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Telfs | Politik | 14. Mai 2019 | Klara Fritz

Bestnoten für die FIS Nordische WM in Seefeld

Bestnoten für die FIS Nordische WM in Seefeld
Dr. Martin Schnitzer (Uni Innsbruck), Christian Scherer (Organisationsdir.), Bgm. Werner Frießer, LH Günther Platter, Dr. Klaus Leistner vom ÖSV, GF Elias Walser und Prof. Hubert Siller vom MCI im Seefelder Tennisstüberl. Foto: Rangger
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LH Platter hätte sich eine so positive Bilanz „nicht träumen lassen“ und will bald wieder eine WM aufs Plateau holen


Außerordentlich zufriedene Besucher, freundliche Gastgeber und ein regionalökonomischer Effekt von 39,1 Millionen Euro – eine Studie von Management Center Innsbruck und Universität Innsbruck belegen positive Auswirkungen der FIS Nordischen Ski Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld. Darüber erfreut zeigten sich kürzlich bei einer Präsentations-Pressekonferenz ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner, ÖSV-Organisationsdirektor Christian Scherer, Bürgermeister Werner Frießer, TVB-GF Elias Walser und LH Günther Platter, der die WM-Mehrkosten zwar als „ärgerlich“ bezeichnete, wegen des Schönheitsfehlers die WM-Bilanz aber nicht trüben möchte: „Ich fände es eine gute Idee, diesen Event in einigen Jahren wieder nach Seefeld zu holen!“

Eine bessere Werbung für Tirol und Seefeld hätte ich mir eigentlich nicht träumen lassen“, so LH Platter über die Ergebnisse einer Studie von MCI und Universität Innsbruck zu den wirtschaftlichen Auswirkungen und der Besucherzufriedenheit der FIS Nordischen Ski Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld. „Die Studie belegt, wie gut alles gelaufen ist und wie großartig die Atmosphäre war. Dafür möchte ich der Gemeinde mit Bürgermeister Frießer an der Spitze, dem TVB, dem ÖSV, den Einsatzorganisationen und den zahlreichen freiwilligen Helfern ganz herzlich danken.“ Die Studie basiert auf Interviews mit knapp 1.000 WM-Besuchern. „Wir haben während der Wettkampftage mit qualifizierten Interviews eine außerordentliche Gesamtzufriedenheit der Besucher feststellen können“, resümiert Prof. Hubert Siller, Leiter MCI Tourismus. So sind 97 Prozent der Befragten „sehr zufrieden“ bzw. „zufrieden“ mit ihrem WM-Besuch. Als Schulnote vergaben sie ein 1,43 - deutlich besser als zum Beispiel die Besucher der WM in Schladming.

NACHHALTIGE WM. Die höchsten Zufriedenheitswerte erzielten die Anreisemöglichkeiten, die Atmosphäre bei den Veranstaltungen, die Freundlichkeit des Personals und die Organisation der Veranstaltungen. „Die enormen Zufriedenheitswerte, insbesondere was die Organisation und die Freundlichkeit betreffen, freuen mich ganz besonders. Seefeld hat sich als guter Gastgeber erwiesen“, sagt Bgm. Frießer, der auch an der Organisation federführend mitwirkte. Dass laut der Studie 71 Prozent die Olympia-region Seefeld als Reisedestination weiterempfehlen würden und 57 Prozent vorhaben, Seefeld in den nächsten Jahren erneut zu besuchen, freut auch TVB-GF Elias Walser: „Das zeigt, dass die WM auch unter touristischen Gesichtspunkten nachhaltig wertvoll war und wir mittel- und langfristig mit positiven Effekten und neuen Stammgästen rechnen können.“ Walser weiter: „Durch die WM haben wir mit größeren Einbußen bei den Nächtigungszahlen gerechnet. In Leutasch und Scharnitz verzeichneten wir im WM-Winter sogar ein kleines Plus. Insgesamt fielen die Nächtigungen mit einem Minus von 2,6 Prozent glimpflicher aus als vorhergesagt. Klare Verlierer wie die Bergbahnen, die Sportartikelbranche oder die Gastronomie abseits der WM-Veranstaltungsorte gab es natürlich auch. Die tollen Zahlen lassen aber eine positive Entwicklung in Zukunft prognostizieren!“

WEITERE WM SINNVOLL. Von den rund 65.400 Besuchern kamen 68 Prozent von außerhalb Tirols. 31 Prozent waren aus Deutschland, 30 Prozent aus Skandinavien und sieben Prozent aus der Schweiz. Durch die zum Teil lange Aufenthaltsdauer ergaben sich 204.400 Gesamteintritte, zahlreiche Besucher wohnten mehreren Wettkämpfen bei. Das MCI und die Universität Innsbruck haben berechnet, dass alle Besucher einen Primärimpuls von 26,1 Millionen Euro brachten. Der für derartige Events angenommene Konsummultiplikator von 1,5 führt zu einem induzierten regionalökonomischen Effekt von 39,1 Millionen Euro.  „Seefeld ist ein weiteres positives Beispiel dafür, wie eine Sportgroßveranstaltung des österreichischen Skiverbandes nachhaltig nutzbare Sportinfrastruktur geschaffen hat. Damit stehen dem nordischen Nachwuchs künftig zusätzliche Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung“, erklärt ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner. Apropos Infrastruktur: Positiv sind auch die Ergebnisse der Befragung hinsichtlich der Anreise zur FIS Nordischen Ski WM. Demnach sind 38 Prozent mit der Bahn und weitere 33 Prozent mit Bussen angereist. Günther Platter abschließend: „Die 2,5 Millionen Euro Mehrkosten bei der Infrastruktur sind zwar ärgerlich. Wir müssen bei künftigen Sportgroßereignissen einfach Wert auf großzügigere Budgetrahmen und exaktere Kostenschätzungen legen. Genauso wie die Unsportlichkeiten beim Dopingskandal dürfen solche Schönheitsfehler aber nicht die gesamte WM-Bilanz ins Negative ziehen. In Seefeld konnten wir keinen größeren Erfolg erträumen. Sicherlich dürfen wir die Bevölkerung am Plateau nicht überfordern. Auf Grund der optimalen Infrastruktur wäre es aber in geraumer Zeit sinnvoll, wieder eine Nordische WM nach Seefeld zu holen!“

Von Bernhard Rangger
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