise wird sich das Virus nicht beeindrucken lassen. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen, die durch das Hochfahren der Grenzen entstehen, sind aber massiv. Es braucht dringend Ausnahmeregelungen für die hunderten Berufspendlerinnen und -pendler aus dem Bezirk und jene Menschen, die aus familiären Gründen über die Grenze müssen!“

Verordnungen.
Seit vergangenen Sonntag gelten fogende Verordnungen: Der Güterverkehr ist weiter möglich. Berfliche Reisen nach Deutschland sind nicht möglich. Grenzgänger aus Tirol dürfen eingeschränkt über die Grenze nach Deutschland fahren. Es gilt eine generelle Testpflicht – ein negativer Corona-Test darf max. 48 Stunden alt sein, eine entsprechende Bescheinigung ist mitzuführen. Deutsche Mitarbeiter von Tiroler Unternehmen dürfen mit Ausnahmen nach Tirol einpendeln. Zumindest Berufspendler, die in systemrelevanten Bereichen (Gesundheitswesen, Kinder- oder Altenbetreuung, Lebensmittelbranche)tätig sind, sollen einreisen dürfen. Eine genaue Regelung war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt – betroffenen Mitarbeiter mussten einschließlich Dienstag ihren Arbeitsvertrag mitführen. Eine Durchreise über das deutsche Eck ist nicht gestattet – wer also von Tirol nach Wien fahren möchte, muss einen großen Umweg in Kauf nehmen. Von Tirol durch Deutschland in ein Drittland reisen, ist nicht erlaubt, ebenso nicht, von Tirol aus zum Flughafen in München zu fahren. 

Sonderfall Jungholz.
Dass es für Jungholz, Tiroler Exklave, eine Ausnahmeregelung gibt, freut LTP Sonja Ledl-Rossmann: „Für den Bezirk Reutte ist das harte Grenzregime Bayerns eine große Herausforderung. Wir sind eng mit dem Allgäuer Raum verbunden und haben zahlreiche Grenzpendler beruflicher und privater Natur. Bei den Verhandlungen zur Einreiseverordnung konnte eine Ausnahme für Jungholz erreicht werden.“ Karina Konrad, Bürgermeisterin in Jungholz zeigt sich ob dieser Regelung sehr dankbar und erklärt der RUNDSCHAU: „Ja, Gott sei Dank sind wir in Jungholz ausgenommen, auch dank der starken Unterstützung durch das Land.“ Zum Testen gehen die Jungholzer zu ihren Hausärzten, in Tirol und auch in Bayern. „Wer draußen im Allgäu arbeitet, kann auch dort zum Testen gehen. Was das Infektionsgeschehen betrifft, geht es uns in Jungholz sehr gut, aber natürlich wünschen wir uns, dass sich bald wieder mehr Normalität einstellt und vor allem auch für den Tourismus wieder mehr möglich wird.“ Anders als im restlichen Bezirk Reutte stehen die Skilifte in Jungholz still. Man halte sich hier an die für das Allgäu geltende Regelung, so Bgm. Konrad.

Testkapazität erhöht.
Im Bezirk stehen für den erhöhten Testbedarf in der Screeningstraße Reutte, der Südtiroler Apotheke und bei 26 niedergelassenen Ärzten kostenlose Testmöglichkeiten zur Verfügung. Bislang waren die Testkapazitäten ausreichend. Sollte sich durch die neue Regelung der Bedarf aber massiv erhöhen, will Ledl-Rossmann hier nachjustieren. 
 
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