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Telfs | Chronik | 21. Juni 2021 | Gebi G. Schnöll

Ein Job nur für „Hartgesottene“

Ein Job nur für „Hartgesottene“<br />
Hinein in die Dunkelheit und Stille: Nur unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen darf der Taucher in den „Faulturm“ einsteigen. Fotos: MG Telfs/Wieland
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Spezialtaucher aus Wien reinigten im Klärwerk Telfs den 18 Meter hohen „Faulturm“

Im Klärwerk des „Abwasserverbandes Telfs“ werden die Abwässer tausender Haushalte gereinigt und wiederaufbereitet. Damit die einzelnen Aufbereitungsprozesse reibungslos ablaufen, sind regelmäßige Wartungsarbeiten ein Muss. Unter anderem wird alle acht bis zehn Jahre auch der 18 Meter hohe „Faulturm“ gereinigt. Ein Fall für Spezialtaucher aus Wien.
Von Gebi G. Schnöll

Das Klärwerk des „Abwasserverbandes Telfs“ ist eine hochkomplexe Anlage, in der die Abwässer tausender Haushalte und der örtlichen Betriebe gereinigt und wiederaufbereitet werden. Mehrere Abläufe sind dafür notwendig. Was übrig bleibt ist Klärschlamm, der im „Faulturm“ abgelagert ist und zur Erzeugung von Methan verwendet wird. Das Klärgas ist eine wichtige Energiequelle für das Klärwerk, allerdings gelangen immer wieder auch Fremdstoffe in den Turm, die sich ablagern und mit der Zeit zum Problem werden. Um diese Verunreinigungen im Klärschlamm zu entfernen, müssen die Spezialtaucher mit ihrer 60 Kilo schweren Ausrüstung mehrere Stunden in absoluter Dunkelheit arbeiten. „Das ist die Königsdisziplin für Taucher. Das schaffen nur die wirklichen Profis“, schildert Franz Wieland, der Geschäftsführer der Abwasserverbandes.

Keine Angst, aber Respekt. Für den Abstieg der Taucher in den „Faulturm“, der ein Fassungsvermögen von 1.750 Kubikmetern aufweist, sind strengste Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Es gibt eine ständig aufrechte Sprechverbindung und zwei getrennte Luftversorgungssysteme. Dennoch müssen die Taucher bei der Arbeit in absoluter Dunkelheit eiserne Nerven bewahren, denn die Orientierung ist nur über den Tastsinn möglich. „Angst hat man nicht, wenn man da runtersteigt. Angst und Panik wären sehr gefährlich. Aber Respekt muss bei dieser Arbeit schon da sein“, verrät der Spezial-taucher Swen von der Wiener Firma „Umwelt-Tauchservice Ulrich“. Klärwerkchef Franz Wieland lobte nach dem Taucheinsatz die Arbeit der Berufstaucher: „Alles ist professionell und planmäßig abgelaufen. In mehreren Tauchgängen wurden mit dem Saugrohr und einer Injektorleitung die Fremdstoffe abgesaugt. Das Ergebnis entspricht einer zu entsorgenden Menge von 109,02 Tonnen an entwässertem Schlamm. Jetzt kann der Faulturm wieder seinen vollen energetischen Nutzen bringen.“
Ein Job nur für „Hartgesottene“<br />
„Alles OK, ich kann jetzt unter!“
Ein Job nur für „Hartgesottene“<br />
Zwei getrennte Luftversorgungssaysteme sorgen dafür, dass dem Spezialtaucher die Atemluft nicht ausgehen kann. Zudem besteht ständig eine Sprechverbindung.
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Klärwerkchef Franz Wieland lobt die Spezialtaucher. Foto: MG Telfs/Dietrich
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