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Telfs | Politik | 16. November 2020 | Gebi G. Schnöll

Bürgermeisterwahl war nur ein Formalakt

Bürgermeisterwahl war nur ein Formalakt<br />
Die Amtsübergabe wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung offiziell: Gabi
Rothbacher beerbt Langzeitbürgermeister Gottlieb Jäger. RS-Foto: Schnöll
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Gabi Rothbacher wurde wie angekündigt vom Gemeinderat zur Pollinger Dorfchefin gewählt, Andreas Knabl zum „Vize“

Seit Mittwoch vergangener Woche ist es offiziell: Gabi Rothbacher ist bis zu den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2022 die Dorfchefin von Polling, Andreas Knabl (beide Allgemeine Bürgerliste Polling) wurde zum Vizebürgermeister bestellt. Beide erhielten bei der geheimen Wahl je sieben Stimmen. Der Bürgermeisterwahl hatten sich auch NR Rebecca Kirchbaumer (Dorfliste Polling) und GR Robert Greil (Bunt für Polling) gestellt. Sie erhielten je zwei Stimmen vom elfköpfigen Gemeinderat. Kirchbaumer hatte sich auch der Vizebürgermeisterwahl gestellt und erhielt hier ebenfalls zwei Stimmen, zwei abgegebene Stimmen waren ungültig.
Von Gebi G. Schnöll

Die nach dem Abtritt von Langzeitbürgermeister Gottlieb Jäger notwendig gewordene Neubesetzung des Bürgermeisterpostens und auch die Wahl eines neuen Vizedorfchefs sind wie erwartet an die „Allgemeine Bürgerliste Polling“ gegangen. Gabi Rothbacher ist die nächsten eineinhalb Jahre Bürgermeisterin, Andreas Knabl, im Gemeinderat bisher Obmann des Überprüfungsausschusses, wurde  zum Vizebürgermeister bestellt. Rothbacher setzte sich mit den sieben Stimmen ihrer Fraktion gegen die Gegenkandidaten NR Rebecca Kirchbaumer (Dorfliste Polling) und GR Robert Greil (Bunt für Polling) durch, die bei der schriftlichen Abstimmung je zwei Stimmen erhielten. Sieben Stimmen seiner Fraktion erhielt auch Andreas Knabl, der als „K1“-Coronakontaktperson an der Gemeinderatssitzung am Mittwoch nicht teilnehmen konnte.  Er ließ aber mit einer schriftlichen Erklärung wissen, dass er das Amt annehmen und sich den Herausforderungen zum Wohle der Pollinger Bevölkerung stellen wird. Die frischgebackene Dorfchefin Gabi Rothbacher bedankte sich in ihrer Antrittsrede bei ihren Fraktionskollegen für die Unterstützung und beim zurückgetretenen Langzeitbürgermeister Gottlieb Jäger für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen 22 Jahren, in denen sie Jäger als Vizebürgermeisterin zur Seite gestanden hat. „Mir ist es ein Anliegen, im Gemeinderat gemeinsam für Polling zu arbeiten. Ich will den erfolgreichen Weg mit dem gesamten Gemeinderat fortsetzen“, kündigte Rothbacher an.

„Offener Brief“. Ob es sich dabei nur um einen frommen Wunsch handelt, wird die Zukunft zeigen. Denn beim Punkt Allfälliges bekam „Bunt für Polling“-Gemeinderat Rober Greil gleich zu spüren, dass Rothbacher die Salzstraßengemeinde mit Konsequenz regieren wird. Greil brachte nämlich im Namen der Liste „Bunt für Polling“ unter dem Punkt „Anträge, Anfragen und Allfälliges“ einen Antrag um einen Bürgerbeteiligungsprozess zum Thema Verkehrsentlastung ein. Bekanntlich sollen die beiden Gemeinden Polling und Hatting mit einer Umfahrungsstraße vom Verkehr zum und aus dem Gewerbegebiet Polling entlastet werden. „Bürgernähe heißt, dass die Bürger in das Pojekt eingebunden werden“, betonte Greil. Die Bürgermeisterin ließ die Abstimmung über den Antrag gleich mal auf die nächste Gemeinderatssitzung vertagen. Und dann war da noch ein „Offener Brief“ an den Gemeinderat, verfasst vom neuen Vizebürgermeister Andreas Knabl und vorgelesen von der neuen Dorfchefin Gabi Rothbacher. Knabl kritisierte in dem Schreiben einen Online-Kommentar von GR Robert Greil auf der Facebookseite der Liste „Bunt für Polling“. Greil behauptet darin, dass Polling, was die Finanzkraft betrifft, im Vergleich mit allen Tiroler Gemeinden an letzter Stelle liegen würde. So gehe es jedenfall aus der aktuellen Landesstatistik hervor. „Das bedeutet, dass Polling die nahezu geringsten Einnahmen aus Kommunalsteuern, Grundsteuern, Lohnsummensteuern und dem Aufkommen an Abgabenertragsanteilen pro Einwohner im Vergleich mit allen 279 Tiroler Gemeinden hat. Finanziell steht Polling keinesfalls auf starken Beinen“, so Greil, der auch kritisiert, dass zwei Sozialgrundstücke anstatt an junge Pollinger Familien am freien Markt verkauft wurden. „All unser Familiensilber bzw. viele Gemeindegrundstücke wurden bereits verkauft. Im Klartext heißt das, dass es neue Ideen und Visionen braucht, um die Finanzkraft zu steigern. Der bisherige Weg war offenbar der falsche“, so Greil in seinem Kommentar.

Dorfpolitik ohne Polemik. Vizebürgermeister Andreas Knabl, der sich in Polling seit Jahren für das Projekt „Zukunft Wohnen“ engagiert, zerpflückte in dem „Offenen Brief“ den Kommentar von Greil, der sich danach nochmals mit seinen Versionen von Finanzkraft und leistbarem Wohnen zu rechtfertigen versuchte. Bürgermeisterin Gabi Rothbacher will sich von Robert Greil nicht stoppen lassen und den eingeschlagenen Weg auf jeden Fall weitergehen. „Die wichtigen Infrastrukturprojekte Kindergartenausbau und Hochbehälter werden kaufmännisch abgeschlossen und das Programm für 'Leistbares Wohnen in Polling' wird weitergeführt. Weitere 15 Wohnungen für junge Pollinger Familien sind bereits in Ausarbeitung, und die Vorkehrungen für den dritten und letzten Teil der Sanierung der Pollingbergstraße samt Erneuerung der Trinkwasserleitung sind bereits getroffen. Andreas Knabl und ich werden uns bemühen, die wirtschaftliche Situation, so wie sie sich derzeit darstellt, zu erhalten und neue Herausforderungen zum Wohle unseres Dorfes anzunehmen. Wir wollen die Zusammenarbeit mit dem ganzen Gemeinderat, Polemik hat keinen Platz!“
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