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Telfs | Kultur | 25. April 2022 | Lia Buchner

Es gibt keinen „falschen Strich“

Es gibt keinen „falschen Strich“
„Ich“, Selbstporträtstudien, Tinte auf Pergament, undatiert. RS-Fotos: Buchner
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Eröffnung des Sepp Schwarz-Kabinetts in der Villa Schindler in Telfs

Mehr als 200 Werke von Sepp Schwarz sind allein in der Dauerleihgabe von Annemarie Schindler an die Gemeinde Telfs enthalten, noch einmal 140 Arbeiten besitzt das Noaflhaus. Dazu kommen weit mehr als 1.000 Druckstöcke des Künstlers. Nun wurde fast zehn Jahre nach seinem Tod ein würdiger Rahmen für die Präsentation eines Teils seines Oeuvres in der Villa Schindler geschaffen: das Sepp Schwarz-Kabinett.
Von Lia Buchner

Ein Banner an der Stirnseite des Kabinetts empfängt den Besucher mit einem Sepp Schwarz-Zitat: „Es gibt keinen ‚falschen Strich‘ in einer Zeichnung, sondern ihr empfindet und seht ihn nur als ‚falsch‘. Also setzt den passenden Strich ‚richtiger‘ neben den ersten ‚falschen‘ Strich, und wenn ihr wieder unzufrieden seid, macht es noch einmal, hundert Mal - und wenn ihr dann dieses Gestrichel aus einiger Entfernung anschaut, werdet ihr sehen, dass das gesamte Strichgebündel ziemlich den ‚richtigen Strich‘ ergeben hat…“

Enorme künstlerische Vielfalt. Damit ist die Arbeit des großen Sepp Schwarz bereits klar umrissen. Der leidenschaftliche Lehrer kannte kein Falsch oder Richtig, es nur immer wieder neu zu versuchen zählte für ihn. Als künstlerischer Autodidakt entwickelte er einen enorm vielfältigen und doch immer sehr persönlichen Ausdrucksstil. Er arbeitete mit Holzschnitt, Guagen, Schnitzereien, Federzeichnungen oder Aquarell. Diese Ausdrucksmittel nutzte er nicht in abgegrenzten Phasen, er schöpfte je nach Thema sein Leben lang aus diesem Schatz. Sepp Schwarz gilt als einer der stärksten graphischen Künstler Tirols, das visionäre Element war Teil seines Charakters. Seine Inhalte waren mythologische Themen, natürlich die Telfer Fasnacht, der menschliche Körper. In vielen seiner Arbeiten stehen mehrere Themen simultan nebeneinander und finden doch harmonisch in eine Gesamtkomposition. Die begleitende Sonderausstellung „Facettenreich“ zeigt einen spannenden Einblick in diese künstlerische Vielfalt.

Säurefreie Aufbewahrung. Das Sepp Schwarz-Kabinett ist mit neuen säurefreien Vitrinen und Gläsern ausgestattet, um ein weiteres Vergilben der kostbaren Werke zu verhindern. Die bisherige Aufbewahrung der Grafiken hat teilweise bereits zu Beschädigungen geführt, weshalb sämtliche ausgestellte Stücke restauriert werden mussten. Das Kabinett wird in Zukunft parallel zu Sonderausstellungen in der Villa Schindler geöffnet und jeweils neu bestückt sein. Die aktuelle Ausstellung „Facettenreich“ ist bis 30. April täglich von 14 bis 16.30 Uhr zu sehen. Am 29. April findet um 15 Uhr eine Kuratorinnen-Führung durch die Sonderausstellung und das Sepp Schwarz-Kabinett statt.
 
Es gibt keinen „falschen Strich“
Der menschliche Körper ist ein immer wiederkehrendes Thema im Werk von Sepp Schwarz.
Es gibt keinen „falschen Strich“
„Van Gogh auf dem Weg zur Arbeit“, Gouache 1990.
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