Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Telfs | Chronik | 24. September 2019 | Gebi G. Schnöll

SPÖ Tirol will ländlichen Raum weiter stärken

SPÖ Tirol will ländlichen Raum weiter stärken
Für einen starken ländlichen Raum: V.l. Zirls Bürgermeister Thomas Öfner, Flaurlings Dorfchefin Brigitte Praxmarer und SPÖ-Chef Georg Dornauer. RS-Foto: Schnöll
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Forderung nach mehr finanzieller Unterstützung von Bund und Ländern für Gemeinden bei der Kinderbetreuung  


Pamela Rendi-Wagner, die Bundesparteivorsitzende und Spitzenkandidatin der SPÖ zur Nationalratswahl, schnürte in ihrem Wahlprogramm auch ein Paket zur Stärkung des ländlichen Raumes. Auf diesen Zug springt man nun auch bei der neuen SPÖ Tirol auf. „Vor allem die Kinderbetreuung und die ärztliche Versorgung müssen in Tirol besser abgesichert werden“, zeigten sich vergangenen Freitag bei einer Pressekonferenz in der SPÖ-Zentrale in Innsbruck der Tiroler SPÖ-Landesparteivorsitzende Georg Dornauer, die Flauringer SPÖ-Bürgermeisterin Brigitte Praxmarer und ihr „roter“ Amtskollege Thomas Öfner aus Zirl unisono einig. 

„Immer mehr Menschen zieht es in die Städte und Ballungszentren, die ländlichen Räume dünnen aus. Viele Regionen und Gemeinden Österreichs haben mit dieser Landflucht zu kämpfen. Denn weniger Einwohner heißt auch, dass es den Betrieben vor Ort an Nachwuchskräften fehlt, dass der soziale Zusammenhalt leidet und vor allem, dass die Finanzierung der Infrastruktur vor Ort immer schwieriger wird“,  hält Pamela Rendi-Wagner in ihrem  Wahlprogramm fest und sie warnt davor, dass sich die Ausdünnung des ländlichen Raumes auch auf die ärztliche Versorgung auswirken wird. Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer teilt die Meinung der SPÖ-Bundesparteivorsitzenden: „Auch ich bin dafür, dass die Menschen in den Gemeinden bei der Kinderbetreuung, bei der ärztlichen Versorgung und beim öffentlichen Verkehr die gleich guten Chancen vorfinden wie die Bewohner in Städten!“ In Tirol steht man allerdings auch in vielen Gemeinden vor dem Problem, dass durch die Verhinderung der Abwanderung und durch den Zuzug von außen die Infrastruktur ausgebaut werden muss. Insbesondere die Kinderbetreuung kostet viel Geld. Die Flaurlinger Bürgermeisterin Brigitte Praxmarer spricht aus Erfahrung: „Die Kinderbetreuung ist in den meisten Gemeinden ein großes Thema und ein Muss, damit  sich Familie und Beruf vereinen lassen. In Flaurling sind wir gut aufgestellt, ich muss aber hervorheben, dass die Kinderbetreuung eine organisatorische und finanzielle Herausforderung ist. Familien und Betriebe  profitieren von dieser Einrichtung gleichermaßen, sie muss aber flexibel angepasst sein!“ 

BUND UND LÄNDER SOLLEN GEMEINDEN BESSER UNTERSTÜTZEN. Der Zirler Bürgermeister Thomas Öfner glaubt, dass alles, was bundesseitig vorgegeben wird, gemeindeseitig auch gelöst werden kann. Man habe in den vergangenen Jahren auch in seiner Markgemeinde viel in die Kinderbetreuung investiert. SPÖ-Landesparteivorsitzender Georg Dornauer will, dass bei der Finanzierung der Kinderbetreuung verstärkt der Bund und die Länder in die Pflicht genommen werden. „Es muss Aufgabe der nächsten Regierung sein, dass der Bund und das Land die Gemeinden entlasten. Die meisten Kommunen können die Kosten für die ständig wachsende Kinderbetreuung und dem damit verbundenen Ausbau von Betreuungsplätzen kaum bis gar nicht stemmen“, so Dornauer.

ÄRZTEMANGEL. Die Ausdünnung des  ländlichen Raumes wirkt sich in vielen Regionen auch auf die ärztliche Versorgung aus. „In Zirl ist der Sprengelarzt in Pension gegangen, nun stehen wir vor dem Problem, wer seine Agenden übernimmt“, berichtet Thomas Öfner. Eine Leichenbeschau, polizeilich angeordnete Blutabnahmen zur Bestimmung des Alkoholgehalts nach Verkehrsunfällen etc. oder auch Einweisungen von Personen wegen psychischer Probleme dürfen nur von einem Sprengelarzt druchgeführt werden. „Es wird immer schwieriger einen Sprengelarzt in der Nähe zu finden, aber auch der Ärztemangel generell ist groß. In Zirl sind wir in der glücklichen Lage, in der Nähe der Landeshauptstadt zu sein, prekär ist die Situation oft in Tälern, wo sich kaum mehr Jungärzte niederlassen!“
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