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Telfs | Politik | 12. Juli 2021 | Gebi G. Schnöll

Vizebürgermeisterinnen mit Dorfchef im Clinch

Vizebürgermeisterinnen mit Dorfchef im Clinch<br />
In Zirl sind Baugründe für leistbaren Wohnraum knapp. Nun wird um eine Lösung gerungen. Foto: zeitungsfoto.at
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Marktgemeinde Zirl Bauland leistbarer Wohnraum Zirler SP-Bürgermeister Thomas Öfner Vizedorfchefinnen Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl – ÖVP) und Victoria Rausch (Zirl Aktiv) Entwurf der „Vertragsraumordnung“
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Nach der jüngsten Gemeinderatssitzung in Zirl „fliegen die Fetzen“ - Ein Vorgeschmack auf den Wahlkampf?

Der Zirler SP-Bürgermeister Thomas Öfner liegt seit der jüngsten Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag mit seinen beiden Vizedorfchefinnen Iris Zangerl-Walser (Zukunft Zirl – ÖVP) und Victoria Rausch (Zirl Aktiv) ordentlich im Clinch. Öfner will in der Marktgemeinde leistbaren Wohnraum schaffen und stellt sich deshalb eine „Vertragsraumordnung“ vor, nach der private Grundstückseigner, die für ein größeres Grundstück um eine Umwidmung in Bauland ansuchen, die Hälfte der umgewidmeten Fläche zum Wohnbauförderungspreis an die Gemeinde abtreten müssen. Den Entwurf der „Vertragsraumordnung“ wollte Öfner bei der Gemeinderatssitzung durchboxen, doch die Listen der beiden Vizebürgermeisterinnen stemmten sich dagegen.
Von Gebi G. Schnöll

Die Marktgemeinde Zirl hat seit langem ein Problem mit Bauland für leistbaren Wohnraum. Die Grundstückspreise der privaten Eigner sind in den vergangenen Jahren rasant in die Höhe geschnellt, junge Familien können angesichts der Wucherpreise kaum mehr ein Grundstück erwerben. „Zwei Jahre lang hat der Raumordnungsausschuss an einem Regelwerk für eine neue Vertragsraumordnung gearbeitet. Rechtsanwälte und Bauträger waren eingebunden, doch die Listen ‚Zukunft Zirl – ÖVP‘ und ‚Zirl Aktiv‘ haben bei der Gemeinderatssitzung das ausgearbeitete Paket aufgeschnürt und zeigten damit, dass ihnen leistbarer Wohnraum kaum etwas bedeutet“, zeigte sich Bürgermeister Thomas Öfner am Tag nach der Sitzung bitter enttäuscht. Gefallen fand die neue „Vertragsraumordnung“ bei der Bürgermeisterliste (Für Zirl), bei der Liste „Frischer Wind“ und bei den Grünen. Auch der Obmann des Raumordnungsausschusses, GV Josef Gspan (Zirl Aktiv), war dafür, die FPÖ-Fraktion hatte keinen Mandatar zur Sitzung entsandt. 

Konter. Die beiden Vizebürgermeisterinnen Iris Zangerl-Walser und Victoria Rausch sind in einer Presseaussendung um Aufklärung bemüht: „In Sachen Vertragsraumordnung ist sich das bürgerliche Lager nicht einig. Die zehn anwesenden Mandatare der Listen  ‚Zukunft Zirl – ÖVP‘ und ‚Zirl Aktiv‘ haben in der Diskussion klar Stellung bezogen: Der einen Liste passt der Passus mit 50 Prozent Abtretung bei Neu- und Umwidmung zu Wohnbauförderungspreisen bei Eigenbedarf nicht, die andere Liste sieht im Vertrag ein Verhinderungswerkzeug für Wohnbau und wollte dem nicht zustimmen. Wir beide Vizebürgermeisterinnen haben in der Diskussion klar ausgedrückt, dass wir bei einer Teilung des Beschlusses zustimmen wollen. Das hätte bedeutet, dass die Vertragsraumordnung, genau wie vorgelegt,  beschlossen worden wäre – mit wechselnder Mehrheit, und wir hätten beide eine der Abstimmungen verloren. Der Bürgermeister hatte es in der Hand, und er hat sich für Parteipolitik auf Kosten der Sache entschieden. Ohne Beschluss geht er nun in die Sommerpause und versucht, uns dafür den sprichwörtlich ‚Schwarzen Peter‘ in die Schuhe zu schieben. Das bürgerliche Lager ist stark und breit aufgestellt. Das heißt, dass wir in der Sache nicht immer gleicher Meinung sind. Eine Demokratie funktioniert nur, wenn die Mehrheit entscheidet. Welche Farbe diese Mehrheit hat, sollte in der Sache egal sein. Wir hoffen auf mehr Sachlichkeit in den letzten Sitzungen dieser Periode, damit noch was weitergeht!“ Bürgermeister Thomas Öfner kündigte inzwischen an, dass er in der Causa „Vertragsraumordnung“ in der September-Gemeinderatssitzung einen neuen Anlauf nehmen werde. 

Unverständlich. Öfner ist mit einem noch weiteren Angriff von VP-Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser konfrontiert. Dabei geht es um den Vorplatz vom Musikpavillon, der nach diversen Bauarbeiten für die Dorfbewohner alles andere als eine Erholungsoase ist. „Einer der letzten Erholungsräume im Zentrum wird immer desolater und Öfner schaut zu. ‚Zukunft Zirl – ÖVP‘ hat bereits im Juli 2020 einen Antrag mit Vorschlägen für eine Platzgestaltung eingebracht. Der Antrag wurde im Gemeinderat nicht behandelt, der Bürgermeister hat uns in einem Antwortschreiben aber versichert, dass unsere Anregungen umgesetzt werden. Ein Jahr ist vergangen, nichts ist passiert, der Park zeigt sich immer noch in schlechtem Zustand. Im Zuge der letzten Gemeinderatssitzung befanden sich plötzlich Gestaltungsvorschläge in den Unterlagen. Da es keinen Beschluss zur Beauftragung eines Planungsbüros gibt, sind wir sehr gespannt, wer die Kosten für die Gestaltungsvorschläge übernimmt!“ Bürgermeister Öfner: „Die Bauarbeiten beim Pavillon dauerten länger als geplant.   Ich gehe davon aus, dass die für die Neugestaltung notwendigen Mittel aus dem Budget aufgetrieben werden können!“
Vizebürgermeisterinnen mit Dorfchef im Clinch<br />
Die Vizebürgermeisterinnen Victoria Rausch und Iris Zangerl-Walser (v.l.) am Musikpavillonvorplatz, der neu gestaltet werden sollte. Foto: Zukunft Zirl – ÖVP
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