Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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Museumsverein Reutte greift nach den Sternen

Sonderausstellung im Museum im Grünen Haus und die Suche nach Reuttes Platz in der Astronomie

Das Außerfern und die Astronomie. Das sind auf den ersten Blick zwei ziemlich unterschiedliche Themenbereiche. Bei genauerer Betrachtung gibt es in der langen Geschichte der Astronomie aber durchaus Persönlichkeiten und Ereignisse, die sich im Außerfern abspielten. Dieser Geschichte widmet sich nun der Museumsverein Reutten mit einer Sonderausstellung im Museum im Grünen Haus. Sowohl die Anfänge als auch die aktuellsten Entwicklungen von Astronomie und Raumfahrt werden gezeigt. Weiters werden Zukunfts- und Sciencefiction-Themenbereiche, wie Raketentechnik und Weltraumtourismus behandelt. Als eines der Highlights der Ausstellung kann ein echter Meteorit besichtigt werden.
3. Juli 2023 | von Johannes Kirchner
Mit der Sonderausstellung „Sonne-Mond-Sterne – Reuttes Platz in der Astronomie“ öffnet der Museumsverein Reutte den Blick ins All. RS-Foto: Kirchner
Von Johannes Pirchner.
Am Donnerstag, dem 29. Juni,  begrüßte Museumvereinsobmann Ernst Hornstein mit der eindringlichen Star-Wars-Musik des legendären Filmmusikkomponisten John Williams die ca. 50 Besucher und Ehrengäste im Grünen Haus zur Eröffnung der Sonderausstellung „Sonne-Mond-Sterne – Reuttes Platz in der Astronomie“. Für den Museumsverein ist diese Ausstellung auch etwas ganz Besonderes, „da wir ja ein Kunsthistorisches Museum sind“, so Hornstein. Nach anregenden Diskussionen im Museumsvorstand wuchs die Idee langsam – umso stolzer sei man, diese Ausstellung jetzt zu präsentieren. Ernst Hornstein zog den starken Außerfernbezug der Ausstellung heran, der sich auf den ersten Blick gar nicht vermuten lässt. Der erste Bezug ist der Blick in den Sternenhimmel selbst. Der zweite Bezugspunkt führt zurück in die frühe Neuzeit, in der sich der in Reutte geborene Anton Maria Schyrle (1604–1660) besonders mit seinen Fernrohrkonstruktionen hervortat. Auch auf dem Mond hat Schyrle Spuren hinterlassen, was in der Ausstellung ergründet werden kann. Der dritte Bezug ist der Vater der modernen Raumfahrt selbst, Wernher von Braun (1912–1977). Dieser stammte zwar nicht aus Reutte, aber ergab sich 1945 in Reutte den Amerikanern. Seinem Lebensweg vor 1945, seiner Rolle bei den „Nazi-Raketen“ und seinem weiteren Lebensweg in den USA ist ein ausführlicher Bereich gewidmet. Und schließlich weist auch der aus Reutte stammende Max Valier einen Bezugspunkt zur Raumfahrt auf. Last, but not least widmet sich ein Teil der Ausstellung dem  Außerferner Leitbetrieb, der Plansee Group. Mit ihren Erzeugnissen für die Luft- und Raumfahrt soll möglicherweise bald der Rote Planet erobert werden. Plansee brachte 2021 sein pulvermetallurgisches Know-how ein und steuerte den Prototypen eines Treibstoffgenerators, genannt „Moxie“, für die Marsmisson bei. Dieser kann in der Mars-Atmosphäre Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff umwandeln. Reuttes Vizebürgermeister Klaus Schimana schloss seine Ansprache mit den Jedi-Worten „Möge die Macht mit uns sein“,  ab.

Riesige Gasplaneten und Naziflugobjekte.
Egal, ob man eine Faszination für Geschichte, Astronomie, Astrologie, Kunstgeschichte oder Interesse an Allgemeinbildung hat, für jeden ist in der neuen Ausstellung etwas dabei. Die Vielfalt der gezeigten Themenberiche ist groß:  Warum ist der Schwesternplanet der Erde, die Venus, ein Höllenplanet? Warum wurde Uranus beinahe nach einem britischen König benannt und liegt auf der Seite? Oder, warum hat Jupiter einen großen roten Fleck und Saturn so ein prächtiges Ringsystem? Wieso gibt es auf Neptunsmond Triton Eisvulkanismus? Wieso ist Pluto kein Planet mehr? Welche antiken Völker befassten sich mit Astronomie und wurde diese in der Kunst dargestellt? Welche Pläne schmiedeten die Nazis mit ihren Raketen und Flugmaschinen im Zweiten Weltkrieg? Welche Bedeutung haben chinesische Sternzeichen?

Familien- und Kinderebene.
Für Familien und Kinder gibt es ein eigenes Programm. Erstmals wird  der Neuschwansteinmeteorit ausgestellt und kann im Museum im Grünen Haus besichtigt werden. Ein Stück Weltall im Außerfern. Besucht werden kann die Ausstellung bis 4. November, jeweils von Dienstag bis Samstag, von  13 bis 17 Uhr. Jeden ersten Donnerstag im Monat hat das Museum bis 19 Uhr geöffnet – mit einer kostenlosen Führung um 17.30 Uhr. Der Sommer steht im Zeichen der Sterne: Am 20. Juli findet im Museum im Grünen Haus ein Vortrag über den Astronomen Anton Maria Schyrle statt. Im September soll es in der Marktgemeinde Reutte einen Planetenweg geben.

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