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Reutte | Chronik | 19. September 2022 | Uwe Claus

Zehn Jahre Herzzentrum

Primar Dr. Eugen Ladner bei seinem Rückblick auf zehn Jahre grenzüberschreitendes Herzzentrum Füssen-Außerfern. Im Hintergrund seine beiden Mitstreiter: Dr. Dietmar Baron und Dr. Martin Hinterseer (von rechts).
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Herzzentrum Füssen/Außerfern Jubiläum 10 Jahre Zusammenarbeit
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Erfolgreiche Zusammenarbeit über die Grenze hinaus

Im Kaisersaal des Benediktinerklosters St. Mang in Füssen fand letzte Woche eine Feierstunde mit denkwürdigem Hintergrund statt: Das Vorzeigeprojekt „Herzzentrum Füssen-Außerfern“ konnte auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Die Vorstände der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren und des Bezirkskrankenhauses Reutte, Andreas Kutschker und Helmut Ziegler, wiesen in ihren jeweiligen Ansprachen auf die besondere Bedeutung des Verbundes hin, der trotz vieler Widerstände und Unwägbarkeiten im Jahr 2012 aus der Taufe gehoben wurde.
Von Uwe Claus.
An den Beginn seiner Ansprache stellte BKH-Vorstand Ziegler den Dank an die 36 Bürgermeister als Träger des Bezirkskrankenhauses anlässlich der Gründung dieser partnerschaftlichen und sinnstiftenden Erfolgsstory Herzzentrum. „Am Anfang stand eine Vision, gepaart mit der Idee, die bestmögliche Schlaganfallversorgung von Patienten in unserer grenzüberschreitenden Region zu sichern“, so Ziegler. Begeistert fand man – in Kenntnis der Möglichkeiten im Gesundheitswesen – Lösungsansätze, die eigentlich ganz einfach zu realisieren wären – wenn da nicht immer die drei „Bs“ als Stolpersteine im Weg stünden: Bedenkenträger, Bürokraten und Besserwisser. Dazu kämen dann noch die Strukturen, die gerade im Gesundheitswesen in Sachen Finanzierung seltsame Stilblüten treiben. Nach zehn Jahren, mit viel Arbeit und Durchhaltevermögen, zolle er den damaligen Pionieren, Dr. Martin Hinterseer, Dr. Eugen Ladner und Dr. Dietmar Baron, aber auch den politisch Verantwortlichen, den Trägern und dem Team von Ärzten/Pflegekräften und Verwaltungsmitarbeitern seinen Respekt, Anerkennung und Dank für die Realisierung dieser grenzüberschreitenden Kooperation. Rückblickend erwähnte er die angespannten Rahmenbedingungen im deutschen wie im österreichischen Gesundheitswesen, die auch in Zukunft  innovative Ideen fordern.

Vorzeigeprojekt.
Als medizinisches wie politisches Vorzeigeprojekt bezeichnete die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker das grenzüberschreitende Herzzentrum und wünschte sich, mehr solche Projekte anzupacken, auch wenn es manchmal mühsam sei. Dr. Martin Hinterseer bedankte sich bei allen,  die bei der Kooperation ihre Fingerabdrücke hinterlassen haben: „Viele Zahnräder, die ineinander gegriffen haben, führten letztendlich zum Erfolg.“ Primar Dr. Ladner wies darauf hin, dass bereits 2009 erste Gespräche in Innsbruck über die „bescheidene“ Versorgung von Herzpatienten im Außerfern geführt wurden, jedoch – trotz Befürwortern in der Landeshauptstadt – die Umsetzung für Verbesserungen an den Finanzen scheiterte. „Trotz aller Engpässe und mit einem hohen Maß an Durchhaltevermögen, zusammen mit solchen Menschen wie Dr. Hinterseer, haben wir diese Kooperation geschafft“, zeigte sich Dr. Ladner zufrieden und fügte hinzu: „2012 waren es 16 Patienten und mittlerweile sind es mehr als 1.100 Patienten aus dem Außerfern, die wir über den Zeitraum von zehn Jahren behandeln konnten.“ Dieses Projekt als Umsetzung des europäischen Gedankens zum Wohle der Menschen in der Grenzregion verdient es, in diesem besonderen Rahmen gefeiert zu werden. Und als persönlichen Wunsch merkte er an: „Von ganzem Herzen wünsche ich diesem Projekt weiterhin Menschen mit einem mehr als großen Herz für die Versorgung akut koronar erkrankter Menschen, Menschen, die ein hohes Maß an Durchhaltevermögen haben und auch die Kraft aufbringen, mit Mut sich über Grenzen vielerlei Art hinwegzusetzen.“ Als einer der drei „Pioniere“ und Mitstreiter betonte Dr. Dietmar Baron, dass man es von der Entstehungsphase bis auf den heutigen Tag mit Partnern zu tun hatte, auf die man vertrauen und  mit denen man auf Augenhöhe verhandeln konnte. „In manchen Situationen haben wir nicht gefragt, ob wir dies oder das tun dürfen – wir haben es gemacht“, sagte er augenzwinkernd. Und fügte hinzu, dass man zum Start mächtige Verbündete hatte: den überzeugten Europäer Dr. Waigel auf deutscher Seite, den ehemaligen EU Kommissar Fischler auf Tiroler Seite und als medizinischem Schwergewicht den Vorstand der Kardiologie an der Klinik Innsbruck, den leider zu früh verstorbenen Primar Prof. Dr. Pachinger.
Zehn Jahre Herzzentrum
Den Festvortrag mit dem Thema „Versorgung des Herzinfarkts im Wandel der Zeit“ hielt der Universitätsprofessor für Innere Medizin und Kardiologie, Dr. Axel Bauer, von der medizinischen Universität Innsbruck. RS-Fotos: Claus
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