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Telfs | Sport | 9. November 2020 | Alexander Dosch

Dem Winterkönig kommt der Trainer abhanden

Dem Winterkönig kommt der Trainer abhanden<br />
Als Spieler bleibt Marcel Schreter ein Säbelzahntiger. Als Trainer liegt die Zukunft in Haiming. Foto: sportszene.tirol
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Telfs-II-Coach Marcel Schreter wechselt zu Gebietsligist Haiming – Im RS-Gespräch spricht „Schredi“ über seine Beweggründe

19. August 2018, 10 Uhr, Wiltener Besele: Marcel Schreter feiert bei der Sonntags-Matinee gegen Sans Papiers sein Debüt auf der Trainerbank der zweiten Telfer Mannschaft. Das 1:3 gegen den späteren Tabellenzehnten war die erste von insgesamt lediglich sieben Niederlagen unter seiner Regentschaft. Denen stehen nicht weniger als 30 Siege und zehn Unentschieden gegenüber. Zahlen, die wohl auch in Haiming beeindruckten. Dort tritt Schreter jedenfalls die Nachfolge des zurückgetretenen Thomas Schiechtl an. Die Rundschau sprach mit „Schredi“ nicht nur über seine Beweggründe für den Wechsel zum Gebietsliga-Vierten.
Von Alex Dosch

RUNDSCHAU: Schredi, du übernimmst ab sofort die Agenden in Haiming. Was hat letztlich den Ausschlag für den Gebietsligisten gegeben?
Marcel Schreter:
Ich war eigentlich immer schon von Haiming begeistert. Die Infrastruktur und das Umfeld sind wirklich top. Zudem war in den Gesprächen herauszuhören, dass der Verein einiges vor hat. Das hat letztendlich den Ausschlag gegeben. Ich bin ein Typ, der Ziele braucht. Und diese Ziele will ich mit Haiming in den nächsten Jahren erreichen. Und was mir noch wichtig ist: Wir wollen den Zuschauern tollen Fußball bieten. Da muss jedes Spiel zum Highlight werden.
 
RS: Jetzt hat es im Zuge des Rücktritts von Vorgänger Thomas Schiechtl einige Unstimmigkeiten im Umfeld gegeben. Teils gibt es Gerüchte, dass einige Spieler den Verein verlassen wollen. Gab‘s dieszbezüglich schon Gespräche?
Schreter:
Erstmals möcht ich meinem Vorgänger Tommy Schiechtl Respekt zollen. Er hat ein Top-Team geformt. Und ja: es ist kein Geheimnis, dass einige Spieler mit dem Gedanken spielen, nicht mehr die Schuhe für Haiming zu schnüren. Ich werde natürlich alles versuchen, damit die Mannschaft zusammenbleibt. Das ist mir sehr wichtig. Mit vielen Spielern habe ich bereits Kontakt aufgenommen, mit dem ein oder anderen führe ich noch Gespräche.
 
RS: Wie schauen die Ziele mit Haiming aus?
Schreter:
In erster Linie geht es darum, attraktiven Fußball zu bieten. Was dann dabei heraus kommt, wird sich weisen. Aber die Mannschaft hat enormes Potential. Wir werden die Vorbereitung jedenfalls dazu nutzen um uns kennenzulernen. Zudem möchte ich der Mannschaft meine Spielphilosophie einimpfen. Ich habe einiges vor (lacht).
 
RS: Viel hattest du auch mit der zweiten Telfer Mannschaft vor. Und auch vieles erreicht. Nicht zuletzt den Herbstmeistertitel. Wie fällt ein Blick zurück aus?
Schreter:
Vor zweieinhalb Jahren hab ich die Jungs übernommen. Das Ziel war, die Qualität jedes einzelnen Spielers zu steigern. Das denke ich ist gelungen. Wir haben gleich im ersten Jahr den Aufstieg in die 1. Klasse West geschafft. Und die aktuelle Saison ist so und so unbeschreiblich verlaufen. Wir hatten einen mäßigen Start. Aber mit Fortdauer der Saison sind wir dann regelrecht explodiert, haben zehn Siege in Serie gefeiert, gingen nur einmal als Verlierer vom Platz und sind letztlich sogar Winterkönig geworden. Ich bin enorm stolz darauf, dass sich die Mannschaft so weiterentwickelt hat, einige Jungs sogar vor dem Sprung in die Regionalliga-Mannschaft stehen.
 
RS: Wäre es nicht reizvoll gewesen, mit den kleinen Säbelzahntigern im Frühjahr auf Titeljagd zu gehen?
Schreter:
Natürlich! Ich gebe die Jungs auch schweren Herzens  an Jogi (Josef Sporer, Anmerk.) weiter. Andererseits ist jetzt einfach die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. Aber das Thema Titeljagd ist dennoch nicht ganz zur Seite geschoben.
 
RS: Stimmt! Du bleibst Telfs ja weiterhin als Spieler erhalten.
Schreter:
Genau! Ich glaube, ich kann der Mannschaft mit der Erfahrung die ich im Laufe meiner Karriere gesammelt habe, durchaus weiterhelfen. 
 
RS: Aus der Regionalliga-Mannschaft ziehst du dich allerdings zurück. Warum?
Schreter:
Diesen Entschluss hab ich im Spiel gegen die Wacker Amateure gefasst. Da wurden mit Tobias Rohracher und Marcel Hasslwanter zwei junge Spieler eingewechselt. Und beide haben eine Wahnsinns-Partie gespielt. Da hab ich mir gedacht: jetzt ist es geschafft. Auch wenn ich mich körperlich topfit fühle. Aber die Muskulatur ist halt doch schon etwas veraltet. Die macht mir sehr oft einen Strich durch die Rechnung (lacht).
 
RS: Zurück zu deiner Trainer-Tätigkeit. Meist ist es so, dass Trainer bei einem Wechsel auch Spieler mitnehmen. Wie schaut‘s in deinem Fall aus?
Schreter:
Da halt ich mich mal bedeckt. Natürlich hätte ich gerne den einen oder anderen. Aber erstens möchte ich meine jungen Säbelzahntiger nicht schwächen und zweitens ist das Potenzial in Haiming absolut vorhanden.
 
RS: Letzte Frage: Für viele kommt der Wechsel nach Haiming überraschend. Eigentlich läge es ja auf der Hand, dass du irgendwann die Nachfolge von Werner Rott in Telfs antrittst. War das nie ein Thema?
Schreter:
Natürlich ist auch das im Raum gestanden. Aber ich finde, dass Werner der absolut richtige Mann ist, damit meine Telfer weiter in der Regionalliga bestehen können. Dazu kommt natürlich auch, dass die aktuellen Spieler alles sehr, sehr gute Freunde von mir sind. Da glaube ich, wäre es schwer gewesen, den richtigen Abstand zu finden. Mein Augenmerk liegt jetzt ganz klar in Haiming. Dort möchte ich in den nächsten Jahren was aufbauen.

Vielen Dank für das Gespräch.
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