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Reutte | Kultur | 2. Mai 2022 | Regina Hohengasser

Frauenwerk(e) im Felixé Mina Haus

Frauen machen sich sichtbar und zeigen im Felixé Minas Haus in Tannheim ihre Werke. RS-Fotos: Hohengasser
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Felixe Minas Haus Gemeinschaftsausstellung Außenferner Künstlerinnen Vernissage
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Ausserferner Künstlerinnen machen sich in einer Gemeinschaftsausstellung sichtbar

Am Sonntag, dem 24. April, präsentierten in Tannheim 16 Künstlerinnen im Felixè Mina`s Haus ihre kreativen Kunstwerke. Die Ausstellung zeichnete sich durch hohe Schaffenskraft und vielfältige Ausdrucksformen aus. Mehrere Kunstformen vereinten sich zu einer Vernissage. Zu sehen gab es Werke aus Malerei, Schnitzkunst, Fotografie, Kunsthandwerke aus Ton und textilen Materialien.
Von Regina Hohengasser.
Zahlreiche kunstinteressierte Besucher fanden sich im Bauernmuseum Felixé Minas Haus in Tannheim ein, bot doch dieses geschichtsträchtige Haus aus dem 17. Jahrhundert der Ausstellung eine gemütliche und interessante Kulisse. Heute fungiert das Museum auch als Begegnungsstätte und Kulturzentrum mit zahlreichen Veranstaltungen. Die Kulturbeauftragte des Hauses, Sarah Anna Lechleitner, eröffnete die Vernissage. Nach persönlicher Vorstellung der 16 Künstlerinnen und deren Werdegangs, gab es die Gelegenheit mit den diesen selbst ins Gespräch zu kommen um mehr über ihre Persönlichkeit und ihre Werke zu erfahren.

Sie machen sich sichtbar.
Anita Greger (Malerin, Tannheim), Olivia Jhingran (Sustainable Textil Artist, Tannheim), Silvia Skelac & Sandra Moosbrugger-Koch (Mixed Media Artists, Vils/Reutte), Regina Luttinger (Malerin, Biberwier), Michelle Forcher (Malerin, Pflach), Silvia Schennach (Keramik, Ehrwald), Carmen Rief (Schnitzkünstlerin, Grän), Katharina Ziegler (Fotografin, Weißenbach), Daniela Pahle & Judith Schmid ( Bodypainting und Tanz Model, Heiterwang).

Die Werke. 
Zu betrachten gab es Collagen von Silvia und Sandra, die wie überdimensionale Briefe mit nostalgischen Elementen gestaltet wurden, versteckte Botschaften können vom Betrachter selbst entdeckt werden. Selbstbewusste Frauenbildnisse in satten Farben wurden von Anita Greger in expressionistischer Darstellung gemalt und zogen die Blicke der Besucher auf sich. Ausdrucksstarke Tierdarstellungen von Regina Luttinger und Michelle Forcher gaben der Vernissage einen märchenhaften Touch. Ein röhrender Hirsch in Aquarelloptik, ein weißes Mischwesen, dass einem Pferd mit Hirschgeweih glich. Die Tiermotive hatten etwas geheimnisvolles an sich und versetzten den Betrachter in eine längst vergangene mythische Welt. Diese Exponate gaben der Ausstellung einen archaischen Charakter und verrieten wohl auch die Sehnsucht der Künstlerinnen nach einer Welt, die weniger technisiert und rational kühl erscheint. Schnitzkünstlerin Carmen Rief war mit Christusdarstellungen vertreten, ihre Werke stellten unter anderem das Kreuz in verschiedenen Betrachtungsweisen in den Mittelpunkt. Mit harmonischen Formen und fein ausgearbeiteten Details, möchte Carmen die christliche Botschaft den Menschen übermitteln. Neben Crux, Joch, Bürde und Strapazen, stehen immer auch Hoffnung, Glück, Frieden und Unbeschwertheit gegenüber. Die Töpferkünstlerin Silvia Schennach möchte ebenfalls die Polaritäten unseres Lebens in ihren Werken zum Ausdruck bringen. Ihre Formen entstehen und finden sich im Arbeitsprozess von selber. Silvia möchte die Gegensätze und das Trennende unserer Welt in ihren Werken vereinen, weich und kantig erscheinen ihre Schalen, schlank und hochaufragend ihre Skulpturen. Die nachhaltige Textilkünstlerin Olivia Jhingran arbeitet ausschließlich mit gebrauchten Stoffen und Kleidungsstücken aus Seide, Baumwolle und ähnliches. Sie recycelt alte Textilien zu Bildern und Wandteppichen, die sich in einen bunt asiatischen Ausdruck wiederfinden. Katharina Ziegler, Fotografin, stellte Frauenkörper dar, die inmitten weiter Landschaften sich von Fesseln und gesellschaftlichen Normen befreien wollen, ausdrucksstark und mutig. Bodypainterin Daniela Pahle gab eine Live-Performance mit Tanzmodel Judith Schmid. Die maschenhaften Trendsetter in Form von eingestrickten Fahrrädern, Rollstühlen und anderen Fortbewegungsmitteln waren ebenso vertreten und sorgten für heitere Buntheit. Zwei Musikerinnen im volkstümlichen Stil umrahmten die Ausstellung und sorgten für eine gemütliche Atmosphäre.

Info.
Die Ausstellung ist noch bis 22. Mai, jeweils von Montag bis Freitag, von 9 bis 13 Uhr, geöffnet. Zur Finissage am Sonntag, dem 22. Mai, ist das Felixé Minas Haus von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Kulturbeauftragte Sarah Anna Lechleitner und die Künstlerinnen freuen sich auf zahlreiche Besucher.
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