Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Telfs | Wirtschaft | 3. August 2020 | Gebi G. Schnöll

Onlinepetition gegen „Hofer“-Filiale in Axams

Onlinepetition gegen „Hofer“-Filiale in Axams
Grünen-Vizedorfchefin Gabi Kapferer-Pittracher will eine „Hofer“-Filiale in Axams verhindern. Bürgermeister Christian Abenthung sieht in der „Hofer“-Filiale eine lukrative Einnahmequelle. Foto: Grüne Axams/ RS-Foto: Archiv/Schnöll
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Grüne sehen eine Gefahr für die bereits ansässigen Lebensmittelhändler und sie fürchten auch eine Verkehrszunahme

Die Lebensmittelhandelskette „Hofer“ will in Axams eine Filiale errichten. Dagegen regt sich nun Widerstand der Grünen um Vizebürgermeisterin Gabi Kapferer-Pittracher. Seit vergangenen Donnerstag läuft eine Onlinepetition, die eine Volksbefragung zur Ansiedelung eines weiteren Lebensmittelsupermarktes in Axams zum Ziel hat. Auch aus den Regionsgemeinden Götzens, Mutters und Natters kommt Unterstützung. Bürgermeister Christian Abenthung zeigt für die Onlinepetition kein Verständnis.
Von Gebi G. Schnöll

„Der Lebensmittelhandel ist im westlichen Mittelgebirge sehr gut vertreten. Trotzdem soll in Axams ein weiterer Supermarkt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche angesiedelt werden. Mit weitreichenden Folgen für die Verkehrsentwicklung und den Wettbewerb im Handel“, befürchten die Axamer Grünen mit Vizebürgermeisterin Gabi Kapferer-Pittracher an der Spitze. Sie und ihr Team wollen die Einbindung der Bevölkerung, wenn es um weitreichende Entscheidungen für die Entwicklung der Gemeinde und der Region geht. Deshalb wurde vergangenen Donnerstag von der Liste „Zukunft Axams – Die Grünen“ eine Onlinepetition gestartet, die auch von den Grünen der Regionsgemeinden Götzens, Mutters und Natters sowie von der Liste „Götzens bewegen“ und von der FPÖ Axams unterstützt wird. „Dieses Projekt hat weitreichende Auswirkungen auf die nächsten Jahrzehnte. Daher muss die Bevölkerung befragt werden, ob sie dem Verbau des 4000 Quadratmeter großen Grundstücks mit einem Supermarkt zustimmt“, fordert Gabi Kapferer-Pittracher. Die Vizebürgermeisterin sieht durch die Ansiedelung einer „Hofer“-Filiale eine Verschärfung der Verkehrssituation durch noch mehr Pkw- und Lkw-Fahrten und eine Gefahr für die bereits ansässigen Lebensmittelgeschäfte. „Gerade die Nahversorger im Dorfzentrum beleben das Geschehen im Ort, dort wird nicht nur eingekauft, sondern auch kommuniziert. Es ist nicht nur für die älteren Mitbürger wichtig, dass sie erhalten bleiben. Ein zusätzlicher Supermarkt schafft eine Konkurrenzsituation, die die Versorgung im Zentrum gefährden könnte!“

BÜRGERMEISTER ABENTHUNG KONTERT. Bürgermeister Christian Abenthung zeigt für die Onlinepetition kein Verständnis. In einer Stellungnahme erklärte er: „Mein Verständnis von Wirtschaft ist Entwicklung und Wachstum zu ermöglichen und nicht zu verhindern. In der Geschichte haben staatliche Beschränkungen oder Regulierungen der Wirtschaft noch nie funktioniert und schlussendlich immer im Desaster geendet. In einer funktionierenden Marktwirtschaft regulieren sich Angebot und Nachfrage von selbst. Und eines ist unbestritten: Die Nachfrage nach einem ,Hofer‘-Markt im westlichen Mittelgebirge ist eindeutig vorhanden. In der Frage des Verkehrs habe ich eine andere Sichtweise als die Grünen: Fakt ist, dass sehr viele Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger aus unserer Region beim ,Hofer‘-Markt einkaufen. Dazu müssen sie sich ins Auto setzen und nach Zirl oder nach Völs fahren. Mit dem Standort in Axams verkürzen sich einerseits die Fahrten für alle; Axamer und Grinzner können berufliche Fahrten nach Innsbruck und retour mit einem Einkauf verbinden und zusätzlich besteht eine ausgezeichnete Anbindung an die Öffis. Zudem wird mehr Wertschöpfung in der Region bleiben. Wenn jemand zum ,Hofer‘ nach Völs fährt, ist naheliegend, dass er beispielsweise die Wurstwaren oder das frische Brot gleich im Cyta einkauft und das dann nicht in Axams, Birgitz oder Götzens machen wird!“ Der Axamer Dorfchef betont auch, dass das Grundstück, auf dem die „Hofer“-Filiale errichtet werden soll, Eigentum der Gemeinde ist. „Es wird kein Familiensilber verscherbelt, sondern wir erhalten für die Nutzung des Grundstücks in den nächsten 40 Jahren Kommunalsteuern von jährlich circa 80.000 Euro. Für so viel Geld bräuchte es sonst einen Betrieb mit rund 70 Mitarbeitern!“
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