Spar kommt nach Stams

Im Osten wird der Parkplatz sowie der Eingang zum Markt angesiedelt werden. RS-Foto: Dorn

Ansiedelung des Lebensmittelhändlers spätestens 2021

Der Pachtvertrag zwischen dem Stift Stams und dem Autohaus Rieberer für das Grundstück beim Kreisverkehr am Ortseingang läuft 2020 aus und von Seiten des Klosters wird er nicht verlängert. Stattdessen ist geplant, auf dem Grundstück eine Filiale des Handelsunternehmens Spar zu errichten. In der jüngsten Sitzung des Stamser Dorfparlaments wurde den Gemeinderäten und den Anrainern das Projekt vorgestellt und die ersten Beschlüsse gefasst.

Von Agnes Dorn

Zwischen der Gemeinde und den Grundbesitzern gebe es schon eine Einigung, erklärte Bürgermeister Franz Gallop als Einleitung. Erste Baupläne von der Architekturhalle liegen schon vor und die Änderung des Flächenwidmungsplans, der Beschluss für den Bebauungsplan sowie eine Grundarrondierung in einem Teilbereich des Areals wurden in dieser Sitzung unter Dach und Fach gebracht. „Mit dem Bau des Kreisverkehrs ist das Grundstück für uns interessant geworden. Seit eineinhalb Jahren sind wir dabei, den Grund und Boden zu untersuchen“, berichtet Werner Hechenberger, Leiter der Expansion beim Handelskonzern Spar, vom Beginn der Verhandlungen. Auch die Verkehrsplanung wurde bereits in Zusammenarbeit mit dem Baubezirksamt durchgeführt und die Zufahrt für die Anlieferungen nach Prüfung mehrerer Varianten im Westen festgelegt.

PARKPLATZ, VERKAUF UND ANLIEFERUNG.

Im Osten des Grundstücks wird der Parkplatz direkt neben einem weiteren Grundstück mit Gewerbewidmung errichtet werden. Außer diesem und dem Bereich für die Anlieferung, den Lagerräumen, der Manipulationsfläche, den Büros und den Sanitäranlagen werden von der insgesamt 3900 Quadratmeter großen Pachtfläche etwa 600 Quadratmeter als Verkaufsfläche in Anspruch genommen werden. Somit wird der Markt eine ähnliche Größe wie jener auf der Ötztaler-Höhe oder der M-Preis in Silz aufweisen. Ob der Konzern eine der Anlieferungen auch nachts durchführen wird, konnte Hechenberger im Voraus nicht bestätigen. „Grundsätzlich will Spar so flexible Anlieferungen wie möglich“, räumt er ein. Aber nur wenn diese auch verträglich seien – und das sei in einem Wohngebiet wie jenem in Stams unwahrscheinlich. „Der Lärmtechniker wird wahrscheinlich sagen: ,Das könnt ihr vergessen in der Nacht‘“, machte Hechenberger den anwesenden Anrainern Hoffnung. Auch die notwendige Klimatechnik wäre nie lauter als der Umgebungslärm, der Lärm des Parkplatzes im Regelfall dagegen schlimmer, so der Leiter der Expansion.

BAULICHE MASSNAHMEN.

Neben der Lärmemission werden die direkten Anrainer die Ansiedelung des Lebensmittelmarktes vor allem optisch zu spüren bekommen: Mit acht Meter Abstand zu den angrenzenden Reihenhäusern (jeweils vier Meter bis zur Grundgrenze) wird eine fünfeinhalb Meter hohe Lärmsichtschutzmauer errichtet werden, die über die Länge der Reihenhausparzelle hinaus reichen wird. Dass der Handelsriese den Standort in direkter Nachbarschaft zum Wohngebiet für sich erwählt hat, liegt an dessen Lage, die eine hohe Kundenfrequenz garantieren wird: 600 bis 700 Kunden erwartet man demnach täglich in der geplanten Filiale, weniger wären nicht rentabel. „Im Dorf hat jede Firma abgelehnt, das ist nicht wirtschaftlich“, so der Bürgermeister und Hechenberger ergänzt: „Nur an diesem Platz ist die Ansiedelung für Spar denkbar.“ Mit den Anrainern wolle man ein gutes Einvernehmen finden, so Hechenberger, der versprach, Anregungen der Zuhörer und Gemeinderäte in die weitere Planung einfließen zu lassen, so auch die Begrünung des Daches, eine Schranke, die nach Ladenschluss die Zufahrt zum Parkplatz verhindern wird sowie die Fortsetzung des Sichtlärmschutzes auf die gesamte nördliche Seite des Areals, um auch den Parkplatz akustisch abzuschirmen.

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