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Reutte | Kultur | 22. August 2022 | Uwe Claus

Ausstellung im Grünen Haus

Mit der Grafik „Triumphbogen“ aus dem Nachlass des Historienmalers Johann Kärle zeigt sich Köpfle als Meister der Perspektive. Sie stammt aus einer Sammlung von Josef Roth im Riepphaus in Vils. Foto: Claus
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Joseph Anton Köpfle – ein klassizistischer Maler

Im Rahmen der diesjährigen Sommerausstellung „Das Gesetz der Harmonie – Klassizistische Maler im Außerfern“ referierte Klaus Wankmiller in Museum „Grünes Haus“ nach Johann Christoph Haas (1753–1823) über den zweiten einheimischen Künstler dieser Epoche, Joseph Anton Köpfle.
Von Uwe Claus. 

In Höfen 1757 geboren war er der markanteste Vertreter des Klassizismus im Außerfern. Von ihm hat sich eine Vielzahl an Werken im Bezirk erhalten – vor allem auch Hausfassaden, wie die Hausfassade vom „Schwarzen Adler“ in Reutte. Wie kam es zur Entstehung des Klassizismus oder durch welche Umstände konnte er Fuß fassen? Der bayerische Kurfürst Maximilian III. hatte per Dekret bereits im Oktober 1770 das Ende des Rokoko eingeläutet, womit der Klassizismus von 1770–1830 einzuordnen ist. Weg von Glamourösität und Gefühlsbetontheit hin zu Sachlichkeit, Strenge, Einfachheit und rationaler Nüchternheit war die Devise. Zurück zu Köpfle: Laut diverser Aufzeichnungen „war er kaum den Knabenschuhen entwachsen“, wird vermutet, dass er eine Maurerlehre absolvierte, da ihn seine Eltern mit Maurern ins Ausland schickte. Später absolvierte er eine Lehre bei Hofmaler Johann Jakob Zeiller, bei dem ihn die Neigung zu dieser Kunst ergriff. Nach dessen Tod 1783 studierte er von 1787–1789 an der Akademie in Augsburg – einer Zeit, die für ihn sehr erfolgreich verlief. 1790 kehrte er ins Außerfern zurück. Er schuf einige Fresken, Altarblätter, Gemälde, zahlreiche Skizzen und Grafiken und kopierte bekannte Meister wie Leonardo da Vincis Abendmahl. Seine lange Schaffensphase dauerte bis ins Jahr 1843, als er in seinem Haus in Höfen, dessen Fassaden seine Bilder heute noch zieren, 1843 hochbetagt starb.  Diese Sonderausstellung ist bis zum 5. November, jeweils von Dienstag bis Samstag (von 13 bis 17 Uhr) und jeden ersten Donnerstag im Monat (von 13 bis 19 Uhr ) zu besichtigen. Der nächstfolgende Vortrag mit Klaus Wankmiller mit dem Thema „Karl Selb – ein spätberufener Kopist“ findet am 8. September, um 19 Uhr, im „Grünen Haus“ statt. Der Begleitband zur Ausstellung ist als Ausstellungsstraße angelegt. Und noch ein Tipp für Kinder: mit einem spannenden Klassizismus-Quiz könnt Ihr Euer Wissen testen und bekommt beim Heimgehen an der Kassa eine kleine Belohnung!
Ausstellung im Grünen Haus
„Antike Gestalt eines nackten Manns als Skizze“, signiert mit „Höfen den 17. Juni/JA Köpfle 1824“.
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