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Reutte | Wirtschaft | 11. Juli 2022 | Von Sabine Schretter

Plansee Group freut sich über Rekordumsatz

Die beiden Plansee-Vorstände Wolfgang Köck und Karlheinz Wex (v.l.) am Dach des neuen Ceratizit-Standortes Kreckelmoos. RS-Foto: Schretter
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Kraftakt im Jahr 1 nach Ceratizit-Übernahme brachte sattes Plus von 56 Prozent

Das 101. Jahr von Plansee, das Jahr 1 nach der 100-prozentigen Übernahme von Ceratizit, war gekennzeichnet von ungünstigen Rahmenbedingungen. Dennoch konnte die Plansee Group im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/0222 den neuen Umsatzrekord von mehr als 2 Milliarden Euro erzielen.
Von Sabine Schretter

Der Beginn des Geschäftsjahres 2021/2022 war herausfordernd. Mit dem Abflauen des Pandemiegeschehens zeichnete sich eine Konjunkturbelebung ab. Dann aber begannen Probleme durch gestörte Lieferketten, deutlich gestiegene Rohstoffkosten und lange Lieferzeiten. Die 100 Prozent-Konsolidierung von Ceratizit und unternehmensinterne Verbesserungen machten dennoch eine Umsatzsteigerung um 56 Prozent möglich. Der klare Fokus der Plansee Group liegt auf den Werkstoffen Wolfram und Molybdän. Besonders stark ist die Nachfrage aus der Medizintechnik sowie der Halbleiter- und Bauindustrie. In der Wolframpulverfertigung wird zunehmend auf Recycling aus Wolframschrott gesetzt.  Man arbeite zudem vertärkt daran, den CO2-Fußabdruck der Plansee Group zu verringern, so Vorstandsmitglied Wolfgang Köck. So wird für die Gewinnung von Wasserstoff, der als Prozessgas gebraucht wird,  verstärkt auf Elektrolyse mithilfe von grünem Strom gesetzt. „Damit kommen wir von der Wasserstofferzeugung aus Erdgas weg“, umreißt er  das Ziel, den internen CO2-Fußabdruck in drei bis fünf Jahren aus eigener Kraft um bis zu 60 Prozent zu senken.

AUBLICK. Vorstandssprecher Karlheinz Wex rechnet damit, dass die Konjunktur – die Ukrainekrise wird weiter stark negativ wirken – und die Bedarfe der Kunden nach dem Sommer zurückgehen werden. Steigende Strom- und Gaspreise, die Inflation, Logistik- und Versorgungsprobleme auf den Beschaffungsmärkten und der Fachkräftemangel in mehreren Berufsgruppen gehören zu den Herausforderungen. Sie werden im zweiten Halbjahr Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben. Gerade die Gasversorgung könne zu einem großen Problem werden. Eine Einschränkung der Gasversorgung hätte signifikante Auswirkungen. „Einen temporären Versorgungsstop würden wir überstehen. Eine längerere Unterbrechung wäre katastrophal und würde zu Teilabschaltungen in der Produktion führen“, führt Wolfgang Köck dazu aus. Der weltweite Arbeits- und Fachkräftemangel bereite indes mittelfristig weniger Sorge. „Wir bekommen Mitarbeiter, befinden uns allerdings in einer für die Region kritischen Größe“, sagt Vorstandssprecher Wex. Um hier abzufedern, werde vertärkt auf Automatisierung gesetzt. Beim Blick auf die Personalkosten hofft Karlheinz Wex  „auf einen vernünftigen Weg durch die Sozialpartner“.

NEUER STANDORT. 154 Millionen Euro wurden durch die Plansee Group in Sachanlagen investiert. Unter anderem auf den Ceratizit-Standort Kreckelmoos, wohin beim kürzlichen Pressetermin zum Lokalaugenschein geladen wurde. Tobias Raggl, technischer Leiter Ceratizit, führte durch die Anlage. Die Maße des Ceratizit-Standortes Kreckelmoos sind imposant: Auf einer Gesamtfläche von mehr als 30.000 m2  steht ein 82 Meter breites und 220 Meter langes Gebäude, dessen größte Höhe 33 Meter misst. „Man könnte hier fünf- bis sechsmal die Allianz-Arena unterbringen“, veranschaulicht Tobias Raggl diese Zahlen. Nachhaltigkeit war eine der wesentlichen Prämissen, vieles wurde aus Holz gefertigt. „Hier wurden 5.300 m3 Holz verbaut.“ Bei der Umsetzung des Bauvorhabens wurde größtmögliche Energieautonomie angestrebt und besonderer Wert auf Ressourcenschonung gelegt. Wasser, in Form von Grund- und Hangwasser, wird zur Kühlung verwendet. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Überschüssige Abwärme wird genutzt. Zwischen den Gebäuden und im neuen Gelände Kreckelmoos werden autonome Fahrzeuge unterwegs sein.
Wer auf dem riesigen Dach des Gebäudes steht, dem fällt auf, dass kein Straßenlärm von der Umfahrungsstraße B179 zu hören ist. Geschuldet ist das der Bauweise. „Wir haben hier wohl die teuerste Lärmschutzwand Tirols errichtet“, freut sich auch Vorstand Karlheinz Wex darüber.

PLATZ FÜR 500 MITARBEITER. Im Vollausbau sollen am Standort Ceratizit Kreckelmoos ca. 500 Mitarbeiter beschäftigt werden. „Ceratizit platzt aus allen Nähten“, erklärt Karlheinz Wex. Viele Mitarbeiter werden vom bestehenden Standort, der erhalten bleibt, hierher verlagert und die Automatisierung wird stark forciert. Am Produktionsstandort Kreckelmoos werden auf drei Ebenen mechanische Fertigungsschritte ausgeführt werden und dafür ca. 300 Anlagen an den neuen Standort übersiedelt. „Es ist die größte Anlage aller unserer Standorte. Damit übertrumpfen wir sogar China“, freut sich Vorstand Wolfgang Köck. Am internen Optimierungsprojekts „better together“ werde man weiter festhalten und sich leistungs- und wettbewerbsfähig aufstellen, so Vorstandssprecher Wex.
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