„So schnell wie möglich“

Die Galerie an der L76 Landecker Straße wird derzeit geplant, Behördenverfahren und Ausschreibung erfolgen im Laufe des Jahres. Gebaut wird ab 2020, wahrscheinlich eineinhalb Jahre lang. RS-Foto: Archiv

Straßenbauvorhaben des Landes im Bezirk – L76-Galerie südlich von Landeck wird 2020 in Angriff genommen

 

Heuer ist’s noch nicht soweit – die geplante Galerie an der L76 Landecker Straße kann erst ab 2020 gebaut werden. Heuer setzt das Baubezirksamt eher kleinere Projekte im Bezirk um, aber auch eine Brücke in Pettneu oder zusätzliche Steinschlagschutznetze an der B180 stehen auf dem Bauprogramm.

 

Von Daniel Haueis

 

Das Straßenbauprogramm 2019 des Landes liegt vor. Im Mittelpunkt stehen auch heuer Verkehrssicherheit und der Lärmschutz: „Obers-te Priorität bei allen Bauvorhaben hat die sichere Erreichbarkeit aller Landesteile“, betont Straßenbaureferent LH-Stv. Josef Geisler. Ein Schwerpunkt vor allem im Oberland liege im Schutz der Verkehrsverbindungen vor Lawinen und Steinschlag. Die Lawinengalerie an der L16 Pitztalstraße im Bereich der Schützesrinne wird nach einjähriger Bauzeit fertiggestellt, mit dem Bau einer Lawinengalerie begonnen wird an der L240 Venter Straße bei der Lehnenbachlawine, nennt Geisler zwei größere Projekte. Baubezirksamtsleiter DI Günter Heppke kennt auch kleinere – im Bezirk Landeck: Vom Neuen zum Alten Zoll werden Kehren ausgebaut, damit auch 14-Meter-Busse nach Fließ fahren können. Fahrbahnsanierungen sind in Hochfinstermünz, in Ischgl, am Piller, in Tösens, in Fiss und Ladis, bei Wiesberg und an der Spisser Straße geplant. Randleistensanierungen stehen im Kaunertal, in Hochgallmigg oder in Fendels an. Errichtet wird die „Pettneuer Bach“-Brücke. Und auch an der B180, wo ein Südtiroler aufgrund eines Felssturzes ums Leben kam, wird gearbeitet: Es werden zwei zusätzliche Steinschlagschutznetze installiert, weiß Heppke. Aufgrund von Notfällen werden bereits im Bereich Eichholz-Urgen Vernetzungen vorgenommen.

 

GALERIE AN DER L76. In der Planungs- und Projektierungsphase ist die 700 Meter lange Steinschlagschutzgalerie an der L76 Landecker Straße südlich der Landecker Stadt-einfahrt. Vorarbeiten wurden im Herbst geleistet, als die Böschung abgeholzt und der Hang vermessen wurde. Seit vergangener Woche sind die Bemessungslasten (Steinschlag auf das Galeriedach) bekannt, womit nun die Beschaffenheit der Galerie berechnet werden kann, weiß DI Günter Guglberger vom Sachgebiet Brücken/Tunnel der Landesbaudirektion. Es folgen die Behördenverfahren (Straßen-, Wasser-, Naturschutzrecht), anschließend die Ausschreibungen – was jeweils einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen wird. Mit dem Bau kann also erst im Jahr 2020 begonnen werden. Die Bauzeit beträgt laut DI Guglberger etwa eineinhalb Jahre (je nach Winter). Schneller geht nicht: Guglberger will das Projekt „so schnell wie möglich abarbeiten“.

 

GALERIE, KEIN TUNNEL. Eine Galerie ist’s geworden, weil ein Tunnel noch länger, nämlich 1000 Meter, geworden wäre – damit wären Fluchtwege nötig, die aber wieder nur in den steinschlaggefährdeten Bereich führen hätten können. Gegen andere Varianten wie einen Tunnel, eine kurze Freistrecke und nochmals einen Tunnel sprachen straßenbautechnische Probleme (Kurvenradien). Von Vorteil ist, dass auch bei einer Galerie wohl nicht die gesamte L76 gesperrt werden muss: Guglberger rechnet mit einer einspurigen Verkehrsführung, also einer Ampelregelung während der Bauzeit. Die Galerie wird aber kein einfacher Bau, ist etwa aufwändig zu fundamentieren, was die Kosten erhöhen dürfte. Eine gewöhnliche Galerie kostet rund 15.000 Euro pro Meter, eine 700 Meter lange also gut 10 Millionen Euro. Die Kosten für die L76-Galerie, die Sicherheit für Pendler, Schüler, Touristen etc. bringen wird, werden also deutlicher im zweistelligen Millionenbereich liegen.

 

DI Günter Heppke: zwei zusätzliche Steinschlagschutznetze an der B180 RS-Foto: Archiv