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Reutte | Chronik | 8. Feber 2021 | Sabine Schretter

Unternehmensgründungsrekord für das Außerfern

Unternehmensgründungsrekord für das Außerfern
Rekord: 182 Personen sprangen im Jahr 2020 auf den Zug in die Selbstständigkeit auf. Das Team der Wirtschaftskammer Reutte freut sich über diesen Zuwachs. Foto: Wirtschaftskammer Reutte/Weirather
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So viele Unternehmen wie noch nie im Bezirk Reutte gegründet

182 Unternehmen – inklusive der selbstständigen Personenbetreuer – starteten 2020 – das sind so viele Firmen wie noch nie im Außerfern. Damit zeigt die Gründungsintensität auf die Einwohnerzahl bezogen den höchsten Wert in Tirol.
Von Sabine Schretter.
Was sich schon zum Halbjahr 2020 andeutete, wurde nun bestätigt. Laut neuester Gründerstatistik des Gründerservices der Wirtschaftskammern haben sich Außerferns Gründungswillige von Lockdown und Wirtschaftskrise nicht abschrecken lassen. Im Gegenteil: „Es wurden sogar so viele Unternehmen wie noch nie gegründet“, freut sich Christian Strigl, Obmann der Wirtschaftskammer Reutte. Im Vorjahr wagten also 182 Gründer (mit Personenbetreuern) den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit, nach 133 im Vorjahr (+36,8 Prozent). Tirolweit war für 2020 ein Zuwachs um 2,4 Prozent zu verzeichnen. „Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass wir im Bezirk Reutte trotz dieser herausfordernden Situation im Jahr 2020 einen Anstieg der Gründerzahlen sehen. Es zeigt sich, dass wir im Außerfern starke Jungunternehmer und motivierte Neugründer haben, die positiv und motiviert in die Zukunft blicken. Das freut mich sehr“, so Markus Wolf, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft im Bezirk. „Jungunternehmer sind mutig und offen für ständige Veränderungen. Vor allem in Zeiten der Pandemie ist dies das Um und Auf.“ Das stärkste Motiv für Gründer, den Schritt zum eigenen Unternehmen zu wagen, ist mit 70 Prozent „sein eigener Chef sein zu wollen“. „Für rund 69 Prozent ist das Hauptmotiv die Flexibilität in der freien Zeit- und Lebensgestaltung und knapp 64 Prozent wollen die Verantwortung, die sie als Angestellter tragen, ins eigene Unternehmen einbringen“, erklärt der Bezirksvorsitzende der Jungen Wirtschaft weiter. 

Erfolg durch Erfahrung.
Die Gründer im Außerfern stürzen sich nicht unvorbereitet in die Selbstständigkeit, sie sammeln zuvor Praxiserfahrung im Beruf, bevor der Schritt in die Selbstständigkeit gesetzt wird. Die meisten Gründungen entfallen auf die Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren, dicht gefolgt von den 20- bis 30-Jährigen. Dabei haben die Gründerinnen mit einem Anteil von knapp über 50 Prozent leicht die Nase vorn. Die meisten Neugründungen entfallen auf die Sparte Gewerbe und Handwerk, die Sparte Handel zählt den zweithöchs-en Wert an Unternehmensgründungen. Die ermittelte Lebensdauer von neu gegründeten Unternehmen ist insgesamt hoch: Nach drei Jahren existieren noch drei von vier Unternehmen, nach fünf Jahren noch rund zwei Drittel.

Krise als Chance.
Im Zuge der coronabedingten Wirtschaftskrise wäre ein Rückgang der Gründungszahlen zu erwarten gewesen. Für die Experten der Wirtschaftskammer kommen die Rekordzahlen dennoch nicht überraschend. „In jeder Krise liegt auch eine Chance“, erklärt Wolfgang Winkler von der WK-Reutte. Die Motive, im Krisenjahr ein Unternehmen zu gründen, sind vielfältig: „Die Selbstständigkeit bietet einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit und in Kurzarbeit befindliche Arbeitnehmer konnten sich ein zweites Standbein aufbauen. Der Stillstand im Lockdown hat viele dazu bewegt, Neues auszuprobieren oder alte Talente neu zu entdecken. Fähigkeiten, die auch in der heimischen Wirtschaft gefragt sind“, führt Winkler weiter aus.

Anlaufstelle für Gründer.
Wichtigste Servicestelle für den Unternehmensstart bleibt das Gründerservice in der WK-Bezirksstelle. 2020 wurden mehr als 400 Gründungsberatungen in Reutte verzeichnet. „Optimale Planung und gezielte Vorbereitung sind Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Unternehmensstart. Die Wirtschaftskammer Reutte unterstützt Gründer dabei jederzeit gerne und bietet professionelle Unterstützung an. Die Gründer schätzen das kompetente Informationsangebot unseres Gründerservices und nehmen dieses auch gern in Anspruch“, freut sich WK Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler und fügt an: „Damit Mut und Entschlossenheit zum Gründen – gerade auch in Zeiten der Krise – erhalten bleiben, ist auch die Politik gefordert. Wir müssen weiterhin konsequent an allen Forderungen für die idealen Rahmenbedingungen festhalten. Das sind vor allem bürokratische und steuerliche Entlastungen.“
 
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