„Sparkling kids“

Hier steht geballte Gletscherpower! Gemeinsam wird die Frage nach der Bio-Albedo bestimmt beantwortet werden können. Fotos: Klemens Weisleitner

Black.Ice-Projektler lachen aus einer Schneekugel

Die Gletscher sollen immer grüner werden? Was bitte ist BioAlbedo? Und wer bitteschön will schon im ewigen Eis leben und warum? Eine Schülergruppe der NMS Königsweg Reutte beschäftigte sich mit ihrer Lehrerin Gerda Bubendorfer mit diesen und weiteren Fragen im Rahmen eines Sparkling Science Projektes.

Die Schüler arbeiteten dabei eng mit einem Team von Wissenschaftlern der Universität Innsbruck zusammen. Sie lernten die spannende Welt der Forschung Indoor und Outdoor – im Labor und in der freien Natur – kennen und verbrachten unter anderem erlebnisreiche Tage am Jamtalgletscher und direkt im Herzen der Forschung an der Uni Innsbruck. Ein Stück weit konnte auch die RUNDSCHAU dieses Projekt begleiten und über die Highlights berichten. Nicht nur die Schüler, auch die Wissenschaftler sehen einen hohen Profit in dieser Aktion. Auch für sie bringt diese Verknüpfung und Zusammenarbeit von Schule und Wissenschaft viel Neues und Spannendes. Sie stellen ihrerseits Leben und Sein in einer scheinbar leblosen Umgebung vor und lassen sich andererseits von der unbeeinflussten und neugierigen Sicht der Schüler auf die Dinge anstecken.
Dass dieses Projekt so erfolgreich laufen konnte und so viel Spaß machte, ist vor allem dem schier unermüdlichen Einsatz von Gerda Bubendorfer zu verdanken. Sie schlug erfolgreich die Brücke zwischen Schule und Universität, begleitet die Schüler, wo es notwendig war, gewährt aber auch so viel Freiheit, wie sie für ihre Entfaltung brauchen.

Die aus der Schneekugel lachen.
Hier lachen sie aus der Schneekugel – die Gletscherflöhe der NMSK!

Birgit Sattler vom Team der Wissenschaftler beschreibt ihre Eindrücke wie folgt: „Wissenschaftskommunikation ist nicht immer ein einfaches Handwerk. Komplexe Vorgänge in der Naturwissenschaft sollen verständlich gemacht werden, als Schüler soll man selbst Hand anlegen können, selber experimentieren und dann soll es Spaß auch noch machen – wehe, es wird fad! Eine Reihe von Anforderungen, die hier an die Wissenschaftler gestellt werden. Das Team des Instituts für Ökologie, mit dem die NMS Reutte unter der Leitung von Frau Gerda Bubendorfer nun seit 1,5 Jahren zusammenarbeitet, möchte diese Kriterien natürlich auch gerne erfüllen, ob es denn dann aber auch gelingt, das können einem in der unverblümtesten Wahrheit nur die Kinder selbst sagen. Geplant war eine trockene Evaluierung des bisherigen Verlaufs des Projekts „BLACK.ICE“ (Sparkling Science) und dazu wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit (Marianne Reisch) ein ausgeklügelter Fragebogen verfasst, der ein gutes Spiegelbild zu den Stärken und Schwächen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität liefern sollte.
Die Kinder jedoch griffen dem zuvor und überreichten dem Team eine selbst gebastelte Schneekugel, aus der das gesamte BLACK.ICE-Team herauslacht. Eine selbst gezeichnete Karte mit der Jamtalhütte, einer Eintagsfliegenlarve und den Porträts des Uni-Teams machten dann doch Hoffnung, dass die Richtung des gemeinsamen Umgangs passt. Das Projekt ist jedoch noch nicht zu Ende. Nun, da die Kinder schon kleine Profis am Gletscher sind, wird im Herbst noch eine gemeinsame Gletscherbeprobung in Angriff genommen. Forschung will auch dokumentiert werden – nicht nur mit knallharten Fakten, sondern es darf auch ästhetisch werden: So ist für den Winter eine gemeinsame Fotoausstellung zum Thema Gletscher geplant. Und einen großen Ansporn gibt es noch: die Sparkling Science Challenge, die sich über die Monate April bis Juni zieht und Fotos laufender und vergangener Projekte küren soll, wurde über zwei Monate von dem Projektteam gewonnen. Bei der letzten Runde müssen die Kinder nochmals mit ihren Bildern helfen. Man kann sicher sein, dass die Kameras nochmals heiß laufen werden am Jamtalferner! Die Motivation bleibt zum Glück noch ungebrochen bei den Kindern – nicht zuletzt durch den fast schon selbstlosen Einsatz ihrer Lehrerin Gerda Bubendorfer. Ohne engagierte Lehrpersonen als Brücke zwischen den Institutionen bleibt das ambitionierte Programm wertlos.“

Erst einmal Ferien.

Für Schüler und Lehrer geht es jetzt erst einmal in die wohlverdienten Ferien. Die Akkus werden aufgeladen, der Kopf wird frei – dann ist im Herbst wieder genug Energie vorhanden, um für die „eiskalte“ Gletscherwelt zu brennen.